><.> '^^ w<^% ^^>V:i i^-T- 0-^'"^ . / ^. ^iK^-;^. r" ^4i^^ f t^^'V liAi- =-'j " * ^^Pl 'i,,,1w 'M: tm^ .jC/'ii-v ^'^'1 -V V ' > / TT" ..V y^ >- % "** k. N v/^'''^"ic5 ' 1/ *' ^^k^'V '\. \ f ^i * 8-:* . ^;,Y ^^y-<:, /rr pH/-^ ^ -^Z* rt X ?M: ,^^ ^^yS^. v/t ! -^^^^^- /^7t- >-;;> _Vt^V<.' A vr ; ' ' K , '1,/" \ . h:^ it* ).,:::! ,;* ::::( ' \ '"y] ;l ' 1' i:>'"ii;,. '* r V' ' M' .,. \ \ k^- lledigirt von Dl*. H. Potoiiie, Docenten der Pdaiize.iipalaeoiitologie an der Kgl. Bergakademie zu Berlin und Geologen an der Kgl, Preuss. geologischen Landesanstalt. -~$^m:^ ^X SIEBENTER BAND (Januar bis Dezember 189S). 4^ fe BERLIN. Feril. DLiiiiink'rs Verlagshuclilia nd I uiiy. Inhalts -Verzeiehniss. Die Oiiiiiial-Ablmndlungen, -Mittlieilnnoen und -Abbildunoeu sind durcli die Beifgung der AbkiuvAxng ^Orig." gekennzeichnet. Seite Allgemeines und Verscliiedeiies. Ktienne, Grenzen des Lebens in ver= diinnter odei- vevdicbteter Luft . . 38 Holinboltz, ebev Hypnotismus . . 389 Lombvoso, sielie initer Anthropologie. Potonie, Ueber wissenschaftliche Ter- mini (Orig.) 283 S c h u b e r t, DerMond-AbcrglaubefOris.) 123 Werner, Ein Beitrag zur Geschichte des europischen Hausrindes (uiit Abb. und 1 Orig.-Karte) (Orig ) . . 1 Angelegenheiten der Naturwissen- schaftliehen Wochenschrift 20, 140, 534 Philosophie. Dreher, Ein Wort ber das Gesetz von der Erhaltung iler Kraft (<)rig.) 218 lieber den Zeitbegriff ((.rig.) ... 159 Petzoldt, Anenarius' Philos. (Orig.) 106 Schaefer, Ueber die eine Grenze des Naturerkeinicns (Orig.) 91 Ulrich, Grund)irobleme der Mechanik (Orig. mit 1 Abb.) 491 Wagner, Ueber die Entstehung der Denkfornien (Orig.). 359 Anthropologie, Ethnologie. Boas, Anthropologie in Amerika . . 394 Collignon, Internationale Verstndi- gung ber anthropom. Methoden u. Maasse 210 Hahn, Wirthachaftsformen der Erde . 320 Holder, Fraas, Vi rcho w undKoll- mann, Canstatt-Rasse u. Neander- thal-Mcnsch 387 Kolhnann und Luschau, Herkunft der Euroiier und die arische Frage 393, 394 Lombrlt^ug u. Einfluss des Windes auf denselben 427 Nachtrieb u. Matchie, Neue Suge- thiere 475 Nehring, Arvicola ratticeps und der Hamster bei Brandenburg a. H. (Orig.) 354 P a c k a r d, Ueberzhlige Beine b. Raupen 529 Palacky, Geologie u. Thiergeographie 309 Perrier, Embryologie u. Systematik. 310 P u c h e t , Das Leben in grossen Tiefen 3 1 vom Rath. Hautsinnesorgane der Crustaceen 312 Rilev, Ueb. Feinde der Kulturpflanz.- Parasiten 319 Schaff, Notoryctes typhlops Stirling, ein interessantes neues Beutelthier aus Australien (( )rig. mit Abb.) . . 44 Schil ler-Tietz, Ueber Parasitisnnis 319 Schilling, Die neusten Fortschritte auf dem Gebiete der Peridineen For- scluing (mit einer Orig.-Tafel) . . 173 Schulze, Ausdrcke zur Bezeichnung der Lage und Richtung im Thier- krper 474 Seitz, Anpassung und Mimikry von Schmetterlingen 3-33 Wechselbeziehungen zwischen der Ordnung der Schmetterlinge und den Menschen 476 Sem per. Zur Lebensgeschichte des Kletterfisches 7 Siniroth, Mimicry einer Psychide nach einer Clausilie (Orig. mit Orig.-Abb.) 407 Topinard, Beziehungen der Anthro- pologie zur Zoologie 31S \'oJd(ivsky. Knnen d. Enchytraeiden eine Rbenkrankheit verursachen? 147 \' e r h o e f f , Schmarotzerbienen und ihre Wirthe 365 Waldeyer, Rckbildung der Thymus 366 Weismann, Amphimixis (mit Abb.) . 141 Weltner siehe Korscheit. Die Thier- und Pflanzenwelt des Ssswassers (Orig. mit Abb.) ... 441 Vorkommen von Cordylophora la- custris bei Berlin 495 Wilckens, Insectcnhuser 476 Zacharias, Thiere des Gr. Plner Sees (Orig.) 434 Aphlebia 201 Blattluse 90 Hunde der Fidschi-Inseln 7 Knguruh-Einbrgerung 171 IV Inhalts - Verzeichniss. Seite Zoologisches Institut der Universitt Berlin :'.]! Zoologische Stationen u. Laboratorien 2G2. :i0.j Verpackung zoologischer Spiritus-* )b- jeete .'...' 29G Vom Sturm verschlagene Seevgel . . 97 Botanili. Abromeit, Fundorte von Bulgarin globosa (Orig.) " . . 124 Aschers on, Elodea canadensis in Oes- terreich-Ungarn (Orig.) 77 Ascherson u. Buchenau , Die sprin- genden Bohnen", springenden Tama- risken-Frchte und Eichengallen . G7 Bachniann, Thallus der Kalkflechten i<:)rig.) 355 Btschli, Bau der Bacterien und vi'r- wandten Organismen 303 Chat in. Essbare Trffeln im Mittel- nieergebiet 495 Colin, Zur Geschichte d. Leguminosen- knllchen 180 C o n w e n t z, Die Eibe, ein aussterbender Baum 343 Trajia natans L. foss. (Orig.) ... 388 E n g 1 e r , Hochgebirgsflora d. tropischen Afrika 241 Frank, Inwieweit ist der freie Luft- stickstotf fr die Ernhrung der Pflanzen verwerthbar? 108 Friedel, lieber die Wassernuss (Trapa natans) (Orig.) 7 Hegler, Physiologische Wirkung der Electricittswellen auf Pflanzen . . 313 I bering. Ueber springende Bohnen (Orig") 261 Ueber Farbenunterschiede im Holze einiger Bauinarten (Orig.) .... 421 Jones CO, Ursachen der Blitzschlge in Bume 530 Keller, Neue myrmecophih' Pflanzen- arten 496 Kirchner, Blumen-Biologie v. Lamium album 211 Protogvnisch oder narbenvorreif? . 282 Krause, Beitrge zur Geschichte des Pflanzenwuchses in Nordwosteuropa (Orig.) 281 Die Fichte in Pommern (r)rig.) . . 18 Neue Erklrung der schwankenden Werthgrenze di'r mitteleuropischen Nadelhlzer (Orig.J 525 Krebs, Altf'S und Neues ber Vanille 434 Krefft u. Koch, Drosera intermedia als Schmetterlingsfalle 529 Lagerheim, Biologisclie Bedeutung der Flssigkeit im Kelch von Joch- roma macrocali.x 231 Leod, Blumen und Insekten der Pyrenen 137 Lindau, Die heutige Morphologie und Systematik di'r Pilze (Orig. mit Orig.-Abb.) 3G9 Mller, Dammar 434 Nehring, Diluviale Flora, siehe unter Palaeontologio. Pax, Delphinium o.xysepalum ... 87 P o 1 n i e . Drei- und vierklappige Cruci- feren-Sclioten (Orig.) .."... 306 Monoecie bei der Trauerweide (Sali.\ babylonica L.) (Orig. mit Orig.-Abb.) 287 Prantl, System der Farne .' . . . 490 Reinboldt. Nutzen und praktische Verwendung der Meeresalgen . . 530 Reinhardt, Wachsthum der Pilz- hyphen. (Mit Orig.-Nachbild.) . . 511 Rodewald, Osmotische Vorgnge und Arbeitsleistung der Pflanzen . . . 197 Schinz, Ueber springende Frchte und Gallen (Orig.) 108 Seite Schleicher t, Pflanzenphys. Beobach- tungen. I. Der Kraftwechsel lieim Quollungsprocess (Orig. mit ( Irig.- Abb.). " . 21 Pflanzcnphvs. Beobachtung. II V. (Orig.) . ' _. . . 2G7 Seydler, Bulgaria globosa (Orig.) . 5G Trapa und Taxus in Ostpreussen (Orig.) . ^ 179 Siedler, Beitrag zur Biologie der Pflanze ' ... 261 Stahl, Oedocladium (mit einer Orig.- Nachbildung) 78 Thode, Die vier Jalireszeiten am Cap (Orig.) 131 Weber, Das natrliche Grasland . . 282 Zusammensetzung des natrlichen Graslandes in Westholstein. Dith- marschen tnid Eiderstedt (Orig.) . 417 Wiesner. Anisomorphie der Pflanzen 428 Elementarstructur und Wachsthum der lebenden Substanz 197 Z a c h a r i a s , Algen des Gr. Plner Sees (Orig.) 434 Aufruf betreft'end Moosflora der Pro- vinz ( )st- und Westpreussen . . . 129 Ergnzung der Lois de la uomencla- turc'-" .' 408 Geographische Verbreitung der Marsi- lia i|uadrifolia in Mitteleurojia . . 222 Gescliiclite der Erkenntniss der (ie- schlechtliehkeit der Pflanzen ... 47 Polycarpe Kirschen (mit Abb.) . . . 320 Rothfanne, eine riesige 68 Stereom-BegrifF . . " 30 Trauerbume und -strucher .... 368 Palaeoutologie. Fraas, Die Ichthyosaurier .... 251 Kinkel in. Fossile Schlangen - Gift- zhne 486 Krasan, Pflanzenver.steinerungeu und Klima Steiermarks in vorgeschicht- lichen Zeiten IGl Neh ring. Dag diluviale Torflager von Klinge bei Kottbus (Orig.) . . . 234 Die Flora des diluvialen Torflagers von Klinge bei Kottbus (Orig. mit z. Th. Orig.-Abb.) 451 Eine diluviale Flora der Provinz Brandenburg (Orig. mit Abb.) . . 31 Potonie, Das grsste carlionische Pflanzenfossil des Europischen Con- tinents(Orig. mit Orig.-Abbildungen) 337 Der ussere Bau der Bltter von Annularia stellata u. s. w. (mit Orig.- Abbildungen) 520 Die den Wasserspalten physiologisch entsprechenden Organe bei fossilen und recenten Farnarten (( )rig. mit Orig.-Nachbildungen) ... 486 u. 500 Die Zugehrigkeit der fossilen pro- visorischen Gattung Knorria (Orig. mit Orig.-Abb.) 61 Lepidodendron-Blattpolster vortu- schende Oberflchenstructuren pa- laeozoischer Pflanzenreste (mit Orig.- Abb.) 477 Ueber Paradoxocarpus (Folliculites) 520 S Ol ms- La 11 b ach. Lisiila bei Lepi- dodendron (mit Orig.-Abb.) . 429, 440 Aphlebia 201 Miiieraloffie und Geologie. Credner, Nehring, Walinschaffe und Potonie, Stellung der Klinger Schichten Credner, Obercarbon und Perm In- diens, Australiens und Sdafrikas Friedel, Berliner Beinbruchstein . . Hai lock, Temperatur des Erdinnern Hart mann, Treibeis als geologisches Agens )19 117 292 344 88 Keil hack, Baltischer Hhenrcken . Kotz, Die Strungen in den Schichten des Steinkohlengebirges (Origr. mit Orig.-Abb.). : . . Luzi, Ueber Schungit, Graphitoid und Graphitit (Orig. mit 1 Orig.-Abb.) . de Montessus de Bailore, Erd- bebenstatistik . . Pouchet, Fliegenlarven als geolo- gische Factoren . Reyer, Ueber Detorination der Erd- kruste, Gebirgsbildung (Orig. mit Orig.-Abb.) Sandberger, Erzgang der Gi-ubo Sacra Familia S c h e n c k , Das D wyka - Conglomerat (mit Abb.) W a h n s c h a f f e , Die Endmornen- Landschaft Nord - Amerikas 1 Orig. -Karten - Nachbildung 1 Orig.-Aiisicht) Geologische Bilder aus dem deutschen Flachlande (Orii; Abb.) . (mit und lord- mit 297, Glotscherkatastrophe von St. Gervais Seite 57 327 481 190 498 471 39 117 81 316 356 Physik. Krebs, Eine Formel zur Berechnung der Verdunstung. (Orig.) .... 147 Sachs, Elektricitt und Magnetismus (Orig.) \ ... 373 Brown'sche Molecular-Bewegung . . . 513 Mathematik. Gutzmer, Aus der Unterhaltungs- Arithmetik (Orig.) 251 Schubert, Mathematisclie Spielereien in kritischer und historischer Be- leuchtung, I. Das Problem der acht Kniginnen. (Orig. mit Orig.-Abb.) 203 Dasselbe. II. Aufgaben der er- schwerten Ueberfahrt. (Orig.) . . 2G9 Dasselbe. III. Die Spaziergnge der 15 Pensionats-Damen (Orig.) . . . 307 Dasselbe. IV. Der RsselsjaLUig (Orig.) 422 Sommerfeld und Wiehert, Neue Integriermaschine 376 Astronomie. Barnard, Ein 5. Satellit Jupiters. 419, 478 Birkenmayer, Die Entdeckung iler Prccssion der Nachtgleiclien . . 18 Brnstein, Eine kosmische Frage (Orig.) 233 Brooks. Bar aar d und Hnimes, Neue Kometen 478 Kerz, Merkur und Venus ((_)rig.) . . 35 Meunicr, Die Kanle auf dem Mars 521 Meydenbauer, Eine kosmische Frage (Orig. mit Orig.-Abb.) 183 Niessl, Periheldisfanzen und andere Bahnelemente der Meteore .... 138 Prichard, Astrophotographie . . . 323 Scheiner, Hereules-Sternhaufen . . 531 Tisserand. Finsternisse lngst ver- gangener Zeiten 293 Ueber die Massenbestimmung in der Astronomie ... 71 Trounelot. Thtigkeit der Sonne . 334 Weinek, Bericht ber die Thtigkeit der k. k. Sternwarte zu Pi^ag im Jahre 1891 (Orig.) 41 Grosse Fleckenbildung auf der Sonne (Orig.) " 98 Neuer Mondkrater (Oris.) .... G9 ....... 321 Bemerkensw. Himmelserselieinungen . 28 Nova Aurigae 478 Sti'iii. ein neuer 70, 78, 88 Tiilialts -Verzeieliuiss. Seite Meteoroloffie. Belize, Die wiclitiiisten Eintlyso i\er Scliiicedeekc auf Boden und Klini.i (Oi-iR.) 401 B 181 Michaelis u. Rotlie, Nitroverbind. u. Phosphorderivate 35G Preyer, Das genetische System der Elemente (Orig.) 4 Sauer, Trockenapparat fr Elementar- anal.>se 305 Spiegel, Goldartiges Silber (Orig.) . 68 Spiegel, Ueber Stereocliemie " des Stickstoffs (Orig.) 351 Thugutt, Mineralchemische Studien. 437 Chem. Processe in der Chromsure-, Zink-, Kohle-Batterie 276 Cigarrenasche, chem. Zusanimcns. . . 276 Cieoffrapliio uinl Venvaiidtes. Bade, Reichthmer der Polarvvelt und ihre Bedeutung fr Deutschland . . Bonaparte, Seen und Gletscher . . Bryant, Die gross. Flle des Grand- od. Hamilton-Riv Drygalski, Zur Erforschung des In- landeises Dubois, Mohammedismus auf Java . llurlbut, Ueber den Elk Lake . . 188 67 478 8 65 47 .'^eitc 101 Seite 46 Krause, Afrika im .Jahre 1891 . . . Krebs, Intern. Congr. d. geogr. Wiss. zu Bern, 10.-14. Aug. 1891 (Orig.) Krebs, klimatische Factoren d. Weit- wirthschaft 48 u. 193 Anm. Kkenthal, Leber die projectirte Betheiligung Deutschlands an der Ausbeutung des nrdlichen Eismeeres (< >i-ig-) 255 Leclerci|, Ersteigungen des Ararat . 47 Litthauer, Bevlkerungszunahme. . 30 Lumholtz, Reisen in Australien (mit Abb.) . 258 Morgan, Kartograph, ber Australien 4(1 Mller Hess, ^'erbroitung des Bud- dhismus nach d. stl. Indien ... 47 Penck, Karte d. Erde i. I : 1000000 46, 510 Pfeil, Bevlkerung und Meterorolo- gisches V. Neu-Mecklenburg. . . . Rssels, Gletscher des Mount St. Elias Schinz, Deutsch-Sdwest- Afrika (mit 7 Abb.) Siovers, Der Sudan (mit Abb.) . . Standfest, Der Zug der Israeliten u. Egypter durch das Rothe Meer (mit Karte) Sympher, Etwas vom Bau des Nord- < >stsee-Kanals (Orig. mit Abb.) . . Wooikof, Hydrographische Forschun- gen im Schwarzen Meere .... Wolf, Geogr. Verhltn. der Republik Ecuador Emin's letzte E.xpedition ..... 321 Expeditionen, Reisen . . 201, 211. 295, 305 Franzand-, Forst -Wirtlisclian und Verwandtes. Fra nk, Bekmpfung d. Kirschen-Maden 291 L II e f f 1 r , Feldmaus-Plage i. Thessalien und ihre Bekmpfung mittelst des Bacillus ty])lii iiuirium :19G Rittmeyer, Ueber den Fras.-^ \iiu Liparis monaclia (Oric-) 115 Werner, siehe unter Allgemeines. Cigarrenasche-Dngung 276 Technik niid Instrnnientenknnd) Barth cl. Ein Spiritusbunsenbreuuei- (mit Abb.) Edinger's Zeichenapparat fr Luijcu- vergrss'^rung (mit Abb.) .... Frenz el, Verfahren z. Einbalsamirung von Fischen und hnlichen Objectcn (Orig.) ............ Meinecke, Ring-Nonius-Brette . . Mond, Anwendung des Nickelkohh'u- o.xyds Trowbridge, Phasometer Villon, Beleuchtung durch Aluminium 498, Weber, EinHuss der Zusammensetzung der Objecttrger und Deckglsclien Weyl, Vernichtung und Vcrwerthung stdtischer Abfallstoffe ..... Barthel's neuer Benzin- und Spiritus- brenner (mit Abb.) Erweiterungen der Canadischen Caiile Forthbrcke im < )rkan Japanischer Lack in Europa .... Papier als Isolirmaterial fr Licht und Telephondrhte Zeichnen auf Holzstcken Wasserstrahl-Luftpumpe Hioi-i-apliieen, NecroIo:e, Per- sonalien. Albu, Jacob Moleschott (Orig.) . . . (Travelius, Eine geographische Studie Goethe's (Orig.) Helmholtz, Goethe's \'orahiiuugeu kommender naturwissenscliaftl. Ideen Krause, Dr. Wilhelm Junker (Orig. mit Portrt) . . Potonie, Charles Darwin zu sciiKun lOjhrigen Todestage (Orig., mit Abb. u. Orig. -Autogramm) . 151. Schwcndener, Carl Wilhelm Ngeli 1.55. Spiegel, Aug. Willi, v. llcd'ui.iuu t (Orig. mit Portrt) Breliiu-Schlegel-Denkmal Brcke t F.ndlichcr-Denkmal-Aufruf Flckiger-Ovation Gauss- und Weber-Denkmal .... Herinite, 70. Geburtstag Lombroso (mit Orig. -Portrt) .... JlitscheriicliTK'nkuial und .Vufruf . . 436 3M 111 468 138 418 514 487 228 109 138 116 302 243 90 349 27:! 272 94 182 192 218 138 55 89 109 522 523 121 29 VI Inhalts- Verzeichniss. 8eite Personalien, kurze Angaben von Er- nennungen , Jubilen , Todesfllen, Versetzungen u. dgl. 9, 19, 29, 39, 48, 70, 79, 89, 99, 110, 120, 129,139, 149, 161, 171, 181, 190, 201,211,221,232, 243, 252. 263, 274, 284, 294, 805, 314. 323, 334, 345, 357, 367, 377, 3S9, 399, 409, 419, 429, 438, 448, 459. 479, 488. 513, 522. 533. Roemer (Ferd.) -Denkmal 49 Sicvers, Carl f 20 Universitts-Naohrichten 9 Yerehisweseii, Museen ete. Alpenklub fr die Krim 89 Anthropologen-Congress, deufselier . . 386 Bergmannstag 295 Columbusfeier zu Genu:i .... 149, 261 Congresse. Wissenscbaftliche A'ersamm- lungen 79. 99, 139, 149, 201, 221, 252, 284, 295, 305. 315, 323, 334, 34.5, 377. Geographischer internationaler Cougress zu Bern 46 Gesellscliaft f. Heimathkunde d. Prov. Brandenburg 149, 161 Hofmann-Haus 459 Naturforscher und Aerzte, Gesellsehaft Deutscher 57. 323 Preisaufgaben 48, 57, 11. 201, 252. 262, 274, 357. 3S9, 399, 459, 498. Zoologisclies Institut zu Berlin . . . 311 Zoologisches Museum in Petersburg . .357 Litteratiir. Ambro nn, Polarisationsmikroskop . 499 Andree's allgem. Handatlas .... 325 Arendt, Technik der Experimental- Cliemie 285 Gruudzge u. Leitfaden der Chemie 470 Arends, Syuonymen-Lexikon . . . . 358 Arnoldt, Kep. der Chemie .... 460 Ascherson. Flora von Deutschland . 326 Autonne, Theorie des equations ditt'. du 1. ordre et du 1. degre .... 490 Bahnsch, Zukunft des griechischen Sprachunterrichts 334 Beck, Flora von Nieder-Oesterreich . 499 Behrens, Tabellen z. mikroskopischen Arbeiten 524 Blej'er-He yden, Schlangenfauna . . 49 Bobek, Wahrscheinlichkeitsrechnung. 90 Bonnier, Histoire naturelle .... 533 Borchardt, Physik fr jMediciner. . 4-10 Bourton, ABC der Photographie . . 40 Boys. Bulles de savon 400 Brehm's Thierleben, 49, 202, 305, 449. Brockhaus' Conversationslexikon 10, 305, 358. 479. Budde, Naturwissensch. Plaudereii^n . 346 Bchner, Das goldene Zeitalter . . 9 Cajori, Teaching and Historv of Ma- thematics in the U. S. . ". . . . 335 Caro, Bewegungs- und Sinnes- Vorst. des Menschen 367 Carriere, Wachstlium der Energie . 5.33 Carus, The soul of man 129 Coordes, Lehrbuch der Landkarten- Projection 139 Cottet et Castella, Guide de bot.'in. dans le canton Fribourg 460 Credner, Geologie 149 Geologie von Leipzig 211 Curti, Sprachschpfung 499 Czuber, Theorie der Beobachtungs- fehler 72 Dareste, Production artific. des mon- struosites . 479 David & Scolik, Photographie mit Bromsilbergelatine ....... 10 Deckert, die neue Welt 378 Diebolder, Darwins (iruudprincip der Abstammungslehre 468 Seite Dillmann, Astronomische Briefe . . 306 Dini, Theorie der Functionen einer reellen vernderlichen Grsse . . . 489 Dippel, Laubholzkunde 182 Donner, Die Nonne 284 Eckstein, Pflanzengallen und Gallen- thiere 181 Engler, Syllabus 439 Fungier u. Prantl, Natrl. Pflanzen- tamilien 30, 39, 172, 286, 326. Eyssenhardt, Arzneikunst u.Alchemie im 17. Jahrhundert 221 F a r a d a y , Exiierimental-Untersuchungen ber Electricitt .162 Fischer, Geometrie 161 Fleischer, Mglichkeit einer mirma- tiven Aesthetik 448 Fliedner. Aufgaben ;ius der Physik und Auflsungen 3.58 Fraas, Geologie 469 Frank u. Sorauer, Pflanzenschutz . 409 Galilei, Dialog ber d. Ptnlom. und Koperuik. Weltsyst 479 Gelcich, rhrmacherkunst 439 Goldberg, Mineralwsser 534 Gottgetreu, Die Hausschwammfrage 4.30 Grab er, Leitfaden der Zoologie . . 306 Graff , Auf den ^Menschen bertragbare Parasiten der Hausthiere . . . . 149 Gravelius, 4 stellige Logarithmentaf. l'.'O 4stellige Logar.-trigonometr. Tafein 172 Gross, Beweis des Princips von der Erhaltung der Energie 139 Gruber, Der Positivismus 110 Gnther, C. Bakteriologie .... 58 Gnther, S., Physik. Geographie . . 469 Haeckel, Anthropogenie 399 Hafner, Anziehnngs- und Abstossungs- krfte .378 Hagen. Svnopsis der hheren Mathe- matik .' 29. 110 Hammer, EinHuss des Lichtes auf die Haut 129 Erdellipsoid 460 Harris, The Fishcs of North Amerika 99 H artig, Anatomie und Phvsiologie il. Pflanzen ........... 20 Hausse, Steinkohlenbecken d. Plauen- sehen Grundes 347 Hi'lmholtz, Handbuch iler phvsiolog. Optik ... 378 Hennings, Der Hausschwamm . . . 430 Hertwig, Lehrbuch der Zoologie . . 449 Hieronymus, Europ. Zuocecidicn . . 181 Hofuiann, A. W. v.. Liebig u. W/ihler 468 Insectentiltende Pilze ..... 469 Hopkins-Krieg, Der prakt. Experi- mental-Physiker 306 Hornberger. Meteorologie u. Klima- tologie 243 Hovestadt. Angew. Potentialtlieorie 50 H bbe-S eil leiden, Lust. Leid und Liebe 429 Jaeger, Stott'wirkung in Lebewesen . 479 Ja nn icke, Sandflora von Mainz . . 523 Jamieson, Magnetisuuis u. Electricitt 489 Jordan, Rthsel des Hvpnotismus u, seine Lsung 79, 263, "315, .368, 390, Jourdan, Sinne und Sinnesorgane niederer Thiere 20 Juling, Taschenbuch der hheren Schulen 40 Junge, Kulturwesen der deutschen Heimath 80 Ksemach er, Volksdichte der thring, Triasmulde ,419 Karrer, Fhrer durch die Baumaterial- Sannnlung des k, k. naturh, Museums 285 Karsten, Abbildung, aus seiner Flora 58 Keller, Ornis Carinthiae 274 Kolbe, Kenntniss der Insekten , . 9, 316 Krpelin, Brutpflege der Thiere . . 367 Krafft, Anorganische Chemie . . . 232 Krafft-Ebing, Psychopathia sexualis 367 Seite Krass u. Landois, Lehrbuch fr den Unterricht der Zoologie 469 Mensch und Thierreicli 469 Krieg siehe Hopkins. Kries, Physik und Physiologie . . . 469 Kuester, Die deutsch. Buntsandstein- gebiete 275 Kummer, Mooskunde 347 Kulke, Entwicklungsgeschichte der Meinungen 439 Kundt, Neue Entw. der Electricitts- lehre 39 Kun tze ,Revisio generum plantarum etc. 346 Kurella, Lorabroso und die Naturg. des Verbrechers 367 Lacroix-Danliard, La plume des oiseaux . 20 Langkavel, Der Mensch und seine Rassen 325 Lehmann, Krystallanalvse .... 49 Lenz, Pilze ."...' 315 Levin, Anfangsunterricht in d. Chemie :U5 List, Westflische Kohlenformation . 232 Locard, La peche et les poissons des eaux douces 49 Lutz, Schmetterlingszchter .... 523 Lutze, Flora von Nord-Thringen . .523 Mach, Physik 470 Marshall, Leben und Treiben der Ameisen 49 Mayr, Japanische Abietineen . . . 190 Mey denbauer, Photographische Auf- nahme zn wissenschaftl. Zwecken 430 Meyer, H. v., Ortsbewegung d. Thiere 367 , Thierische Eigenwrme 367 Meyer, W., Mussestunden eines Natur- freundes 221 Mej'uert, Vortrge ber Bau und Lei- stungen des Gehirns 523 Moebius, Hauptstze der Astronomie 469 Molisch, Pflanze und Eisen .... 315 Moll, Contrre Sexualemptindung . . 367 Mos so, Ermdung 377 Muck, Chemie der Steinkohle . . . 140 Mller, E. R., Vierstellige logarith- mische Tafeln 347 Mller, F. M., Natrliche Religion . 438 Music, Experimentalphysik . . , , 295 Neu mann, Aligemeines Princip der mathematischen Theorie inductiver elektrischer Strme 450 N e w c o m b - E n g e I m a n n , Po)nilre Astronomie 50O nberosler. Fhrer durch ITnteritalien und Sicilien 202 Paul, Die drei Wege des Denkens . 325 Picard, Traite d'analvse 243 Pisko, Physik . . .' 49 Plessner. Die grossen Erfindungen des XX. Jahrhunderts 514 , Zukunft des elektrischen Fern- sehens 212 P o k r n y , Naturgeschichte des Thier-, Pflanzen- und Mineralreiches ... 70 Poincare, Electricite et fiptique , , 150 , Elektricitt und Optik 295 , Thermodynamique 325 Prantl. Lehrbuch der Botanik. . . 460 Preyer, Organische Elemente und ihre Stellung im System 479 Rau. Lebens- uiid Weltrthsel . . . 335 Rebmann, Anthropologie 469 Heiehenau, Bilder aus dem Natur- leben 367 Remsen, Organische Chemie. ... 40 Renvoy, Doctrine de l'evolution . . 335 Reuschle, Curvendiscussion .... 280 Ribbing, Sexuelle Hygiene .... 469 Roll, Unsere essbaren Pilze .... 306 Romanes, Darwin 523 Rosenfeld, Leitfaden der anorgani- schen Chemie 534 Pouche & Com her ousse, Geometrie 489 Russ, Die einheimischen Stubenvgel 488 , Vogelzucht-Buch IQO Inhalts Vcrzeioliniss. VII Seite Russblilt, Die Entwicklung . . . 384 Schcffler, Hydraulik 49 Schlei'hteudal, Gallbiklungeii . . 181 S chleichert, Anleitung; zu botani- schen Beobachtungen 10 Schlichting, Gravitation eine Folge der Aetherbewegung 285 Schmidkunz, Der Hypnotisnius . . oS9 Schmidt, Strahlenbrechung an der Sonne 4G0 Schrder, Elemente der photographi- schen Optik 4U0 Schwalb, Buch der Pilze --'84 Schweiger-Lerchenfeld, Das Mi- kroskop 52o , Unterwegs I. III 171 -, IV.-VI 534 Secchi, Einheit der Natiirkrfte . . 459 Sievers, Afrika 99 , Asien 534 Simroth, Entstehung der Landthiere (zum Theil (.)rig.) IS".', 244 Spelt er, Athmungssystem der Thiere oGl Sprockhoff, Grnudzge iler Minera- logie 243 , Zoologie und Anthropologie . . . 449 Stein, Drogen-Karte 460 Steiner, Die Thierwelt 479 Strasburger, Protoplasma und Reiz- barkeit . .^ 449 Tarnuzzer, Falb und das Erdbeben 367 Teikcira, Curso de Analyse .... 524 Thomson, Populre Vortrge . . . 285 Toepfer, Naturkrftc im Dienste des Menschen 315 Traeger, Die Halligen der Nonlsee . 499 Treptow, Bergbaukunde 285 Trinius, Alldeutschland in Wort und Bild 430, 500 Ule, Die Erde 29 Urbanitzky, Physik 499 Zacharias, I5evlkerungsfrage u. so- ciale Nothstude 488 Vaubel, Stickstofl'atom . . . . 439, 450 Verworu, Bewegung der lebendigen Substanz 533 VioUe, Physik 1 80 Vogel, E., Taschenbuch der Photo- grajihie 400 Vogel, H. W., Handbuch der Photo- graphie 469 Wahnschaffe, Ursachen der (Jber- flchengestaltung des norddeutschen Flachlandes 275 Wallentin, Moderne Elektricitts- lehre 524 W a s m a n n , Zusammengesetzte Nester und gemischte Colonien d. Ameisen 252 Weis, Mineralogie und Chemie. . . 89 Weismann, Amphimi.xis 129 Widmer, Europische Primula-Arten 358 Wiedemann, Naturwissenschaft bei den Arabern 129 Wiesner, Elementarstruct. u. Wachs- thum der lebenden Substanz . . . 202 Winkelmann, Handbuch der Physik loO Wislicenus, Geogra)diische Ortsbe- stimmungen auf Reisen 109 Wolf u. Gebauer, Beobachtungen auf der Isis-Wetter-Warte .... 290 W o s s i d 1 o , Zoologie, Botanik u . Minera- logie 479 Zaccharias, Darwinismus .... 161 , Thier- und Pflanzenwelt des Sss- wassers 182, 441 , Thierwelt unserer Binnenseen . . 9 Zeisel, Chemie 306 Zetzsche, Betrieb und Schaltungen der elektrischen Telegraphie . . . 244 Zimmermann, Beitrge zur Morpho- logie und Physiologie der Pflanzen- zelle 192 Seite Akademie-, Vereins- und Zeitschriften 10, 30, 40, 50, 58, 72, 90, 100, Ud, 140, 172, 202, 212, 222, 232, 244, 254, 264, 276, 286. 295, 316, 326, 336, 390, 400, 410, 420, 430, 440, 450, 460, 470, 480, 490, 500, 514. Botanische Wandtafeln 130 Bcher, Liste neu erschienener 40, 50, 5.S, 72, 80, 90, 100, 150, 162, 202, 212, 222, 232, 244, 254, 264, 276, 286, 296. 306, 316, 326, oSii, 347, 358, 368, 378, 390, 400, 410, 420, 440, 450, 470, 480, 490, 514, 524, 534. Ethische Bewegung in Deutschland . 377 Floren 162 Geologische Karten der sdl. Khein- |iro\inz 130 Hymenopteren-Werke 140 Kataloge ber Bcher .... 120, 450 Katalog ber Palontologie u. Minera- logie 410 Kataloge ber Smereien und Pflanzen u. s. w. 50, 90, 150. Sternenhimmel zu jeder Stunde des Jahres 120 Westfalens Thicrleben 533 Zeitschrift fr anorganische Chemie . 1.50 Verzeicliiiiss der AI)I)il(Iiiiii>:eii. Acer campestre-Frucht fossil (( big.) . 454 Annularia stellata (Orig.) ,520 Apparat zur Messung der Quellungs- grsse (Orig.) 21 Angra Pequena 51 Arbeiter- Barackenlager zu Holtenau, ^ ussere Ansicht und Grundrisse 224, 225 Asar bei New-Rosow 300 Aspidiopsis (Orig.) 341, 477 I Aus in Afrika 52 Australneger einen Baum mit Hlfe eines Kamin erkletternd .... 260 Benzin-Brenner 109 Bothriocephalus latus, Ei, Embryo und Larve 466 Bothrodendrou niinutifolium (Orig.) . 62 Braudung an der Guineakste . . . 167 Brasenia peltata (z. Th. Orig.-Nachb.) 455 Buchenholz-Oberflche (Orig.) .... 341 Bumerangs 259 Carboniseher Baumstumpf (Orig.) . . 338 Carjjinus Betulus-Frchte fo.'-sil (Orig.) 454 Ceratophyllum-Frchte fossil (t>rig.) . 454 Chaetocladium Joues (Orig.-Nachb.) . 371 Chlamydomucor racemosus (Orig.) . . 370 Clausilia biplicata (Orig.) 407 Corallina (Orig.) 135 Corylus Avellana-Nsse fossil (Orig.) . 45! Cratopleura helvetica Nehringi- Samen (Grig.) 454 Cypris reptans 134 Darwin, Autogramm (Orig.) . . 153, 182 Darwin's Haus in Down 154 Darwin, Portrt 152 Dreissensia polymorpha .... 391, 392 Dne mit Humusstreifeu 300 Durchbauung der Moore des Nonl- Ostsee-Kanals 250 Durchbruchsthal der Weichsel . . . 598 Edinger's Zeichenapparat 314 Eibildung von Ascaris 142 Eingeborene von Rockhamptons Um- gegend 259 Endmorne am Bass Lake (Orig.) . . 82 Enilomyces decipiens (Orig.) .... 370 Euglyjiha alveolata 445 Facettenglied (Orig.) 280 Frchtii und Samen aus dem diluvialen Torflager von Klinge (Orig.) . . . 4.54 Galera tenera (( h'ig.) 385 Gebirgsbildung, 12 Abb. zur Ei'Iuterung der (Orig.) 473, 474 Seite Geweih von Cervus megaceros var. Rutfii 32 Girafenakazie 52 Graphische Darstellung der Regen- mengen fr Labore, Delhi und Be- nares (Orig.) 414 Graphit in Wurmform (Orig.-Nachbild.) 483 Grni'nthaler Hochbrcke 249 Grubenrisse (Orig.) ...... 327. 328 Hofmann, Aug. Willi, v., Portrt . '. 219 Horizont, ein Unterrichtsmittel . . . 532 Hydatina senta 462, 463 Hydrophilus ])iceus 464 Hydrous caraboidos, Larve und Eier- gehuse 464 Hyi)oniyces Liiikii (Orig.) 370 Ile-x Aquifolium Frucht fossil (Orig.) . 454 Irispigment in Licht- und Dunkel- stellung (Orig.) 278 .Junker, Portrt 95 Karroo-Ol)erflche 118 Karte des nordamerikanisehen Glacial- gebietes (Orig.-Nachb.) 81 der Schleusen- und Hafen-Anlagen bei Holtenau 224 , geologische, mit der Linie des Nord- (Jstsee-Kanales (Orig.) 215 Norddeutschlaiuis mit den diluvialen Hauptthlern 297 ber die Sitze und Wanderungen des europischen Hausrindes (Orig.) 14 zur Erluterung der Routen durch den Nord-Ostsee-Kanal 213 zur Erluterung des Zuges der Is- raeliten und Aegypter durchs Kothe Meer "MS Keetmaushooper Kirche u. s. w. . . . 53 Kirschen, polycarpe 320 Knorria (Orig.) 62 Laetarius voleunis (( >rig.) 372 Lepidodendron-Polster 429 Limnaea stagnalis 4(55 Linsencylinder ((Jrig.) 267 Lithophyllium u. Lithotliamnium (I >rig.) 135 Lombroso (Orig.-Portrt) ..... 131 Meeresboden an der Kste von Capri (Orig.) 134 Naucorfa pediades (Orig.) 371 Niger bei Tiborauen 166 Notoryctes typhlops (Orig.-Nachbild.) . 44 Observatorium auf dem Montblanc (I irig.-Nachbilduug) 3.')6 ( )edocladium tOrig. -Nachbildung) . . 78 ( ndonga-Frau 53 Onkumbi-Mdclii'U 53 Parado-xocarpus carinatus (Orig.) . . 454 Parallelogramm der Krfte 49o Parthenogenetisches Ei, seine Reifung 134 Pecojiteris hemitelioides mit Wasser- gruben (Orig.-Nachbildung) . . . 486 Peridineen (Orig.) 175 Pfuhl im oberen Geschiebemergel . . 299 Phytophthora infestans (Orig.-Nachb.) 383 Picea e.xcelsa-Samen, fossil (Orig.) . . 454 Pilzhyphen-Wachsthum (Orig.-Nachb.) 511 Pinus silvestris-Zapfen fossil (Orig.) . 154 Polypodium vulgare-Wassergrube (ver- besserte ( )rig.-Nachbildung) . . . 487 Proflle u. s. w. aus der Steinkolilen- formation (Orig.) 327. 328, 361, 362, 363, 364, 365 Profil der Wasserstnde des Nord-Ost- see-Cauals, der Elbe und Ostsee 216, 217 Profll des Hohensteiuschen Steinbruchs bei Pretzien 298 l'rotil, Quer-, des Nord-Ostsee-Cauals 238 Psilotum-Rhizom (Orig.-Nacldiildniig) . 340 Psychide (Orig.) 407 Puccinia Phragmitis (Orig.) .... 370 Salix babyloniea Blten, abnorme und normale (Orig.) 287 Samenbildung von Ascarsis .... 142 VIII Inlialts -Verzeichnis; Seile Sandgrube bei Bnisoiulorf ..... '2W Schdel von Bos tanrus braohycepbalus ! von Bos taunis fronto.-ius . . 2 von Bos tauriis lougifrons . . 2 von Bos taurLis priiiiigonius . 1 Selaginella-Laiibblatt mit Ligula (I )rig.) 4S0 Sigillaria Brardii forma spinulosa (Orig.) 34o Spiritus-Brenner 10!l ,, Bunsenbrenner -136 Sjjorcnforuien verscliicd. Pilze (Orig. und Orig.-Nat-hb.) . . . 370, 371, .Staunnolx.'rflehe von Ahie.-' alba (Orig.) Stiiruiaria ((>rig.) Tafelberg.' Thamnidium chaetocladioides (Orig. Tilletia Carics (Orig.-Naehb.) . . \ Treniella lutescens (Orig.-Nachb.) . Trockenbagger 230, Seile 372 .'.40 3-10 118 371 370 372 240 Tsadsee-Ufer Urania-Sulen ITstilago Carbo (( )rig.-Nachb.) Volvaria volvacea (Orig.) . . Vorkehrungen zum Schutz des des Nord - Ostsee - Canals Wellenschlag WalHschbai Weinhefe (< >rig.) Ufers gegen . 238. Seite 164 79 370 385 231) 54 383 die n&tarwis3FiucIiAnildin Forvhimg uftnebt n weltum- fk^NetidiTD Ideea und ui IdcJi^d- den GebUdeo der PhuUsia. winl Ihr rtlcliUch erselil durch deo Zuuber der Wlrkticbkeit, dscOOB i*-^ SM >^*^ Redaktion: ? Dr. H. Potonie. Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. VII. Band. Sonntaff, den ?>. Januar 1892. Nr. 1. Abonnement: Man abonnirt bei allen Buchhandlungen und Post- anstalten, wie bei der Expedition. Der Vierteljahrspreis ist Jt 3. Bringegeld bei der Post 15 ^ extra. l 1 Inserate: Die viergespaltene Petitzeile 40 Jl. Grssere Auftrge ent- sprechenden Rabatt. BeilaRen nach Uebereinkunft. Inseratenannahme bei allen Annoncenbureaux, wie bei der Expedition. Abdruck ist nnr mit vollstndiger t^nellenangabe gestattet. Ein Beitrag zur Geschichte des europischen Hausrindes. Nach den neueren Forschungen darf wohl angenommen werden, dass der Stammvater des europisclicn llaus- rindes der einzig wild- lebende Taurine, der Urochse, Bos primi- genins Boj. gewesen ist. Derselbe tritt zu- erst in den Ablage- rungen der Dilnvial- zeit in Europa aut und die letzte Urkuh scheint lt)27 im Thier- garten des Grafen Samoisky zu Jakto- rowo,*) Polen, getdtet worden zu sein. Je- doch hat bei einigen Rassen unseres euro- pischen Hausrindes hchst wahrscheinlich auch eine Durchkreu- zung mit Bibovinen und zwar mit Zebus statt- gefunden. Beim europischen Hausrinde lassen sich vier Abarten unter- scheiden : 1) Das im Skelett dem Ur am nchsten stehende (Ur- oder Primigenius-) Rind. (Bos taurus primigenius Rtimeyer). 2) Das Langstirnrind (Bos Laurus longifrons Owen.) Aufstellung Von Prof. Dl-. Hugo Werner. 3) Das Grossstirnrind (Bos taurus frontosus Nilsson.) 4) Das Kurzkopfrind (Bos taurus brachycephalus Wilckens). Die dieser vier A))arten er- folgte hauptschlich auf Grund der Ver- schiedenheit der Sch- delformen, aber auch unter tauru.s primigenius, Primigeniusrind ) Wrzesniowski. Zeitschr. f. wissengoliaftl. Zoologir, SO. Bil. Suppl. 3. Heft, S. 493555.- gleichzeitiger Bercksichtigung der brigen Krpcrtheile. Allerdings verdient die Schdeltbrm in erster Reihe bercksichtigt zu werden, weil am Schdel Abnderungen der typischen Form sich sehr viel lang- samer als au den brigen Krpertheilen zu vollziehen pflegen. Das Primigenius- Rind steht im Schdcl- bau dem Ur am nch- sten, dementsprechend sind am Schdel die Lngenniaasse, ent- wickelter als die Brei- tenmaasse, auch zeichnet er sich durch auffallend gerad- linige Umrisse aus. Der Schdel verschmlert sich all- nihlig von den Augen nach dem Slaule zu. Die Stiru ist lnger als breit und bis auf eine schwache Einsenkung in der Mittellinie, welche etwas oberhalb der Augcnflchen beginnt, ganz flacli. Die Stirnrinnen sind tief und breit, Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 1. laui!' e-esti'eckt und sie laufen, sich einander nhernd, bis an den oberen Thrnenbeinrand. Die Stirnbeinkante ist fast gerade, meist in der Mittellinie ein weni;;- eingesenkt, selten nach hinten erhht. Die Augenhhlen sind schief nach vorne gerichtet und treten seit- lich wenig hervor. Die fast quadra- tische Hinterhauptsfiche steht im rechten Winkel zur Stirn und besitzt die gleiche Breite wie letztere. Die Hornzapfeu sind ohne stielartige Er- weiterung der Stirnflehe dicht auf dem hinteren usseren Winkel des Stirnbeins aufgesetzt; dieselben er- heben sich anfangs ber die Stirn, krmmen sich dabei etwas nach hinten, nehmen dann die Richtung nach vorne, whrend die Spitze Neigung nach aufwrts zeigt. Die Hornscheideu sind am Grunde meist weiss und in den Spitzen schwarz. Der Gesichtstheil ist lnger als der Gehirntheil. Die Nasenbeine sind am hinteren, oberen Theile etwas breiter als am mittleren und sowohl der Lnge wie der Breite nach ge- wlbt. Das Flozmaul ist breit und ursprnglich bei allen Schlgen schwarz. Der Rumpf ist im allgemeinen hochbeinig. Die Schlge dieser Abart haljen vor denen der anderen voraus, dass sie jede der drei Leistungen (Arbeit Milch Fleisch), getrennt, in hchster Vollkommen- heit besitzen, whrend die Schlge der anderen Abarten mittlere Leistungen, aber diese gleichzeitig in allen drei Nut- zungseigeuschaften aufweisen knnen. Frbung des Haar- kleides meist buntscheckig. Das Langstirnrind besitzt eine schmale, schlanke Sch- delform. Stirn sehr lang, noch lnger aber auch etwas breiter als beim Primigenius -Rinde, Gesichtstheil krzer. Horn- zapfeu ungestielt und vor der Stirnflche hervorragend, doch nach aussen gerichtet, mit seit- lich etwas abfalleuderRichtung, hierauf sich nach vorn und auf- wrts drehend, glatt, meist ohne Lngsfurehen ; Hornscheiden kurz, bei allen brigen Abarten lnger , an der Oberflche mei'klich abgeplattet, Unter- flche gerundet. Stirn uneben, zwischen den Augenhhlen tief eingesenkt, von dieser Vertie- fung aus wlbt sich die Stirn- platte bis zum Stirnwulst, letz- terer ist hoch, in der Mitte ausgebuehtet und hgelig und rasch nach dem Hornzapfeu abfallend. Augenhhlen nach oben stark gewlbt und ber die Stirnflche weit hervorragend, doch dabei nach aussen gerichtet. Stirn- rinnen kurz, breit, tief. Thrnenbein sehr breit, bis nahezu zur Mitte des Nasenrandes reichend; an der Stelle, wo es mit dem Stirn- und Nasenbein zusammentrift't, findet sich regelmssig ein grosses dreieckiges Loch. Nasen- beine schmal, stark gewlbt und in ihrer ganzen Aus- Bos taurus lougifrous (Syn. B. I btachyceros) Laugstiniriiicl dehnung gleich breit. Zwischenkiefer kurz, die Seiten- wand des Nasenbeins nicht erreichend. Unterkiefer schlank, aufsteigender Ast fast senkrecht, horizontaler Ast niedrig und wenig nach vorn aufsteigend. Ganaschenbreite be- deutender als beim Primigeniusrinde. Im Gegensatz zu dem im Ganzen weit schwereren Primigenins-Rind tritt das Langstirnrind als eine weit kleinere Form, von schlankem, fast zierlichem Bau auf. Das Haarkleid ist einfarbig gelbgrau, grau oder braun gefrbt, selten treten weisse Abzeichen auf; charakteristisch ist eine hellere mrahnunig des Floz- maules. ein heller Augenring, ein Aalstrich, eine hellere Frbung am Bauch, sowie an der Innenseite der Beine, das Auftreten heller gefrbter Haarbschel in und langer Rand- haare an der OhrmuseheL Haut und Flozmaul sind immer dunkel pigmentirt. Das Langstirnrind kann nach seinen Krperformen als fr alle drei Nutzungszwecke passend angesehen werden, doch berwiegt die Milch- leistung. Das Grossstirnrind besitzt dagegen einen langen, breiten, als gross zu bezeichnenden Schdel von sehr unrcgelmssigem Umriss. Stirn sehr lang, zwischen den Bos taurus fioutsus, Grossstirnrind. Hornza])fen konvex, weiter vorn zwischen den Schlfen- kanten flach gewlbt, zwischen den Augenhhlen weit und concav. Hornzapfeu lnger gestielt als bei irgend einer anderen Abart, gehen geradezu nach aussen und so- wohl Hornstiele wie Zapfen fallen dachfrmig ab; Hrner oben und unten abgeplattet, sie verlaufen gerade, oder sind etwas nach vorne gekrmmt, dabei um ihre Achse .so ge- dreht, dass die Spitze nach oben und selbst nach rck- wrts sieht. Stirnbeinkante lang, Stirnwulst hoch und stark Stirn etwas breiter als lang, auch in der Stirnenge verhlt- nissmssig breit ; Stirnriunen seicht, breit, den hinteren Thr- nenbeinrand nicht erreichend. Augenhhlen stark gewlbt, seitwrts gestellt und etwas abwrts geneigt. Gesicht breit, zwischen den Wangenhckern so breit als die Stirneuge. Nasenbeine mittellang und zwischen den Thrnenbeinen sehr breit. Zwischenkiefer sehr breit und lang. Unterkiefer am aufsteigenden Aste steil und breit. Ausser einigen kleinen Hoehgebirgsschlgen umfassen die Schlge des Grossstirnrindes grosse bis sehr grosse Thiere. Das Haarkleid ist falb-, gelb- oder rothscheckig und die Haut pigmentlos. Die Rinder dieser Abart besitzen alle drei Nutzungs- eigenschaften sehr gleichmssig und bis zu einem ver- hltnissmssig sehr hohen Grade entwickelt. Das Kurzkopfrind besitzt einen Schdel, dessen Nr. 1. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Queraxe zwischen den beiden Aussenriindern der Ausen- hhlen grsser als die Sag'iftalaxe zwischen der Stirn- Nasenbein-Verbindung und dem Hintcrhaupthcieker ist. Kopf kurz, breit ber den Augenhhlen und im Gesicht, dagegen in der Stirneuge sclim^il- Hornzapfen lang, um ihre Axe gedreht, Hornstiele km'z, '''-"^'st von der Stirn- platte seitwrts etwas abfalieud, krmmen sich hierauf nach hinten, drehen sich aber bald nach vorn und oben, ihre Spitzen nach aussen, obeH oder nach hnitcn richtend, am oberen hintersten Theile der Seitenkante des Stirnbeins angesetzt. Hruer stark, fast walzenfrmig, meist weiss und in den Spitzen schwarz, doch kommen auch gelbe mit dunk- leren Spitzen vor. Stirn- platte sehr uneben und wellig, zwischen den hervorragenden Augenhhlen tief eingesenkt. Hinter und oberhalb dieser Einsenkung wlbt sieh die Stirn- platte zwischen den )>reiten und tiefen Stirnrinnen aufwrts zu dem schmalen, die Mittellinie des Stirnbeins verlngernden Stirnwulst. Hinterhaupt- und Stirnflche stossen in dem- selben fast rechtwinkelig zu- sammen. Seitenrand des Stirn- beines fast geradlinig und nach vorne zum hinteren Augen- hrddenrande rasch abfallend. Auffallend ist die bedeutende Krze und grosse Breite des Nasenbeines. Der aufsteigende Ast des Unterkiefers ist senkrecht gestellt und sehr breit, der horizontale niedrig und gegen die Sehneidezahnwand nur wenig aufwrts gebogen. Ausgenommen einige kleine Schlge der Hochalpen sind alle brigen von mittlerer Grsse und sehr synnnetrisch gebaut, vortrcfTlich an allen Krpertheilen bemuskelt und fr alle Nutzungszwecke gut geeignet. Die Farl)e ist entweder einfarbig roth, auch rothbunt, oder schwarzbunt und scheint es, dass einzelne Vlker- stmmc die rothen, andere die schwarzen Schlge des Kurzkoi)frindes bevorzugt haben. Nach der Besin-echnng der 4 Al)arten des Hausrindes wenden wir uns jetzt der Geschichte des europischen Hausrindes zu. Das Bestehen des Hausrindes ist an die Gesellschaft des Menschen geknpft und wollen wir seine Geschichte schreiben, so lsst sich diese nicht von der des Mensehen trennen. Die Geschichte der ersten Besiedelung Eurojias mit Menschen verliert sich im Dunkel der Zeiten, nur hin und wieder durch einen Lichtstrahl erhellt, woher es kommt, dass ber dieselbe zahlreiche und hutig sich wider- sprechende Theorieen aufgestellt werden konnten. Der neuesten von Professor Muller'') in Wien auf- gestellten Theorie, welche manches fr sich zu haben scheint, weil mit derselben auch die Geschichte des llaus- rindes vortrefflich bereinstimmt, werde ich zunchst folgen, bemerke aber, dass es immer nur eine Theorie ist, die noch weiter zu beweisen wre. Er sagt : In einer sehr, sehr fernen Zeit hat das bereits die heutigen klimatischen Verhltnisse besitzende Europa, welches auch von der heutigen Wildfauna be- *) Mittlioil. d. imtliropolog. esellscli. in Wien, XU. Bd. S. S'J.^ vlkert war, eine arische Bevlkerung von Osten her er- halten, welche sich in sehr primitiven Kultnrverhltnissen befand, vielleicht noch Reste einer lteren, nicht arischen dunkelhaarigen Bevlkerung vorfand und aufsog. Diese Bevlkerung folgte dem Laufe der Flsse, bevlkerte die Seeen und lebten als Hirten und Ackerbauer in Familien- communitten, als deren lteste Baureste die Pfahlbauten zu betrachten sein durften, in Frankreich traf dieses Volk auf afrikanische Einwanderer, Iberer*), denen es nur die Meereskste am Kanal abgewann". Auf die Frage nach der Besehatt'enheit des Rindes der Iberer und Pfahl- bauer lsst sich nun eine be- friedigende Autwort ertheileu. Nach meinen Untersu- chungen gelange ich zu dem Ergebniss, dass die Iberer ein Rind besessen haben, welches der Abart des Kurzkojifrindes (Bos taurus braehyccphalus Wilckensj zugerechnet werden muss. AVilckens gebhrt das Ver- dienst, zunchst am Kopf des Zillerthaler Rindes den Kurz- kopf-Typus erkannt und Ver- anlassung zur Aufstellung der Abart gegeben zu haben. Spter fanden sieh auch innerhalb der Grenzen des alten Noricum in Pfahlbauten und Hhleu ein- zelne Skeletttheile insbesondere aber im Pfahlbau bei Laibach im Jahre 1875 3 Schdeltheile, an welchen Wilckens den Kurzkojittypus nachwies. Ueber die Abstannnung des Kur/.kopfrindes sind er- heblich von einander abweichende Ansichten aufgestellt worden. So gelangt Kaltenegger**) an der Hand seiner im Wallis am Eringer-Rind (Walliserrasse) gemachten Beobachtungen und gesttzt auf eultur- und vlker- geschichtliche Daten zu der Ueberzeuguug: die alte echte Walliserrasse des Rindes sei mit einer iberischen Ureinwohnerschaft in Zusammenhang zu bringen und letztere selbst bereits in prhistorischer Zeit und zwar aus dem weitem Bereiche des Nikpiellengebietes nach Europa und bis in die westlichen Alpen gekommen". Ferner macht er auf die weitgehende Aehnlichkeit mit der alt- gyptischen Apisrasse aufmerksam. Dieser Ansicht tritt Wilckens***) entgegen, und ge- langt zu dem Schluss, dass wahrscheinlich keltische Volksstmme das Kurzkopfrind in die Alpen gebracht haben, aber ganz unmglich ist es, dass dieses Rindvieh aus der Zeit der alten Iberer herstammt und aus dem gyptischen Sudan eingefhrt ist." luius Iirachycephalus, Kiuzkopfriud *) Die Hypothese des at'rikaiiisi/lifii Ursprungs der llierer ist im Allgemeinen wenig gesichert, zumal die Sprachen der Ur- bevlkerung, nmlich das Baskische in Spanien und das Berbe- rische in Afrika, einen grundverschiedenen Charakter haben. Dass Iberer in Afrika gewohnt haben, dafr fehlt der historische Beweis und in wie weit der andere auf Fundobjekte sich sttzende gelungen ist, wird immer streitig bleibi'n. Dagegen scheint nach meinen Untersuchungen das llausrind auf den afrikanischen Ur- sprung der Iberer hinzuweisen. **) Iberisches Hornvieh etc., Wien 1884 S. 31: ***) Kritische Bemerk, . Prof. Kaltenogger's ..Ilri?e^ Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 1. So war die Sachlage, als ich mit meinen Unter- suchungen l)er die Herkunft des Kurzkojifrindes begann und diese fhrten mich zu folgenden Ergebnissen: Das Kurzkopfrind weist zunchst in seinen Kopf- formen eine auffallende Aehnlichkeit mit dem abessini- schen oder Galla-Zebuochsen (Sanga) auf, welcher auch auf altgyptischen Denkmlern als Tributgegenstand thiopischer Vlker dargestellt wird. Nach von mir vorgenommenen Messungen an zwei Sangas des berliner zoologischen C4artens stinnnen deren Kopfmasse mit denen der Duxer, einem typischen Kurz- kopfschlage der Alpen, nahezu berein, mit Ausnahme der Hrner, welche beim Sanga sehr viel lnger sind. Die Maasse sind folgende: Duxer Sanga Kopflnge excl. Flozmaul 42,3 cm = 100 pC. 46 cm = 100 pC. Stirnlnge 22,3 = 52,7 23 = 50 ., Nasenlnge _ 20,0 = 47,3 ., 23 = 50 Zwischenhornlinie 15,8 = 37,3 ,, 19 = 41,3 Stirnauge 19,0 = 44,9 21 = 45.2 Stirnbreite 24,6 = 58,1 25 ,, = 54,4 Gamaschenbreitc 20,5 ,, = 48,5 = Hornlnge 22,1 = 52,5 38 = 126,1 ., Hiernach stimmen die Kopfniaasse sehr genau mit einander berein, jedoch unterscheidet sich das Kurz- kopfrind der AliK'n von dem Sanga durch die Gestalt, indem seine Widerristhhe eine weit geringere im Ver- hltniss zur EumpHnge ist. Sie betrgt nmlich bei den Duxern nur 80 pC, dagegen beim Sanga 96,3 pC. Xun besitzen einige zur Kurzkopf-Abart gehrige Schlge der iberischen Halbinsel, welche ich in der Iberischen Rasse" vereinigt habe, Krperformen, welche von denen des Sanga nicht abweichen und insbesondere ist dies bezglich des Verhltnisses der Rumpflnge zur Widerristhhe der Fall, wie die Ausmaasse einiger der Portugiesischen Schlge, welche 1878 in Paris durch je 2 Stck vertreten waren, zeigen: Widerrist- Procente von Rumpflnge hhe der Rumpflnge cm cm Sanga 135 130 96,3 Raza Barroza 125 120 96 Mirandeza 130 127 98 Gallega Minhota 135 118 87,4 Aroiiqucza 127 121 95,3 In gleicher Weise hochgestellte Thiere kommen bei anderen Abarten gar nicht vor, der hchste Procentsatz, welchen ich z. B. bei einem ungarischen Rinde, was aus- nahmsweise hochgestellt war, fand, betrug 87,5 pC. Die oben angefhrten Zahlen sind meist erheblich hher und deuten nach meinem Dafrhalten darauf hin, dass sich in der Iberischen Rasse" Blut von Bibovinen findet. Hierzu kommt, dass einzelne ihrer Schlge, z. B. die Raza Barroza, Hrner aufweisen, welche in der Lnge, Farbe, lyrafrinigen Gestalt und nahezu aufrechten Stel- lung, vollkommen mit denen des Sanga bereinstinnnen, und gleiches war auch bezglich der Krperform und des Haarkleides der Fall. Es weist dies alles darauf hin, dass mglicherweise eine Kreuzung zwi.-ichen dem Sanga und europischen Hausrinde stattgefunden hat, woraus das Kurzkopfrind hervorgegegangen ist. Bekanntlich geht der Buckel des Zebus bei solchen Kreuzungen sehr leicht verloren. (Fortsetzung folgt.) Das genetische System der Elemente. Von Professor Dr. W. Preyer. Das specifische Gewicht. Wenn die Elemente mit grossem Atomgewicht von denen mit kleinem durch Verdichtung abstammen, so muss auch das specifische Gewicht in jeder Stammlinie vom ersten Gliede bis zum letzten zunehmen. Soweit zuverlssige Bestimmungen vorliegen, ist dieses ausnahmslos der Fall. Die fr die Dichte der P^lemente im starren Zustande von verschiedenen Beobachtern erhaltenen Zahlen stinmien in vielen Fllen sehr befriedigend berein, in vielen nicht. Aber nach Ausschliessung der nachweislich mit unreinem oder durch die Darstellung verndertem Material ange- stellten Versuche bleiben noch genug untereinander ver- gleichbare Werthe brig, um die Zunahme in jedem Stamm von der zweiten Generation ab zu beweisen. Diese in allen Fllen erhebliebe Zunahme des speci- fischen Gewichts von einer Generation zur folgenden zeigt, dass nel)en der atomistischen Verdichtung eine moleculare Dichtezunahme in jeder Entwicklungsreihe einhergeht. Um ber diese Nheres zu ermitteln, dividirte ich das specifische Gewicht D jedes Elements durch dessen Stufenzahl Z. Der Quotient gicbt dann den durchschnitt- lichen Stufenwerth der molecularen Verdichtung an. Im Folgenden sind die Quotienten i>.-Z zusammengestellt. Die fnf eingeklammerten Zahlen ))eruhen jedoch nur auf Analogieschlssen. Z T II III IV X VI VII ^t"''" ration 2 iVO,48 /f 0,87 AI 1,33 Si 1,24 /'/;1,17 A" 1,0H t7 |11 2 5 Cu 1,76 Zn 1,38 Ga\,\'d Gcl.O'^) As\,m Sc 0,9(5 - 0,64 3 8 Ag 1,32 Cd 1,08 In 0,93 /0,91 5/^0.84 7i- 0,77 Jd 0,62 4 13 Au ],48 Bg 1,09 Tl 0,91 / 0,88 '0.75 5 4 Fe 1,95 Co 2.12 A7 2,22 2 7 jRu 1,75 Iikl\T6 Fdlfi?, 3 12 Os 1.87 // i,87 Ft 1,79 4 I Gene- II III IV V VI VII ,. ration 3 a0,29 C 0,52 5c [1] T/ [1,21 F 1,83 6> 2,27 J/ 2,39 2 6 EbQ^ib Sr 0,42 V [0,68] Zr 0,69 NiiM Mc?l,i3 3 9 Cs 0,21 a 0,41 Z 0,67 Ce 0,75 JVd Fr [1,2] 4 14 r/;0,79 Ur\;h% 5 Aus dieser Zusammenstellung ergiebt sich folgendes: 1) Der auf jede Stufe entfallende Durchschnittswerth der molecularen Verdichtung in jeder Stammreihe nimmt von der zweiten Generation zur dritten, ausser bei den zwei ersten Gliedern der zweiten Generation Natrium und Magnesium ab, und von der dritten zur vierten, sowie von der vierten zur fnften Generation nur da nicht ab, sondern sogar etwas zu, wo eines der sieben dichtesten Elemente Quecksilber (starr), Wolfram, Uran, Gold, Platin, Iridium, Osmium den Schluss bildet. Die mittlere Stufenverdichtuug erreicht sonst bei den Endgliedern ihr Minimum. Zwischen diesem und dem anfnglichen Maximum nimmt dieselbe ausnahmslos ab von den weniger dichten Elementen nach den dichteren hin, whrend die Anzahl der durchlaufenen Verdichtungsstufen innerhalb jeder Sfammreihe in gleicher Weise zuninmit. Die Anomalie im Stamm IV ist wahrscheinlich durch unzureichende Dichte-Bestinnnungen entstanden. Reinstes Zirkon wird wohl ein 1)> 4,15 (Troost) liaben, da Zirkonerde (Zi-O.,) 4,9 bis 5,85 hat. Cer wird mit 6,73 wahrsclieinlich um etwa 0,1 zu hoch angenommen (Whler hatte 5,5 ge- funden, aber Ceroxyd hat 6,00) und die Dichte des Thors, welche Chydenius zu 7,657 bis 7,795, Nilson zu 11,1 i. M. bestinnnte, wird schwerlich 10,3 bersteigen. Des letzteren Material war mit Eisen und Thorerdc ( Th. Oo) vermengt. 2) Die vierzehn horizontalen Reihen der Isotopen Elemente zeigen folgendes Verhalten bezglich der Aende- Nr. 1. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. rung der Diclitc bei zuuehmendem Atomgewicht A von I bis VII: In der ersten Stufe nimmt 1), also L> : Z, mit steigendem .1 bis zu IV (Klilenstoit) zu, dann ab. Je- doch fehlt es an Bestimmungen der Dichte des reinen Berylls, Bors, Btickstoft's, .SauerstotVs und Fluors im starren Zustande, so dass dieses Verhalten noch zweifel- haft ist, daher die erste Stufe in der Tabelle fehlt. In der zweiten Stufe nimmt D mit steigendem A bis zu III (Aluminium) zu, dann ab, in der dritten durchweg zu, in der fnften durchweg ab, in der sechsten zu, in der achten durchgehends ab, in der neunten zu, in der zehnten wahr- scheinlich ab, in der elften zu, in der dreizehnten ab, in der vierzehnten zu, ausserdem in der vierten zu, in der siebenten und zwlften ab. Das Atomvolum. Wenn die Atomgewichte und die specifischen Ge- wichte der starreu Elemente bereinstimmend fr jede Stanniireihe eine absolut zunehmende Verdichtung an- zeigen, so folgt daraus nicht, dass auch das aus beiden zusammen erlialtene Maass fr die Kanmerfllung, der Quotient A : D oder das Atomvolum, ebenfalls durchweg vom ltesten Element jeder Reihe bis zum jngsten hinab eine Zunahme der Verdichtung anzeigen muss. Denn das spe- cifische Gewicht wchst nicht proportional dem Atom- gewicht, und es leuchtet ein, dass wenn n und in posi- tive ganze Zahlen bedeuten (A -f- n) : {!) + in) sowohl = A: I>, als auch grosser oder kleiner als A : D sein kann, je nacli der Grsse des n und in. In der That ist fr Silber und Gold das Atomvolum fast gleich (10,2) trotz der sehr grossen Unterschiede der Atomgewichte (89,3) und der spccitischen Gewichte (8,8), und das Atomvolum des Wolframs (9,8) ist sogar kleiner, als das des Molj'b- dns (11,1). Aber solche Flle bilden nur eine geringe Minderheit. Im Ganzen ist, soweit Bestimmungen vor- liegen, eine Zunahme des Atomvolums in den meisten Stammlinien deutlich zu erkennen, bei wenigen Elementen- Paarcn Constanz und bei sehr wenigen eine geringe Ab- nahme vorhanden. Indessen die Kenntniss des Grades der von Generation zu Generation zunehmenden Verdich- tung wird erst erhalten, wenn man das Atomvolum jedes Elementes durch seine Stufenzahl dividirt. Dann erhlt man durchweg, in vollkommener Uebereinstimmung mit den bisherigen Ergebnissen, fr alle durchlaufenen Stufen Durchschnittswertlic, welche von der zweiten Generation zur dritten, von dieser zur vierten und von der vierten zur fnften ausnahmslos abnehmen, wie die folgende Ta- belle zeigt. Die Zaiilen sind die Quotienten aus der Stufenzahl in das Atomvolum, also A : D Z, die einge- klammerten beruhen jedoch nur auf Aimlogieschlssen und erwarten noch die exiicrimentelle Besttigung. Z 1 II 111 IV V VI VII ^f}^' ratioii 2 Na 11,8 Mg i;,9 AI 5,1 Si 5,6 Fh 6,0 .9 7,5 Cl [9] 2 5 Cu 1,4 Zn 1,!) Ga '2,3 Ge 2,(5 As 2,8 Se 3,:; Br 5,0 3 8 Ag 1,3 Cd 1,6 In 1,11 Sil 2,0 Sb 2,2 Te 2,6 Id 3,2 4 13 All 0,8 Hg 1,1 Tl ],3 Fb 1,4 Bi 1,6 5 4 Fe 1,8 Co 1,7 Ni 1,6 2 7 Ru 1,2 Rh 1,-i Fd 1,:. 3 12 Os 0,7 Ir 0,7 Ft 0,8 4 3 Ka 14,;i Ca 8,6 Sc\Af)\ 7}' [4.3] l'a 3,1 Cr 2.6 7)/// 2,5 2 6 Rb ii,.5 Sr 5,7 Y (3,6| Zr 3,(i Nb 2,4 Mo 1,8 3 ! Cs 7,8 Ba 4,0 La 2,t Cc 2,3 Nd Pr\\A] 4 14 Th \,h U (1,9 5 Man erkennt deutlich in smmtlichen Stannnreihen von der Stufe "2 zu 5, von 5 zu 8, von 8 zu 13, sowie von 3 zu 6, von 6 zu 9, von 9 zu 14 und von 4 zu 7, sowie von 7 zu 12 eine Abnahme des Durchschnittwerthes fr das auf jede Stufe entfallende Atomvolum. Nur von der ersten Generation zur zweiten ist wenigstens fr die beiden ersten Elemente mit dem nchst dem Wasserstoff kleinsten Atom- gewicht, Lithium und Beryllium, keine solche Abnahme vorhanden. Die Elemente der ersten Generation sind berhaupt auch in chemischer Hinsicht anders ge- artet, als ihre Abkmmlinge. Jedenfalls aber zeigt die Gesammtheit aller brigen Zahlen fr das durch die Stufenzahl getheilte Atomvolum, dass fr jede einzelne vStufe die Verdichtung nach diesem Maasse gemessen in jeder Generation von der zweiten ab um so gr.sser wird, je grsser die Anzahl der durchlaufenen Stufen ist, in(icm mit wachsender Stufenzahl Z, zunehmendem Atomgewicht A und zunehmendem specifischem Gewicht D durchgehends A : D Z in jeder Stammlinie abnimmt. Hierdurch erhalten die bis hierher dargelegten That- sachen eine nicht unwesentliche Ergnzung. Eine nhere Betrachtung der Tabelle mit Rcksieht auf das Verhalten der Isotopen Elemente zeigt, dass die Zu- und Abnahmen des Atomvolums in den horizontalen Reihen sich umgekehrt wie die Zu- und Abnahme des specifischen Gewichtes verhalten (s. o.). Man findet das Atomvolum isotoper Elemente mit aufsteigendem Atom- gewicht von I bis VII in der ersten Generation zuerst ab-, dann wahrscheinlich zunehmend (vStufe 1), in der zweiten Generation el)enfalls zuerst ab-, dann zunehmend (Stufe 2), hierauf abnehmend (Stufe 3 und 4), in der dritten Generation zuerst zunehmend (Stufe 5), dann ab- nehmend (Stufe 6), zuletzt wieder zunehmend (Stufe 7), in der vierten Generation zuerst zunehmend (Stufe 8), dann abnehmend (Stufe 9), hierauf wahrscheinlich zunehmend (Stufe 10), sodann abnehmend (Stufe 11), zuletzt wieder zunehmend (Stute 12), in der fnften Generation zuerst zunehmend (Stufe 13), dann abnehmend (Stufe 14). Das periodische Gesetz" von Lothar Meyer erweist sich als ein Ausdruck fr diese Eigenschaft des Stammbaums der Elemente. Aus dem vollkommenen Gegensatz des Zu- und Ab- nehmens des x\tomvolums und der Zu- und Abnahme des specifischen Gewichts isotoper nach aufsteigendem Atom- gewicht geordneter Elemente folgt, dass bei der Entstehung der Elemente durch zunehmende Verdichtung die mole- culare Raumerfllung, das Zusanmienrckcn der Molekle, innerhalb weiter Grenzen unabhngig von der Atom- verdichtung ist. Whrend bei den Isotopen Elementen von I nach VII das Atomgewicht zunimmt, nimmt die Dichtigkeit das Volumgewicht tlieils ab, theils zu, und zwar gesetzmssig in der fnften, achten, dreizehnten Stufe ab, somit in den rechten Schenkeln der Diagramme VI. Bd. 1891 (S. 524), dagegen zu in der dritten, sechsten, neunten, vierzehnten Stufe, bei den Elementen der linken Schenkel der sieben Stmme. Das Verhalten der Isotopen Elemente zeigt also nicht allein deutlich, dass die Dichte unabiingig vom Atomge- wicht, innerhall) gewisser Grenzen, ist, sondern lehrt auch einen zweiten Unterschied der Reihen links von denen rechts kennen. Der erste bezieht sieh allein auf die Unter- schiede der Atomgewichte*) (S. 525), dieser zweite auf die specifischen Gewichte. Das Atomvolum, als der Quotient aus beiden, ist dadurch mitbestimmt. (Fortsetzung folgt.) Zur KocirscLeii Tubercnlojse-Tlierapie. Es ist ber ein Jahr her, dass R. Koch seine weitere Mit- theilung ber ein Heilmittel gegen Tubcrculose" mit fol- genden Worten einleitete: In einem Vortrage, welchen ich vor einigen Monaten auf dem internationalen medi" cinischen Congresse hielt, habe ich ein Mittel erwhnt) *) Veral. zu Voi-sti'hi.iiclc'iii ili^ii Aufsatz des Ilni. ^''-rfassors ii] Bd. VI. No. 52. Ked. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 1. welches im Stande ist, Versuehstiiiere unempfindlich gegen Inipfimi;- nt Tuberkelbacillen zu machen und bei schon erkrankten Thieren den tuberculsen Proccss zum Still- sland zu bringen." Koch hat sagt die Berliner Kli- nische Wochenschrift, der wir auch das Folgende ent- nehmen uns bis zum heutigen Tage die Versuche, auf welche sich diese Angabe grndete, nicht niitgethcilt, und wenn trotzdem die Aerzte aller Orten die Wirkungen des Tuberculins mit Beharrlichkeit nach allen Eichtungen untersucht haben, ist dies, wie scliou oft gesagt, lediglich sowohl dem ausserordentlichen Zutrauen zu danken, welches sich die frheren Arbeiten Koch s erworben hatten, als dem umstnde, dass die rztliche Welt der festen Ueber- zeugung war, dazu durch eine experimentell zweifellos sicher gestellte Grundlage l)erechtigt und gegenber den Misserfolgen, Avelche das ber ein Jabr durchgefhrte Masscuexpcriment am Menschen immer klarer zu Tage treten Hess, gedeckt zu sein. Es ist bisher in der wissen- schaftlichen Welt nicht blich gewesen, Angaben von so ausserordentlicher Tragweite ohne Belag zu lassen und wenn sie zunchst, wie man sagt, auf Treu und Glauben angenonmien wurden, so war man doch der Meinung, dass der gefeierte Entdecker des Tuberculin ber eine in jeder Beziehung beweiskrftige und zu Versuchen am Menschen berechtigende und auffordernde Summe von Thiererfahrungen verfuge. Der Passus in der oben an- gezogenen Mittheilung, dass sich der Menscli in einem sehr wichtigen Punkte (d. h. in der Hhe der wirksamen Dosis) dem Mittel gegenber anders verhlt, als das gewhnlich benutzte Versuchsthier, das Meer- schweinchen," scheint darauf hinzuweisen, dass Koch sich seiner Zeit wesentlich dieser Thiere zu seinen Ver- suchen bedient hat. Um so merkwrdiger und befremd- licher ist eine Mittheilung, welche Stabsarzt Prof. Pfuhl in einem krzlich ausgegebenen Heft der Zeitschrift fr Hygiene und Infectionskrankheiten" unter dem Titel Bei- trag zur Behandlung tuberculser Meerschweinchen mit Tuberculinum Kochii" gemacht hat. Diese Versuche, welche nebenbei bemerkt, erst Mitte April d. J., also ca. G Monate nach Verft'entlichung der obigen iMittheilung Koch's begvmnen und an ca. 55 Thicreu durchgefhrt sind, ergeben zwar eine heilende Wirkung" des Tuber- culins auf Leber und Milz, dagegen eine vollstndige Unwirksamkeit" der Beliandlung auf die tuber- culsen Processe in den Lungen. Whrend die f'ontrolthierc schon zu einer Zeit an schwerer Tulierculose der Milz und Leber starben, wo die Lungen nur noch wenig ergriffen waren, wurden bei dem behandelten Thiere die schweren Strungen von Seiten der Milz und der Leber beseitigt und das Thier so lange erhalten, bis sich die Lungenerscheimuigen zu einer lebensgefhrlichen Hhe entwickelt hatten", heisst es bei Besprechung des einen besonders herausgehobenen Falles. Indessen hat es mit der heilenden" Wirkung des Tuberculins auf Leber und Milz auch seine Ein- schrnkungen, wie aus folgendem Obductionsbericht, auf den sich die obige Angabe bezieht, entnonnnen werden mag. Bei der Obductiou zeigt sich die lmi)fwunde voll- sfndig- vernarbt. In der rechten Leiste eine erbsen- grosse, nur in der Mitte verkste Drse. Milz nur wenig vergrssert, brauuroth; Tuberkelkutchen darin nicht zu erkennen. Leber graul)raunroth, etwas verkleinert, au der Oberflche mit zahlreichen narbenartigen Einziehungen und Furchen versehen. Die interlol)ulren Bindegewebs- zge waren etwas verbreitert. Dagegen fanden sich makroskopisch weder Tulierkelknfchen noch nekrotische Stellen, noch die Zeichen der fettigen Degeneration: wie sie bei den Controllthieren beobachtet wurden. Die Lungen fielen nach der Herausnahme nur wenig zu- sammen. Das rotblichbraune, zum Theil afelekfafische Lungengewebe zeigte sich von zahlreichen blulich weissen Herden durchsetzt, welche hanfkorngross bis kirseiikern- gross waren und hufig ineinander bergingen, jedoch trotz ihrer ungewhnlichen Grsse weder Verksungen noch Erweichungen aufwiesen. Bei der mikroskopischen Untersuchung von Sciuiiften der Leber wurden zwar wenige fettig degenerirtc Zellen, jedoch weder nekrotische Partien noch Tuberkelkutchen aufgefunden: dagegen wurden nach lngerem Suchen in dem jungen Binde- gewebe, das sich zwischen den Leberlppchen an den Pfortaderverzweigungen vorfand, sprlicheTuberkelbacillen beobachtet. Die weisslicben Lungenherde bestanden aus Bindegewebe, das mit Ilundzellen infiltrirt und mit mi- kroskopisch kleinen Tu1)erkelkntchen durchsetzt war." Eine mikroskopische Untersuchung der Milz scheint nicht stattgefunden zu haben. Die Erfahrungen Baumgartens, die bisher als be- sonders ungnstig galten, sind noch bessere, wie die von Pfuhl, denn eins von den Versucbsthiercn Baumgartens ist wenigstens lngere Zeit am Leben geblieben, Pfuhl hat aber kein einziges seiner Versuchsthiere definitiv ge- rettet. Freilich sind drei Thiere, welche am S. Juli, 17. Juli und 14. August in Behandlung genommen und 4 Tage resp. 3 Wochen vorher geimpft worden waren, am 30. Oktober, d. h. nach 10-, 14- und 15-wchentlicher Tuberculinbchandlung noch am Leben, indessen sind andere gleich behandelte Thiere erst nach 12 und 19 Wochen gestorben, und wird die Versuchsreihe aus- drcklich als nicht abgeschlossen angegeben. Aber auch so bleibt von den ursprnglichen Angaben Kochs, dass das Mittel bei schon erkrankten Thieren den tuberculsen Prozess zum Stillstand bringe", wenig brig. Die von Koch s. Z. angegeljcuc Mglichkeit, die Thiere inunun zu machen, wird in einer Anmerkung von Pfhl kurzer Hand mit folgenden Worten abgctban: Eine Immunisirung durch Tuberculin findet nicht statt." Gleiche Ergebnisse, wie das Kohtuberculin, lieferte das an 10 tuberculsen Thieren erprobte gereinigte Tuberculin. Das Resultat dieser Versuche, welche mit verschie- dener Dosirung, also auch mit den von Koch als beson- ders gnstig bezeichneten grossen Dosen angestellt wurden, ist also ein recht entmuthigcndes. Gnzlich zurckge- nommen wird die Innnunisirung durch Tuberculin und fr die .Alglichkcif einer etwaigen Heilung der Lungentuber- culose beim Menschen den Erfahrungen beim Meer- schweinehen gegeniU)er darauf hingewiesen, dass nur beim Menschen die locale Reaction in der nthigen Strke in den Lungen auftritt, um die heilende Wirkung des Tuberculins einzuleiten. Wir wollen dieser Vermuthung nickt entgegentreten, ol)schon sie im Gegensatz zu der gerade aus der Um- gebung Koch's hervorgegangenen Vorschrift steht, die Dosen so gering zu bemessen, dass jede sichtliche Reaction ausbleibt." Jedenfalls sind die Resultate des Thicrver- suchs derartige, dass die bisherigen Angaben ber die durch Tuberculin gi'beilten Flle vonLungcntuberculose mit aller Vorsicht aufzunehmen sind und dem Verdacht Raum geben, dass sie, wie wir dies auch schon frher ausge- sprochen haben, eher trotz als durch Tuberculin erfolgten. Wenn Koch diese so ungnstigen Ergebnisse aus seinem Institut und durch einen seiner Hilfsarbeiter jetzt verffentlichen lsst, so wird leider der Schein erweckt, dass er nicht in der Lage ist, ihnen bessere Resultate aus frherer Zeit, seien sie an Meerschweinchen, Kaninchen, Hunden, Aften oder sonst welchem Gethier gewonnen ber die Wirkung beim Menschen besitzen wir ja Ma- terial genug entgegen zu setzen, was er sonst, durch sein eigenstes Interesse gezwungen, doch zweifellos gethau Nr. 1. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. htte. Denn es lsst sieh nicht anders sagen, dass die Pf'uhl'sche Mittlicihmg- auf 17 kleinen Seiten der \>ra,k- tischen Verwerthung des Tubcrculins gegen Lungentuber- culose mit iaivonischer Krze den Boden entziclit. A\'iirde irgend ein Arzt auf die jetzt erschienene und 6 Mdiiatc nach der ersten Mittlicihmg Koch's angefangene Arbeit hin es wagen, Tuberculininjectionen beim Jlenschen zu machen? Wrde die Verkndigung des neuen Heilmittels" diesen Sturm der Begeisterung her\'orgcrufcn haben? Wrde sich jemals die Massenwanderung, die Hedschra, wie sie damals genannt wurde, von Kranken und Aerzten nach Berlin ereignet, wrde sich der Kampf um das Heilmittel" coflte qu'il coute vollzogen haben? Wrden soviel traurige Erfahrungen zu beklagen sein? Zur Lebensgescliiclite des Kletterflsclies. Wie leicht allgemein verbreitete, in die Ijckanntesten allgemein- verstndlichen Bcher bergegangene und daher in der Laien- und wissenschaftlichen Welt als sicher augenonnnene Erzldungen ber Lebensljezieiuuigen der Thiere und Pflanzen doch auf missverstandenen Thatsaehen oder un- genauen Beobachtungen beruhen knnen, dafr liefert einen neuen Beweis eiue Berichtigung, die Carl Semper der Lebensgeschichte des Kletterfisches Anabas scandens angedeihen lsst (Einige Bemerkungen ber die Lal)yrinth- fische. Arb. d. zool.-zoot. Inst, in Wrzburg. 10. B. 1. Tl. Wiesbaden. 1891. S. 15.) Von diesem Fisch wird be- hauptet, er ersteige Palmbume, um dort Palmwein zu trinken, und mache zu diesem Behufe gesellschaftlich Wanderungen ber Land. Nun liefert in seiner Heimath allein die Kokospalme Wein, diese aber besitzt einen Itis 40 Fuss liohen glatten Stamm, dessen Erkletterung fr uusern Fisch kaum angenommen werden kann. Die erste Schilderung dieser Baumbesteigung gab Lieut. Daldorfl' am 6. Jan. 1 795 vor der Londoner Linnean Society. Er hatte den Kletterfisch zu Tranquebar beobachtet. Doch spricht er ausdrcklich von den Rindenspalteu der er- kletterten Palme, sodass es hchst wahrscheinlich Bo- rassus flabcllifdrmis ist, an der er Anabas beob- achtet hat. Es kommt hinzu, dass der Stamm dieser am Meeresufer hufigen Palme lange Zeit kurz bleibt, und dass zwischen dem Stamm und dem Blattschcidenresten Hhlungen entstehen, die leicht das Regenwasser zurck- halten, sodass sich Tmpel l)ilden, in denen sich Schnecken, Wrmer, Krabben und Amiihibicn ansiedeln. Offenbar locken diese Thiere den Kletterfisch als Beutethierc au. Auch ist es ihm bei seiner geringen Grsse von etwa (j Zoll leicht, sich in diesen Zwergseen aufzuhalten. Das Klettern findet nach Daldorfl' derart statt, dass der Fisch sich mit den abgespreizten Kiemendeckeln fort- schiebt und mit den Stacheln der Afterflosse aufsttzt. Hiermit wrde die Abbildung in Brehms Thierleben, in der die Brustflossen als Gehwerkzeuge erscheinen, nicht .stimmen. Auch scheint Semper ein truppweises Wandern, wie es die gleiche Abbildung zeigt, unglaubwrdig und jedenfalls noch erst durch ]5eobachtung erhrtet werden zu mssen. Semj)er selbst hat ihn auf Reisfeldern oft gefischt oder ausgegraben, nie aber wandernd gefunden. Vielleicht gehren diese Wanderungen ebenso wie die des Aales auf Erbsenfeldcrn zu dcn^Fabcln. Weiter soll es sein Labyrinthorgan sein, das ihm den Aufenthalt in der Luft ermglicht. Nun haben sch(ni Semper selbst und Francis Day frher festgestellt, dass sich kein Wasser in diesem Organe befindet. Neuerdings konnte auch Semper in dem Labyrinthorgan des Macropodus etwa 0,1 ccm Luft nachweisen. Offenbar ist dieses Organ ein Luftbehltniss fr die Zeit der Noth, eine Lunge, die aus einem Tlieil der Kiemcnhhle durch Functionswcehsel entstanden ist. Die Luft wird nicht aus dem Blut aus- geschieden, sondern die Macropodcn schnappen die dem Wasser bergelagerte Luft, lassen einen Theil zwar oft wieder austreten, l)ringen aber einen andern oflenbar in das Labyrinthorgan. Wenigstens scheinen sie die gefres- sene Luft nicht wie z. B. iler Schlannnpeitzker in den j\Iagen und den Darm zu befrdern. Oftmals tauciicn die Fische nach dem Luftschnappen unter, ohne ber- liau])t Ijuftblascn zu entleeren. Zogratt', der behauptet hatte, das Labyrinthorgan enthielte khle Luft, konnte keine Verbindung zwischen Mund und Labyrinthlihle auffinden. Dieselbe besteht jedoch zweifellos. Dass das in Frage stehende Organ wirklich diesen Zweck erfllt, geht aus dem Umstand hervor, dass die Macropodcn in schlechtem Wasser aushalten knnen, sowie daraus, dass sie ja aucli nie aufs Land gehen, fr sie also ein Wasser- behltniss keinen Werth haben knnte. Matzdorff. Die Hunde der Fidschi-Inseln. Im Globus 1891 No. 21 p. ool findet sich ein Aufsatz betitelt: ,.Einige Bemerkungen ber die Fidschi-Inseln", in welchem mit- getheilt wird, das Hunde auf den Fidschi-Inseln nicht fortkommen. Nicht etwa, weil das Klima ihnen nicht zusagt, sondern wegen einer eigenen Art von Parasiten. Eine Art Eingeweidewrmer dringt nach dem Herzen vor und vermehrt sich dort so stark, dass schliesslicli das Herz wie mit einem Pelz umgeben ist. Dann stirljf der Hund, und alljhrlich mssen zum Erstze neue aus Australien eingefhrt werden. J. lieber die Wassernnss (Traia uatans L.) Da dem iMrkischen Provinzial- Museum mehrfach (lie Nach- richt zugegangen, dass die Wassernnss im Wernsdorfcr See, nahe Sclunckwitz, anscheinend der einzigen Fund- stelle bei Berlin, in Folge des Spree-Oder-fvanals aus- gerottet sei, versuchte ich am 26. Juli 1891 die merk- wrdige, u. A. wohl auch durch das Wuchern der Wasserpest (Elodea canadensis) im Rckgange befindliche Pflanze aufzusuchen. Der Kanal ist in der Weise ([uer durch den See gelegt, dass die Wasserfahrstrasse zwischen zwei Dmmen verluft. Der grssere nrdliche Theil des Sees, welcher schon immer im Versumpfen begriffen war, ist dadurch noch stiller geworden und berhaupt nur noch durch einen berbrckten Durchlas fr den Kahn zugnglich. Die Wassernnss kommt nur im nrdlichen See vor, ich vermochte aber nach den Fundstellen zu Fuss wegen des gefhrlichen Moorstrandes nicht vor- zudringen. Auf meine Bitte gingen die Herren E. Schenk, H. Maurer und H. Busse am 11. Oktober 1891, fr die Zwecke des Mrkischen Museums, in einem von einem Fischerknaben liegleiteten Nachen auf die Suche und waren so glcklich die Pflanze zu finden. Sonderbarer Weise soll dieselbe in diesem Jahre wegen der anhaltenden Klte nicht fructificirt haben. Wenigstens sind keine Frchte gefunden. Noch vor dreissig Jahren war die Pflanze im Mggelsee, namentlich in der Kleinen jMggel bei Rahnsdorf vorhanden. Jetzt ist sie im Mggelsee fast gnzlich verschwunden. Im Te gier See, wo Willdenow die Wassernnss noch kannte, ist sie seit Menschengedenken, nach Dr. Carl Bolle-Scharfen- berg, dem besten Kenner der Gegend, nicht mehr be- kannt. Im Mggelsee soll sie nach der Meinung lterer Anwohner durch die erwhnte fremde Wucherpflanze vcr- niclitet sein , im Wernsdorfcr See droht ihr ein gleiches Schicksal. Es drfte daher nicht ganz berflssig sein, auf das gesammte Vorkommen der Trapa noch einmal hingewiesen zu haben. Ernst Friedel. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 1. Zur Erforsclmiis' des Inlandeises beal).sieliti,i;t die Gesellschaft fr Erdkunde zu Berlin im nchsten Jahre eine Expedition aus/Aunisten , die wlirend eines Jahres in Grnland eingehenden Studien obliegen wird. Herr Dr. E. V. Dryg'alski, der diese Expedition leiten soll, ist von einer diesjhrigen erfolgreichen Vorexpedition jngst glcklich zurckgekehrt und hat der Ges. f Erdk. in einem Vortrage ber seine Reise vorlufigen cricht er- stattet. (Verhandl. d. Ges. f. Erdk. zu Berlin Bd. VIII No. 8). Es galt, das Polarproblem bei den Bewegungsver- hltnissen des Inlandeises an dem Punkte anzufassen, an dem es die wichtigsten Resultate verspricht. Wir mssen jetzt annehmen, dass zur Eiszeit von Skandi- navien aus die Eurojtischen Laude bis zum Nordrande der deutschen Mittelgebirge und Karjjathcn unter einer Inlandeisdecke verborgen gewesen sind, und dass ebenso ber Nordamerika bis zur Breite von Baltimore herab eine Eisdecke gelegen hat. Wir mssen ferner annehmen, dass mit dem von Norden her vorrckenden Inlandeise jene Blcke trausportirt wurden , die als Findlinge auf unsern Feldern liegen, und wir wissen, dass der sog. Ge- scbiebelehm aus dem Verwitterungsschutt der Gebirge gebildet ist, den die Eismassen bei ihrem Vorrcken unter sich herschoben. Aber wir sind nicht im Stande, uns ein klares Bild von dem Vorrcken des Inlandeises selbst, uns eine befriedigende Vorstellung von den dabei voll- zogenen Bewegungen des Eises zu machen. Die Alpen- gletscher sind winzig, sie gehen in engen Thlern bergab und haben ein jeder in seiner Firnnnilde ein eigenes Sammelgebiet. Sie stehen also unter \'erhltnissen, die mit denen des vorrekenilen Inlandeises gar nicht un- mittelbar verglichen werden knnen. Uns bleibt nur ein Mittel, in das Verstndniss der vielen Probleme der Eis- zeit einzudringen : das Studium der Eisbedeckung Grn- lands, dieser Eismassen, welche eine Flche von 30 000 Quadratmeilcn berlagern. Denn diese Eismassen sind ein getreues Abbild der einst allerdings so vielmal ge- waltigeren Eismasseu der Vorzeit, als deren letzten Rest wir sie auffassen mssen. Sie erhalten sich unter den heutigen Verhltnissen an ihrer Stelle, sie drften sich aber kaum unter ihnen hier gebildet haben. In der That liegen denn auch ber diese Eismasse und ber die Gletscher, welche sich von ihr aus ins Meer erstrecken, Beobachtungen vor, die weit ber das Maass dessen hin- ausweisen, was an Alpengletschern beobachtet wird. Es sind Geschwindigkeiten fr die Glctscherbewegung bis zu 30 m den Tag angegeben, und die periodischen Oscil- lationen sollen sich ber ganz bedeutende Flclienrunie erstrecken. Das wissenschaftliche Studium der Eismassen Gnin- lands und ihrer Bewegungseigentlindichkeiten fordert, dass an Ort und Stelle nach drei Richtungen hin sorg- same systematische Beobachtungen ausgefhrt werden: 1) ber das Inlandeis selbst, 2) ber die gewaltigen mit dem Inlandeise unmittelbar zusammenhngenden Gletscher, und zum Vergleich damit 3) ber die localen Gletscher, die keine Beziehung zur Eisdecke Grnlands haben. Der Umanakfjord war von dem dnischen Forscher Rink als besonders gnstig fr solche Beobachtungen empfohlen worden. Hier suchte daher Herr von Drygalski einen geeigneten Ort ausfindig zu machen, an dem er bei seiner Ilauptexpedition im nchsten Jahr eine Beobachtungs- station anlegen knnte. Er hat ihn in dem Nunatak ge- funden, welcher in dem Hintergrund des Karajakfjordes sich als ein grsserer Felseuriegel zwischen den grossen und kleinen Karajakgletscher einschiebt. Von ihm aus sind sowohl die Gletscher, als auch das Inlandeis selber gut zugnglich; und, was den Punkt zu einem lngeren Studium besonders geeignet macht, der grosse Karajak- gletscher steht in einem bei andern Gletschern des In- landeises nicht beobachteten unmittelbaren Zusammenhang mit diesem; das ruhige Eis des Inlandeises und das be- wegte des Gletschers sind durch ganz allmhliche Ueber- gnge mit einander verbunden. Von den Ergebnissen, die Herr von Drygalski bei seinem diesjhrigen, nur sechs Wochen umfassenden Auf- enthalt gewonnen hat, kann hier nur einiges kurz erwhnt werden. Bei dem Besuch des Jacobshavner Gletschers drngte sich die Vermutung auf, dass die Angabe ber die hohen Betrge der Oseillationen des Gletscherrandes (mehr als eine deutsche Meile im Laufe der Jahre) auf die grssere oder geringere Behinderung zurckzufhren seien, die sich dem Abfluss der Eismassen vom Rande des Gletschers entgegenstellt. Whrend die einzelnen Theile des Gletscherrandes im Sommer an bestimmten Stellen des Fjordes kalben und nun als Eisberge fortschwimmen, staut sich das Gletschereis zur Winterzeit in dem ge- frorenen Fjord. Die Stopfung dauert so lange an, bis der Druck der nachschiebenden Eismassen im Frhjahr einen gewissen Betrag bersteigt. Dann erfolgt Ent- leerung unter einem Ausbruch von Eismasseu, der sieh in seiner Gewalt nur mit den grssten vulkanischen Aus- brchen vergleichen lsst. Aber immer ist der Gletscher- rand scharf von dem Packeis des Fjordes geschieden. Er steht im Si)tsommer 2 km hinter der Lage im Frh- jahr zurck; aber eine wesentliche Aenderung seiner Lage ist seit 1879 nicht zu verzeichnen. Bezglich der Frage, ob das Gletschereis sich in den Fjorden auf dem Boden bewegt, (Steenstrup), oder ob es (Auffassung \'on Rink, Heiland und Hammer) in den mit- telsten Theilen im Wasser schwebt, durch die Consistenz der Masse im Wasser niedergedrckt, bis der Auftrieb schliesslich diese Consistenz berwindet und nun den Eis- berg ber das Niveau des Gletschers hebt, hinsichtlich dieses Punktes entscheiden die Beobachtungen des Herrn V. Drygalski fr die erste Annahme. Er hat keinen Eis- berg gesehen, der hher gewesen wre, als der Gletscher, von dem er stannnte. Er sah im besonderen Falle am Itiodliarsukgletscher einen grsseren, nach allen Seiten breit fuudirten Eisberg vor dem Gletscherrande von glei- cher Hhe mit diesem, und mit dem Gletscher verbunden, auch mit einer Bewegungsgeschwindigkeit ('von 11 m in der Stunde), die fr einen Zusannnenhang mit dem Glet- scher sprach. Aber diese Verl)indung war zu locker, als dass sie den Eisberg htte im Wasser niederhalten kn- nen, wenn dieser nicht eben zu schwer gewesen wre, um zu scliwinnnen. Das Kalben des Gletschers tritt so- mit nach Herrn v. Drygalski dann ein, wenn die sich in den Fjord vorschiebende Masse den Boden verliert, d. h. sobald der Auftrieb des Wassers grsser wird, als die Schwere der Eismasse, gegen die er wirkt. Dieser Mo- ment muss mit der Breite des Gletscherrandes, mit der Hhe der Gletschcrspitzen, dem Verlauf der sie begren- zenden Spalten, wie auch mit der Tiefe des Fjordes variieren. Die Grenzlinie zwischen Gletscher und Wasser kann also sehr unregelmssig gebuchtet sein. Auf dem Plateau zwischen den Fjorden Semilik und Sermitdlet wurde der Rand des Inlandeises erreicht. Alles deutete hier auf eine Gleichgewichtslage von bereits langer Dauer; nichts wies auf Schwankungen des Eis- randes hin. Daljei aber machte die Lage des Eisrandes selbst durchaus den Eindruck des rein Zuflligen. Der Charakter der Hochebene mit ihren gerundeten Felsen, mit ihren Seebecken und mit ihren Blockanhufungen setzt sich bis unmittelbar an das Inlandeis fort. Der Eisrnd schneidet hier durch einen Hhenzug, dort durch ein Seebecken durch. Eine orographisehe Grenze lsst sich Nr. 1. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. nirgciuls erkennen; klimatisch ist die Grenze nur durch das Vorbandensein des Eises selbst geworden. So niuss ihre Lage wohl in dem Eise selbst und in seinen Be- wegungsverbltnissen gegeben sein. Vielleicht dass ge- naueres Studium einen Zusammenhang mit den grossen Gletschern ergiebt, welche die Massen aus dem Inlandeis abfiUiren. Vorlufige Messungen ber die Schnelligkeit der Gletscherbewegung gaben beim Itiodliarsukgletscher, der mit dem Inlandeis zusammenhngt, in der That einen Betrag von 10 11 m an der Seite, von 16 m in der Slitte des Gletschers. Thalaufwrts war die Geschwin- digkeit geringer; 3 km vom Rande entfernt wurden nur noch 4 m beobachtet. Die Bewegung war schnell genug, um innerhalb einer Stunde im Fernrohr gesehen werden zu knnen, trotzdem die beobachteten Eisspitzen 2 km entfernt waren. Das Gesammtbild des Gletschers unter- lag einer fortwhrenden Aenderung: eine wirre Verschie- bung der einzelnen Theile gegeneinander; ein stetiges Vorrcken des Ganzen. Auf dem vom Eise frei gewordenen Lande, das in der Eundung der Felsen, in den Sehrannnen, in den vom Schutt ausgerumten, wie Schsseln im festen Fels er- scheinenden Seebecken, und in den gerundeten Blcken berall die Spuren der Eisbedeckung zeigt, ist die Ver- witterung dasjenige Agens, welches die Oberflche am eingreifendsten weiter gestaltet. Sie ist sehr intensiv; die Strahlungsintensitt der Sommersonue hat eine wich- tige Funktion dabei; schalige Absonderung der verwit- ternden Felsen wurde mehrfach beobachtet. Die Erosions- arbeit des fliessenden Wassers ist dem gegenber fast gleich Null zu setzen. Erosionsrinnen sind kaum zu sehen. Die Beekenform herrscht vor. Zwischen den einzelnen Becken nimmt das Wasser seinen Lauf unter und zwischen den angehuften Blcken. Dem Auge ist er oft nur durch die schwarze Farbe der berlagernden Blcke bezeichnet. Von diesen Blcken wird nndieh durch das Wasser die geringe Verwitterungskrume fortgesplt, auf der zu den Seiten eine Moos- und Grasvegetation sieh ausbilden kann; daher das Bild wie von schwarzen Flssen in grnen Flchen. Von den Bewohnern Grnlands giebt Herr v. Drygalski ein anziehendes und in mehr als einer Beziehung interes- santes Bild. Ans der Royal Society. In der Sitzung der Royal Society zu London, am 17. December 1891, verlas der Prsident einen Brief Professor De war 's, der ihm bei Beginn der Sitzung zugegangen war, und in dem Herr Dewar mittheilte, dass er am gleichen Tage flssigen Sauerstotf zum Sieden gebracht (in Luft, also bei 181" C.) und zwar zwischen den Polen eines Elektro- magneten. Der Sauerstoff befand sich dabei in einer Schale von Steinsalz. Zu seinem Erstaunen bemerkte Prof. Dewar, dass, sobald wie der Magnet erregt wurde, der Sauerstoff sich pltzlich und vllig an die Pole heranzog und dort bis zur beendeten Verdampfung blieb. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Der dnisclie Botaniker Prof. E. Wiiriii ius-Kf'penliagen unternimmt zur Zeit oiue wissenschaftliche Heise zur Erforschuuff fler Fhira von West-Indien und Venezuela. Die Universitt Leipzig kommt denjenigen Frauen, welche hier in Deutschland akademische Bildung erwcriien wollen, einen Schritt entgegen. Zur Zeit drfen dort einige 20 Studentinnen, meistens Auslnderinnen, den Vorlesungen beiwohnen. Sic zahlen indessen kein Honorar und mussten in jedem Einzelfall eine be- .sondore Erhuibuiss zum Hren bei dem betretl'euden Professor einholen. .Solange sie in dieser Weise nur unentgeltlich Collogia liren iHirfen, zilhlen sie selbstverstndlich nicht als akademische Brgerinnen. In Knigsberg starb der Dermatologe Prof. Dr. med. Paul Michelson, im Alter von nur 45 Jahren. Neben den Haut- krankheiten vertrat er als Docent noch das Gebiet der Hais- und Nasenleiden; und er war gerade dabei, in Gemeinschaft mit dem Breslauer Chirurgen Mikulicz einen Atlas der Krankheiten der Mund- und Nasenhhle herauszugeben. In Seebpur, Prsidentschaft Calcutta, starb im Alter von 47 Jahren Herr S. J. Downing, Director des dortigen staatliehen Civil Engineer College. Der Verstorbene war in Fachkreisen als Praktiker und Theoretiker gleich hoch geschtzt. Im indischen Dienste befand er sich seit 1859, nachdem er seine mathem.atische und technische Ausbildung in der Heimath, namentlich in Dublin, Triuity College, erworben hatte. L i 1 1 e r a t u r. Prof. Dr. Ludwig Btlchner, Das goldene Zeitalter oder Das Leben vor der Geschichte. 2. Auflage. Allgemeimr Verein fr Deutsche Littrratur. Berlin 18!)1. Preis 6 Mark. Nicht das Zeitalter des Ui'-Menschen ist als das goldene zu bezeichnen, sondern dasjenige, welchem wir zustreben ; denn die Lebensart des Urmenschen ist derartig, dass sie nur derjenige zurckwnschen kann, dem die Kenntniss derselben fehlt. Diese Anfnge des menschlichen Lebens und das Leben vor der Ge- schichte" schildert nun Bchner in seiner gewohnten fliessenden Weise in grossen Zgen: zunchst die Steinzeit, dann die Kupfer-, die Bronze- und endlich die Eisenzeit, die in der Gegenwart ihre volle Blthe erreicht hat. Der Anhang schildert als das Metall der Zukunft das Aluminium; ob diese prophetische Aussage ge- rechtfertigt ist, drfte di.'^cutirbar sein. H. J. Kolbe, Einfhrung in die Kenntniss der Insecten. Lief. 2 6. Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung. Berlin 1889 91. Preis der Lieferung 1 Mark. Aus der Feder des Herrn Prof. Dr. F. Brauer findet sich die 1. Lief, dieses Werkes in der N. W." Bd. IV. p. 133 besprochen. Die hohen Erwartungen, welche diese 1. Lief, spannte, sind bis jetzt ganz erfllt worden: wir sehen von Lieferung zu Lieferung ein gediegenes Handbuch der allgemeinen Insektenkunde entstehen, fr welches ab rder bescheidene Titel ,,Einfhrung"(nicht passt. Aus der Disposition auf dem Deckel der 1. Lief, im Vergleich mit dem bisher Erschienenen, geht hervor, dass das Werk zu einem Abschluss noch weit mehr als das Doppelte der bisher erschienenen Lieferungen gebrauchen wird, dass also die ursprngliche Kech- nung, nach welcher das Werk nur 67 Lieferungen umfassen sollte, sehr fehlgegritt'en hat. So weit Referent gehrt hat, hat sich aber keiner der zahlreichen Abonnenten des schnen Werkes bisher ber diese Thatsache boschwert, und wir meinen, mit vollem Recht; im Gegentheil sind uns nur freudige Aeusscrungen darber zu C)hren gekommen, dass das Kolbe'sche Werk ein mglichst umfangreiches Handbuch zu werden verspricht, da ein solches in der That ein wahres Bedrfniss ist. Das Werk wird bedeutenden Nutzen stiften, besonders aber dann, wenn es zum Schluss wie brigens als fast selbstverstndlich zu erwarten ein ausfhr- liches, gewissenhaftes Register bringt: dem wichtigsten, unent- behrlichen Schlssel eines Handbuchs. Die vorliegenden 6 Lief, enthalten nicht weniger als 221 Holzschnitte, die in einfacher und klarer Ausfhrung treft'lich ausgewhlt sind. Dass sich Verf. nur an die sicheren Resultate hlt und Hypothesen mglichst vermeidet, wird derjenige Naturforseher be- sonders zu schtzen wissen, der gelegentlieh einer sachlichen Orientirung aus dem Gebiete der Entomologie bedarf, wie das z. B. dem Botaniker, der sich mit Pflanzenpathologie besch,ftigt, nthig werden kann. Dr. Otto Zacharias. Die niedere Thierwelt unserer Binnenseen. Mit 8 Aliliildungen. (Sammlung gemeinverst. wiss. Vortr. von Virchow u. ^Vattenbach.) Verlagsanstalt u. Druckerei A.-ti. (vorm. J. F. Richter.) Hamburg 1889. In dem Heftchen bespricht Verfasser sein Thema in der mg- lichsten Krze in der folgenden Disposition. Nach einer kurzen Einleitung folgen: I.Ufer-Region, 2. Pelagische Region, 3. Tiefen- Region, 4. Die Verbreitung der niederen Thiere des Sgswassers. Verf. zieht in Betracht die kleinen Krebsthiere (Entomostraca). Wrmer, Schnecken, Muscheln, Armpolypen, Moosthiere und Protozoen sowie Wassorinsecten. Wo Zacharias die Botanik berhrt, wird er zuweilen wie wir schon frher einmal erwhnen mussten unzuverlssig, so behauptet er p. b , wo er von der blichen Ufer-Vegetation spricht: Weiter drausson ist der Boden vieler unserer Seen mit Arndeuchtergewchsen oder mit den schnittlauchhnliclien Bscheln des Kar))fenfarns (Isoetes lacustris) bedeckt" , whrend doch Isoetes lac. keineswegs ein Charaktergewchs unserer Seen ist, sondern im Gegentheil als selten vorkommend bezeichnet werden kann. 10 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 1. Franz Schleichert, Anleitung zu botanischen Beobachtungen und pflanzenphysiologischen Experimenten. Ein Hilfsbuch fr deu Lelirei- beim botanisrhoii Sclnihuiterriclit. Mit .52 Text- abbildungen. Verlag von Hermann Beyer & Shne. Langen- salza 1891. Preis 2 Mark. Die Aufgabe, welche sich Verf. .stellt ,.den mit den Grund- zgen der allgemeinen Botanik vertrauten Lehrern, insbesondere den au Mittelschulen, Seminarien und Ackerbauschulen sowie auch an Volkschulen thtigen, eine Anleitung zur Anstellung bo- tanischer Beobachtungen und jjflanzeuphysiologischer Experimente, die sich im Unterricht verwerthen lassen, zu gewhren und die- selben zum weiteren Selbststudium anzuregen" hat Verfasser mit grossem Geschick erledigt. Alle Beobachtungen und Experi- mente, die in dem 152 Seiten umfassenden Octav-Buche angefhrt werden, hat S. selbst angestellt, um ein genaues Urtheil lier die Brauchbarkeit der vorgeschlagenen Methoden zu gewinnen und berall hat er besonderes Gewicht darauf gelegt, den fr die Untersuclumg erforderlichen Apparaten eine mglichst einfache Form zu geben. Das Buch kann auch dem Studenten von grossem Nutzen sein, wie berhaupt jeder, der sich etwas eingehender mit den Lebenserscheinungen der Pflanzenwelt zu beschftigen wnscht, in ihm einen gewissenhaften, guten Fhrer findet. liudw. David und Charles Scolik, Die Photographie mit Brom- silbergelatiue und die l'iaxis di'r Mnnirntphot der 14. Auflage werden je nach Erscheinen zum Preise von 7 Mark 60 Pf. statt sonst 10 Mark geliefert. Inhalt: Prof. Dr. Hugo Werner: Ein Beitrag zur Geschichte des europischen Hausrindes. (Mit Abbild.) Prof. Dr. W. Frey er: Da genetische System der Elemente. Zur Koch'schen Tuborculose-Therapie. Zur Lebeusgeschichte des Kletterfisches. Die Hunde der Fidschi-Inseln. Uelier ilie Wassernuss i.Trapa natans L.) Zur Erforschung des Inlandeises. Aus der Roval Society. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Litteratur: Prof. Dr. Ludwig Bc hner. Das goldene Zeitalter oder das Leben vor der Geschichte. H. .1. Koll)e: Einfhrung in die Kenntniss der Insecten. Dr. U t to Za c ha rias : Die niedere Thierwelt unserer Binnenseen. Franz S chlei'chert : Anleitung zu botanischen Beobachtungen und pflanzenphysiologischen Experimenten. Ludw. David und Charles Scolik: Die Photographie mit Brom.silbergehitine. Verhandlungen der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte. Neunzehnter .lahresbericdit des Westflischen Provinzial-Vereins fr Wissenschaft und Kunst fr 1891. Zeitschrift der Gesellschaft fr Erdkunde zu Berlin. Berichte der Deutschen botanischen Gesellschaft. Briefkasten. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Henry Potonie, Berlin N.4., luvalidenatr. 40/41, fr den Inseratentheil: Hugo Bernstein in Berlin. Verlag: Ford. Dmmlors Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12. Druck: G Bernstein, Berlin SW. 12 Nr. 1. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. IHolz'sche und selbsterregende Influenzmaschinen I constniirt von J. R. Voss. I MetaBI-Spiral-Hygrometer (bereits 15 000 Stiiek geliefert) ciiipfielilt als Spezialitt Meclianikor. -T. PJ. VoiSs. Mechaniker. BERLIN NO., Pallisaden-Strasse 20. 7 goldene und silberne Medaillen. Geschiil'tsgrnduni? 1874. Lanolin- Vorziiglic Vorziiglic VorzUglic 3u bctien i Toilette-Cream -LaUOlill th 3Mr Pflege ber ^aul. ' h 8"t SKeinfjiiltima uub SetetfunB tmiittet fdiiit- ' (teilen mit ISuiibeii. h 811C erfcaltmia einer o"teii fiaut, BefoitbcrS bei 1 ten meiften tpotbeteii mit nni)lnu(j. !lKcid)I)rtlttrtCfii i'nflcr iirtturI)iftoi'ifd)cr (<5ci*ilr, Berlin SW. Grossbeerenstrasse 35, eni|)lehlen unter s jhriger .schriftlicher Garantie gegen Einsendung des liilrages oder Nachnahme: (ioldene Herren- Ihren zu ii'n. l.io, 20(j und 3uo M., Silberne ('>lin'.ijja^'a^*jjjjj^.i'.*j.*t^jj^ Geolog-isehes u. mineralogisches Comtor Alexander 8tner 40 Rue des Mathurins in Paris. Lieferant des franzsischen Staates u. aller fremden Staaten. Herr Alexander Stuer beehrt sich mitzutheilen, dass er alle geolo- gischen und mineralogischen Sammlungen kauft. Er mchte sicli ausser- dem mit Geologen in Beziehung setzen, welche ihm liefern knnen: Devon der Eile!, Tertir aus dem Mainzer Perm von Gera, Becken u. s. w. u. s. w. Corallien von Nattheim. berhaupt Local Suiten Lias aus Wrtemberg. und deutsche Mineralien. Wegen der Bedin.n-nngen bitte zu sLdu-i'ibeii an Alexander Stuer 40 Rue dos Matliurins in Paris. I ^.i.i'jJ.jj'jj.i.t.tj.j^j'.jjj^.i.ljjjaj.ijjjj.ijjjjjjj.ijj.t.t.i.ujjjj.ijjjJjj.i.ijJJ.t.ta.^.'JJ.'.'.tJJJJ.' Hempel's Klassiker -Ausgaben. 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I I n Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 1. In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12 erscheinen: Mitteilungen d.-r Vereinigung von Freuudeu der Astrouoniie und tosmisclieu Physik, Eedigirt von Prof. Dr. W. Foerster zu Berlin. Jhrlich 1012 Hefte gi-. 8. Preis pro Jalirgansj 6 M. Man abonnirt bei allen Buohliandhmg'en nml Pnstanstalten. Die Mitglieder der genannten Vereinigung erhalten obige Mit- teilungen gratis. Beitrittserklrungen sind an den Schriftfhrer der Vereinigung, Herrn Dr. P. Schwahii, Berlin SYf,, (irossbecrenstr. 6S zu richten. In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12 ; S ersehieii vnr Kurzem: ; I Koifitisclie Strliii auf ier Erlh idi 1 und das i Gesetz der Analogie im Weltgebude. j : : ! Von : : L. Graf von Pfeil. ; : : Vierte, mit den neuesten Entdeckungen verstrkte und um- ; gearbeitete Auflage. : : 3Iil sechs Karten. 323 Seiten. Frs 7 Marl;. : Gesucht ein anti((uari?idies Exemplar von Hooker's Species fillcum (5 Bnde). l>r. 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Fracht- 1 geschft, Eiseuoabnbetriebs- und '} Bahnpolizei-lieglement, Post- und 1 Telegraphenweseu, Brgschaft. Ur- ;, heberrecht u.Markenschutz.Wechsel- j und Konkursrecht, Besitz-, Eigeu- ;i thumsrecht, Pfand-, Hypotheken-, Grundschuldrecht, Berggesetz, Erb- recht, Testamente, Verfahren in Civilprozessen . LStempel, Vertrge, Wecaselstempel , Erbschaftssteuer, Gerichtskosten-Gesetz etc. etc. Fill|li|ll|ll|ll|!;illll!|ii|l|||i|lil!llllll|ll|ll|i[|[||ll|l|||||!l||||H|iJJ'|l^ 9e@lee9##90l Auflagre 36 000! ^^m berliner j;^^S| 9 anparttiifcfi Scihing, > (2 25lflf tflndj) cinfdiHefiuc!) ii,rer (audj ^Sontags) 8 ruti-ellrtctt: Allq.Ztg.f. Landwirth- scliaft u. Gartenbau. Deutsch. Hausfreund, iUii6tv.Zei!s(;brittv.l6iuck- seiten, wchentlich. Mode und Handarbeit, Sseitlg mit monatliLh chniltmuster ; 3. Humoristisches Echo, wrheutllrii. 4. Verloosungs- Blatt, zehntgig. vierzeliniagig. Die Hausfrau, u tgii;. Produkten- u. Waaren- Markt-Bericht, w8c: emi s. Deutsch. Rechtsspiegel Keichsgericht.s - Eulsrheiil ; nach Bedarf. foftcn bei jebcr Hollaullalt pro Quartal nur 5 ptarh. (^nelle, auffjrlidie unbunttarteiifdiepolitift^e Scticterftattunfl; feine politische ^Beoonnunbung ber efer. SBiebergabe intercifirenber Ucinungiiuficiuniien ber $artei= blter aller illiclitungen. Slujhrliifie ipavlomenl = i8c richte. Srefflid)e militrifche Slufia^e. Sntereffante SofaC, ljcatcr= unb Seritlit = 9!ocSr testen. ein = cljenbfte 5!oc6ri|i(n ^utorce. 3ln!ciocit fmi voxx. fidjever JOirkuna! 35cr gn^alt ber ..cvtinc*- llettcfleit tndjridjtcit" ifl frei on j^riDoUtten irgenb roelcljer jlrt. gn jebcr gebilbcten Acimilie finben fic baljer fithcr frcunbiidie aiufntilime. naF" Siir Sn'nilicn = Sinjciucit, Xtcuftt'otcii. rstciiidie, "WohmitiijS! Jtu;ciflci> uuti hulidic Slitiioitccii, ^lc !uc 4'cMitiuiiie eines <>nu5l)4ill5 bctrtff'^ii, Witb bic Sllioiiiicmciits Cuittuiiii fr Sns inufcnbc iDuattal I>. 0. 3j). oU in :3<mu;isial-L*b<-Tk-lu('i. E E 2. rerinehrte Ausgabe. Mit einer E E Kartenskizze von Deutsch- Afrika. E : .") Mark, geb. giiiii;;nl>e {jestattet. Das genetische System der Elemente. \'oii ProtoBsor Dr. W. Frey er. - -. ^ (PoTtsC+jrung.y Die .spccifische Wrme. Da die .specifisciic Wrme eines Metali.s, wie Regnaiilt nacliwies, beim Dicliterwcrdeii desseibeu, z. B. diircli Hmmern oder beim AbiUiliien, aimimmt, im Allgemeinen berliaupt bei scbweren Elementen s'ei'i"&e'' ^i's bei leichten ist, so Hess sich nach dem Vorig'cn erwarten, dass im genetischen System die spccifische Wrme C von der ersten Generation zur zweiten, von dieser zur dritten, von der dritten zur vierten und von der vierten zur fnften regelmssig abnehmen werde. Diese Erwartung wird durch die Thatsachen, soweit Bestimmungen vorliegen, ohne Ausnahme besttigt. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass zwischen den ^-Wertllen genetisch zusammenhngender und isotojier Elemente einfache numerische Beziehungen, wie bei den Atomgewichten, besteben. Beispielswei.se sind die Unter- schiede A[j Au Cd Hg 8n Tl Sn Pb Sb Bi Aber die geringe zuverlssigen 0,024 0,023 0,02.3 0,023 0,018 Fe Co Xi Rh Eh Pd 0,048 0,048 0,047 Anzahl der bis jetzt vorliegenden und die Unkcnntniss der Bestimmungen (irundbcdiiigung der allgemeingltigen Vergleichbarkeit der t-Werthe gestatten noch nicht nach dieser Richtung feste Regeln aufzustellen. Dagegen hat sich ein neues sehr einfaches Gesetz kundgegeben, als ich die Frage aufwarf, ob die Abnahme der specifischen Wrme C in jeder Stammreilie mit der Verdichtung gleichen Schritt hlt oder schneller oder langsamer als diese vor sich geht. Da die Stufenzabl Z fr jedes Element angiebt, wieviel Verdichtuugsstufen es durchlaufen hat, ehe es bestehen bleil)cii konnte, so ist klar, dass im Falle ''' genau proportional der zu- nehmenden Verdichtung abnimmt, das Product ^ '-Z inner- halb jeder Stammreihe constant sein muss. Dasselbe wird hingegen zunehmen mssen, wenn die Verdichtung schneller wchst, als C abnimmt und abnehmen, wenn die Verdichtung langsamer zunimmt, als ('sich von Generation zu Generation vermindert. Meine mit Zugrumlclegung der zuverlssigsten Zahlen erhaltenen Zusammenstellungen ergeben nun das wichtige Resultat, dass, mit Ausnahme der ersten Elemente in I und II, nmlich des Lithium, Natrium und Kalium, sowie des Calcium und Jlagncsium, alle bis jetzt untersuchten Ele- mente, wenn man ihre specitische Wrme mit ihrer Stufen- zahl multiplicirt, innerhalb sehr enger Grenzen unterhalb und oberhalb U,4 liegende Producte liefern. Nichtsdesto- weniger kann dieses Product C-Z nicht fr irgend eine Stammreihe als constant angesehen werden, so sehr es sich auch der Constauz nh.ert, weil innerhalb mehrerer Reihen die ersten Glieder und die letzten der beiden letzten Gene- rationen kleinere Zahlen aufweisen, als die ihnen benach- barten. Diese Untersuchung ist jedoch noch nicht abge- schlossen, weil eben noch nicht ermittelt ist, welche von den mit der Temperatur steigenden f'-Werthen der Elemente im starren Zustande miteinander verglichen werden drfen. Die Zahlen (J.Z stelle ich hier zusammen; die in Klammern eingeschlossenen beruhen jedoch nur auf Jicchnuug und Analogieschlssen, alle anderen auf be- kannten experimentellen Daten. 12 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 2. Z I II III IV VI VII q: - 0,44 l\ [^m] O [0,36] Fl 0.38 Fh 0,:iG S 0,3S As 0.44 .SV' 0,40 i 0,:!S Se 0,40 7;- 0,41 Fr Ni 0.36 C/ [0,30] 0,38 - 0,42 0,407^ 0,43 [0,4] 0.42 OS 1 9 F,/ 0,41 Ft 0,39 4 .') 4 2 3 4 2 ,1 4 5 4 die die An- \Li 0.94 - 0.41 .^ 0,3'JC 2 Na 0,.^SyI/?-(),'l9 ^/ 0.40 .") Cn 0,47 Z;/ 0.46 6'ff 0,40 Ge ?,Ag 0,46 6(/ 0,41 //; 0,4.") / l^Au 0.42 j^i' (1,42 r/ 0,43 /Y^ 10 (0,4] G(/[0,4] 77; [0,4] 4 Fe 0,43 C(? 0.42 7 7?// 0,42 J^// 0,41 12 Os 0.37 //- 0,38 3 Ka 0,.50 Crt 0,48 Sc [0,39] 7}' 0,37 F<7[0,3G] Cr 0,36 tJ/ 0,36 6 El) [0,4] - [0,4] y [0,4 1 Zr 0,40 7V7> [0,4] Mo 0.4 9Cf [0,4] Art: [0,4] Za 0,40 Gr 0,10 .W [0,4] /> [0,4] 14 77i 0,39 U 0,39 1 1 Dp [0,4] ]7;[0,42] 7;z[0,38J //- 0.37 Pas Produet der specifischen Wrme in die Verdiclitungsstufe angebende Zahl Z ist demnacli fr Meln-zahl der Elemente sehr nahe = 0,4. Hei den fangsgliedern der beiden ersten Stmme finden sieh je- doch gro.sse Abweichungen. Diese erscheinen iudess durch- aus regelmssig, wenn man von dem Ausdruck 0,4 : Z als einem Centralwerth fr jede der vierzehn Stufen aus- geht und fr die sieben Isotopen Elemente jeder Stufe die Hlfte des Abstandes von der folgenden und vcn'her- gehenden hinzuninunt. Dann zeigt sich, dass diese rein durch Rechnung ermittelten Grenzen fr die C'-Werthc smmtlieh durch die beobachteten C'-Werthe, soweit ber- haupt Bestimmungen vorliegen, besttigt werden, falls man die Temperaturen nicht allzu eng begrenzt und falls bei einigen wenigen Elementen die ohnehin nicht sichere dritte Decimale um einige Einheiten oder eine Einheit zu gross fr die betreffende Versuchstemperatur gefunden oder durch unzulssiges Berechnen eines arithmetischen Mittels aus weit auseinanderliegenden Werthen zu gross angenommen wurde. Durcli neuere Bestimmungen , be- sonders von Violle und Naceari, ist fr einige Elemente bereits bewiesen, dass die bisher geltenden Mittelwerthe etwas zu hoch waren. Thatschlich giebt es Temperatur- intervalle, fr welche das beobachtete C in die hier be- rechneten Grenzen fllt. Grpn/.eii fr z 0,4 : Z (lii.^ spec. AVrinc l)ereolinet Spec. Wrme beobachtet 1 0,4 (1) bis 0,3 Li, Be, Bo. C 2 0,2 0,3 0,167 Na. Mg, AI, Si, Ph. S 3 0,1333 0,167 0,1167 Ka, Ca, Ti, Cr, Mn 4 0,1 0,1167 - 0,09 Fe, Co, m 5 0,08 0,09 0,0733 CH,Zn.Ga,Ge,As,Se,r () 0,066G 0,0733 - 0,0619 Z>\ Mo 7 0,00714 0,0619 - 0.0536 Rh, Eh, Pd 8 0,05 0,0536 - 0,0472 A(/.Cd,In,Sn,Sh,Te,Jil 9 0,04444 0,0472 - 0,042 La, Ce 10 0,04 0,042 - 0,0382 11 0,03636 0,0382 - 0,0348 Wo 12 0,03333 0,0348 - 0,032 Os, Ir, Pt 13 0,03077 0,032 - 0,0296 Au, Hq, TI, Ph, Bi 14 0,02857 0,0296 - 0,0276 'Th, U Qi f centraler niax. min. btute C-Werth fr jede Stufe In Erwgung, dass die Grenzwerthe nur durch Hal- birung der Stufendifterenzen aus 0,4 : /, berhaupt also fr alle Elemente aus der einen Zahl 0,4 rein arithmetisch ermittelt sind, erseheint die Uehereinstimmung von Rech- nung und Beobachtung hchst bcachtenswerth. In dieser Hinsicht knnte nur das Osmium eine Aus- nahme bilden , dessen .specifische Wrme Regnault bei 97,490 bis 98,08" zu 0,0310 und 0,0308 und 0,0301, im IMittel zu 0,03063 fand, whrend sie 0,0322 bis 0,0329 betragen mtt,sste. Ueber die Reinheit des ihm von Fremy gelieferten Osmium ist Nheres nicht angegeben. Es nur von der Substanz, sie sei eine schwammige gewesen (Poggen- heisst Masse von leichtem Zusammenhalt" dorfts Annalen Bd. 98, S. 402. 1856). Da fr alle anderen Elemente (' nicht allein von Generation zu Generation, sondern auch von Stufe zu Stufe abnimmt, ist es wahrscheinlich, dass eine neue Be- stimmung mit ganz reinem metallischem (smium diese unerhebliche Ausnahme beseitigen wird. Bei hherer Temperatur hat Osmium (12. Stufe) zweifellos eine merk- lich grssere specilische Wrme als starres Queeksillier (13. Stufe), soviel lsst sich auf (irund der Bestimmungen der specifischen Wrme des Iridium und Platin von Violle schon jetzt behaupten. Kupfer hat 0,092 bei 0", Zink 0,()VI07 (Naceari) statt 0,o90. Die wenigen sonstigen sehr unerheblichen Grenzberschreitungen fallen ohne Zweifel bei niederer Temperatur fort {A;/, Cd, In. Tl). Jedenfalls ist die specifische Wrn)e eines starren Elementes um so kleiner, je mehr Verdichtungsstufen es hinter sieh hat, je grsser also seine Stufenzahl ist. Ferner ist gewiss, dass die specifische Wrme der iso- toi)en Elemente von der ersten Stufe ab ausnahmslos die ganze Reihe der Elemente hindurch bis zur vierzehnten Stufe von Stufe zu Stufe in der angegebenen Weise abnimmt. Denn von fnfzig untersuchten Elementen fallen dreiundvierzig in die von der Verdichtungstheorie verlangten Grenzen und sieben berschreiten dieselben nur um 0,0(_)1 bis hchstens 0,003. Die Atomwrme. Die specifische Wrme setzt sich bekanntlich aus dreierlei Wrmemengen zusammen: ai derjenigen, welche in ussere Arbeit verwandelt wird, b) der in innere Arbeit umgesetzten, c) der die Tein])eraturerhhung bewirkenden, weiche Wrme bleibt. Nun kann zwar unter gewhn- liehen Verhltnissen der sehr kleine Antheil a gegen b und c vernachlssigt, b aber nicht etwa c proportional angenommen werden. Es fehlt noch an Mitteln die drei Grssen a, b, c zu bestimmen: dass aber der Antheil b nur vom molecularen Zustande abhngt und unabhngig vom Atomgewicht abnimmt, ist wahrseheinlieh. Denn ich habe gefunden, dass, soweit die Versuchsdaten reichen, die Atomwrme in jeder einzelnen Stanunreiiic von der ersten Generation bis zur letzten zunimmt, die beiden Anfangsgliedcr Lithium und Natrium ausgenommen. Es fr die Atomwrme A-C folgende Tabelle: ergiebt sich II III IV V VI VII O l 1 2 3 4 .5 2 3 4 9 1 Li 6,58 B( :-..69 Bo 4.30 C .i,2S N [5,4(;] O \r,,7] Fl 2 Na 6,78 Mir .r.^os AI 5,47 Sl 5.37 Fh 5,58 5 5,77 Cl [6,38] bCii C.MZh i^OGa ',,b2Ge ^.hl As b.H) Se 6,01 7>V 6,71 8^?- 6,15 Crf 6,15/ 6.37 A 6,47 5^ 6,05 7t' 6.28/--/ 6.85 13^ 6,39 /^j- 6.41 71 6,74 77' 6,.52 i?/ 6,G4 4 Fe 6,05 Co 6,09 Ni 6,19 7 Fu (MO Fh 6,10 Fd 6,29 12 Os 6,15 /;- 6,23 Ft 6,33 3 Art- 6,21 Ca 6,41 Sc [5,7] 7/ 5,90 Va [6.2] Cr G,2(\ Aiii 6.51 6 Fl> 1 6,-J ] Sr 16.42] 1 ' [5.9] Zr 6.00 A7; [6,3] Mo 6,33 3 9Q [6,3] ^rtr[6,44] Z(? 6,22 66' 6,31 iW Fr [G.h] 4 14 7 6,51 U 6,71 5 10 Sm GJ Tb Er [6,6] 4 UDp 17' [6,6] 7a [6,4] //;' 6,44 4 Die eingeklannnerten Zahlen beruhen auf berechneten C-Werthen und sind nur provisorisch angenommen. Die grosse Schwierigkeit aus den nach verschiedenen Methoden von verschiedenen Beobachtern an ungleichem Material und bei ungleichen Temperaturen erhaltenen Werthc fr (' die wahrscheinlichsten auszuwhlen, ge- stattet auch nicht , die Gesammtheit der anderen fr die wahrscheinlichsten zu erklren. Osmium (s. o])en) ist zu 0,0322, Rhodium zu 0,0592 statt 0,0580 und Molyb- dn zu 0,0659 statt 0,072 angenommen, weil das von Nr. NaturwissenscliaftlicLe Wocbensclirift. 13 Rift-nault untersuchte Rliddiuni niclit rein (wahrscheinlich irdiiinilialtig') war und deshalb einen zu kleinen Werth lieferte und das von ihm untersuelite ]\h)lyl)d;ui aus- drcklich als gekohlt" bezeichnet wird, demnach ein zu grosses C lieferte. Dulong- und Petit hatten fr Molybdn ijOG.il gefunden, welche Zahl hier in Ermangelung neuerer Bcstinnnungen beibehalten wurde. Auch Wolfram, fr elches Kegnault zuerst 0,03636 dann 0,o:-!342 bei 12 und 98" fand, ist unsicher mit 0,03') angenommen. Jedoch geht aus der obigen Zusammeustelluug mit grosser Wahrscheinlichkeit hervor, besonders mit Rcksicht auf die Genauigkeit weitaus der meisten hierbei in Be- tracht konunendeu Atomgewichtsbestimmungen, dass inner- halb jeder Stamnn-eihe die Atomwrme A-C vom ltesten Element zum jngsten hin regelmssig zunimmt;*) also muss die Abnahme des C in denselben Reihen auf die erleichterte Arbeit beim Lockern des Verbandes der Molekle unabhngig von der Zunahme des Atomgewichts bezogen worden. (Fortsetzung; folgt.) Ein Beitrag zur Geschichte des europischen Hausrindes. Von Prof. Dr. Hugo Werner. (Fortsetzung). Vom Ur abstammende Hausrinder werden sowohl fr- her, wie auch noch jetzt in Nord-Afrika gelebt haben, zumal Thomas*) nachgewiesen hat, dass fossile Reste des Ur (Bos primigenius J5oj.) in der That in Algier vor- kommen. Auch Eitzinger**) spricht sich hnlich aus, indem er sagt: Das altgyptische Rind oder jene berhmte, bei den alten Acgypteru geheiligt gewesene Rasse, welche diesem Volke" seineu "als Gottheit verehrten Apis und Mnevis lieferte, deren ersterer in Memphis, letzterer in Heliopolis seinen Teinpel hatte, und ebenso die heilige Kuh der Jlomemphiten, scheint sowohl nach den bild- lichen Uarstellungen, die wir von demselben besitzen, als auch nach den einbalsamirten Kpfen, die sich in den Mumiengrhern erhalten haben, eine Blendlingsrasse gewesen zu sein, welche auf der Vermischung irgend einer Rasse des Thallaud-Rindcs (zu diesem reclmct Eitzinger hauptschlich die Rassen des Kurzkopfrindes) mit dem thiopischen Buckelochsen l)eruhte. Eine dem altgyptischen Rinde hnliche Rasse wird selbst heut- zutage noch in der Berberei und namentlich in Algier gezogen." Die Abbildungen im gyptischen Museum zu Berlin zeigen roth und weiss oder schwarz und weiss gefleckte Rinder, welche unverkennbar den Tyi)us des Kurzkopf- rinde tragen, und gleiches ist bei zwei Schdeln rts unter gnstigeren Verhltnissen der Zucht, Ernhrung u. s. w. zu einer Grsse gelangt, welche niclit mehr erheblich hinter der des Grossstirnrindes zurck- bleibt und Ktinieyer hebt hervor, dass alle diese grossen Schlge gleichzeitig in ihrem Sehdelbau dem grossstirnigeii Fleckvieh um vieles hnlicher gewor- den sind. Ausser den oben angefhrten Einilsscn drften thcil- weise gewiss auch durch Kreuzung*) mit dem r- Gross- stirn- und Kurzkopf-Rind Formenverndcrnngen hervor- gerufen worden sein. Die Langstirnrinder der Torf- und Moorgegenden erlagen mit Ausnahme der Torfkuh der bayerischen Hochebene allmhlich der intensiver werdenden Landwirthschaft oder wurden mit anderen Rindern ge- kreuzt, z. B. mit dem Ur-Rind, wovon noch viele Schdel des Niederungsrindes Zeugniss ablegen, so stimmt nach Greve**) das Oldenburger Rind weder mit dem Langstirn- Rind, noch mit dem Ur-Rind vollstndig lterein, sondern hnelt in einigen Punkten dem ersteren, in anderen dem letzteren. Ferner besitzen wir in der Rasse der Vendec nach Schdelbildung und Krperforni eine Ucbergangs- rassc zwischen Ur- und Langstirnrind. Dagegen haben sich diejenigen Thiere erhalten knnen, welche die Hoch- alpen in Besitz genommen hatten, daher sich ihr Haupt- verbreitungsbezirk in der Ost- und Mittel-Schweiz, in Vorarlberg, im westlichen Tirol und im Algau, sowie in den Ostalpen, namentlich in Steiermark und Krain findet. Es ist dies die heutige Alpenrasse (Bos taurus longifrons alpcstris A. Wagner). Mller fhrt nun in seiner Geschichte des Menschen fort und sagt: In diese Welt-, Cultur- und llaudels- verhltnisse grifif in uns chronologisch unbekannter Zeit eine Bewegung nordischer Stnnnc ein. Ein arischer Zweig war, in der nrdlichen Zone fortwandcrud, in die *) Vergl. Kiilteuesger, D. sterr. Rindviclinissen 1. Bd. Heft 1 S. 129; Heft 2 S. 61: Heft ;;. S. 59; inid IL lid. Heft 1 S. 84. Fernur Werner. D. Kindvieh im Gebiet der Ost.ilnen. Landw. .hdirli. 1890. '*) Verftl. Unter.sueluuigen der in den Kreisgriibern, tieferen l'h'dselii(diten nnd im Moore des Herzogtli. ( lldenbiirg aufgefundenen Kindskuchen ete. Oldenburg 1881. S. Lil nnd o'j. skandinavische Hall)insel*) gelangt, aus der er ber Dne- mark nach Sdwesten in den Continent eiidiracb, gegen das Oentrum l<'rankreichs dringend, zunchst die alte Be- vlkerung durcln'cissend sich dort festsetzte, spter gegen Sden vordringend Si)anien eroberte und, da er dort in der Minderzahl war, mit den Iberern sich vermischte und verschmolz. Es sind dies die Kelten. Ihr Einbruch in Gallien drfte um 1000 v. Chr. anzusetzen sein.'- Vielleicht hat sich mit der Keltenherrscliaft der Typus des Rindes in Frankreich dadurch einigermassen gendert, dass die Kelten mglicherweise ein primigenes Rind mit- l)raehtcn, welches sich mit dem altiberischen kreuzte, wo- durch Rinder von erhhter Nutzungsfhigkeit entstanden, nmlich ein Rind ( Kelten-Rasse), bei dem alle drei Nutzungs- leistungen in einem ziendieli gk'icb hohen Grade vertreten waren, whrend beim iberischen Rinde hauptscldieh die Arbeitsleistung in den Vordergrund trat. Letzteren Ty})us behielt auch das Rind in allen Gebieten, in denen die Kelten mit den Iberern zu Keltiberern verschmolzen. Jetzt findet sich dieses Rind in den Pyrenen, auf der iberi- schen Halbinsel, auf den Inseln des Mittclmecres und in Nord-Afrika. Denmach lassen sich innerhalb der Kurz- koi>fabart zwei Hassengruppen, die des alten iberischen und des keltischen Kindes unterscheiden. Erstere hat sich ihre alte Heimath bewahrt, whrend das letztere mit den Eroberungszgen der Kelten nach dem Osten sich auch ber weite Landstriche verbreitete. Bei diesem Vorstoss der Kelten wurde auch die alte Pfahlbau-Bevlkerung der Alpen und Sd-Deutschlands unterworfen. Das Langstirnrind jener Gebiete ging ent- weder in der Kreuzung mit dem -Keltenvieh zu Grunde oder zog sich in die Hochalpen zurck. Bei dem Vordringen der Kelten aus Gallien nach Osten verlicss der ansehnliche Volksstamm der Bojcr seinen Wohnsitz in der Rheingegend, am unteren Main und Neckar. Die Bojer drangen theils sdlieh der .Vlpen vor und setzten sich ungefhr 400 v. Chr. zwischen dem unteren Po und den A])peninen fest, theils wanderten sie am hercynischen Walde entlang und siedelten sich nicht viel spter in Bhmen, sowie sdlich der mittleren Donau bis zu den Tiroler Bergen an. Auf diesen Wanderungen fhrten sie ein 'rothes Keltenvieh mit sich, das sich heute noch in jenen Landstrichen, vielleicht mit anderem Meli mehr oder weniger durchkreuzt, aber seinen Charakter als Kurzkopfrind treu bewahrend, findet, wie dies der Westerwlder-, Kelheimer-, Vogelsberger-, Voigtlnder-, Egerlnder-, Bhmer- Wald-, Kuhliinder-, Pinzgauer-Schlag u. a. m. beweisen. Die italischen Bojer, welche um 400 v. Chr. die Etrusker und Umbrcr aus ihren Sitzen verdrngten, sclieincn auch dorthin ein rothes Keltenvieh mitgebracht zu haben. Ueber den Viehschlag in Gallia Trans- und Cispa- dana erfahren wir von den rmischen Schrittstellern nur sehr wenig. Nach Cicero (de leg. agr. iJ) ist das gallische Vieh ein ganz tchtiger, grosser, starker, zur Arbeit sehr tauglicher Schlag, mit einziger Ausnahme des ligurischcn, welclier infolge des armen, steilen uml steinigen Bodens klein i)leibt, (Col. Hl. Si und deswegen ^on Varro (11 ) Bettelzeug genannt wird. Da sie aber id)er die Kriicrform oder die Farbe des Haarkleides nichts verlauten lassen, so mssen wir das in jenen Landstrichen heute noch lebende Vieh be- trachten und sehen, dass trotz viclfaclier Kreuzung mit langstirnigem Grauvieli, grossstirnigem Fleck\ieh und *) Dass der tViiliere Wohnsitz ilcr Kelten in Rtcandiiiavii'n liegen soll, ist allcniings unbewiesen nnd unbeweisbar; doeli sidieint mir dies fr die (ieseliiciite des Hausriudes nebeusii(ddieh zu sein. 16 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 2. primiseneni Steppenvich sich dennoch bei den meisten Sclil^cn der Typus des rothen Keltenviehs unverkennbar erhalten hat. Am dentliclistcn zeigi sich der Typus des rothen Keltcnvielis Ober-Italiens noch ausgeprgt in der Kazza ])ieniontese ordinaria und scelta della |)iauura, in Kazza Friulana, di l^vrnia, di Keggio-Emilia. Ferner sind durch Kreuzung mit Schweizer-Fleckvieh Schlge entstanden, welche sich mehr dem Typus des Grossstirnrindes (Bos taurus frontosus) zuneigen, doch unzweifelhaft aus dem Keltenvieh entstanden sind. Es sind dies Kazza d' Aosta, Canavese, di Susa und di Demonte. Die italischen Hojer (Gallier) wurden nach heftigen Knii)fen IUI v. Chr. von den llmern unterworfen. Die bhmischen ojer, von den Germanen (Mar- komannen) gedrngt, zogen um das Jahr 60 v. Chr. nach Noricuni (Steiermark) und von dort nach Ober-Pannonien. Die Bojer zwischen der mittleren Donau und den Alpen wurden von den Sueven bedrngt und machten den Marsch der Helvetier mit. Spter wurden sie durch Csar (58 v. Chr.) zwischen Loire und AUier angesiedelt, wo auch jetzt nocli in den Cevennen ein rotlier Rind- viehschlag mit weissen Abzeichen, der kurzkpfigen Ab- art angehrig, lebt, es ist dies der Schlag von Salers. Aber auch die Wanderung der bhmischen Bojer in das Noricuni hat dort Sjjuren hinterlassen, denn das als Steierische Bergschecken oder Kampeten-Schlag bekannte Einihioh ist rothscheckig und gehrt der kurzkpgen Abart an. (Fortsetzung folgt.) Seltene Schnecken aus den Rlidersdorfer Kalkbergen. (Zur 50. Wiederkehr des Knappschaftsfestes.) Von Ernst Fricdul. Ein licdeutendcr deutscher Conchyliologe*) bemerkt gelegentlich der Entdeckung des iesenfrosches (Rana fortis Boulenger) bei Berlin, dass ja hier Alles zusanmien vorkomme, womit er auf den grossen Artenreichthum der Fauna in der Umgegend der" Reichshauptstadt anspielt. Ich bin in der glcklichen Lage, diesen Waln-spruch durch die Auffindung zweier Schnecken besttigen zu knnen, welche nicht liloss fr die so interessante Fauna des Rdersdorfer Muschelkalkgebirges, sondern fr die Provinz Brandenburg, ja fr einen grossen Theil des nordstlichen Deutschlands neu sind. Dass die Conchylienwelt der Rdersdorfer Kalkberge schon frh die Aufmerksands^eit erregt hat, geht aus einer Stelle bei von der Hagen, Beschreibung der Kalkbrche bey Rdersdorf, Pjcrlin 1785, S. 25 hervor:" In dem grossen Steinl)ruche sind an 40, in dem kleinen aber an "20 Ar- beiter. Man findet daselbst kleine lebendige Schnecken, 1 bis l\o Linie lang, unmittelliar an den Kalksteinen, von welchen auch in dem Freyenwalder Bade einige o Linien lang, doch nur die Schalen davon wahrgenommen werden. Diese Schnecken sind braun: Man kann sie weder zu den Schrauben-Schnecken rechnen, noch fr die eigentlich sogenannten Schnecken halten, weil sie zu jenen nicht spitzig und zu diesen nicht kurz genug sind. Sie sind fast nur wie ein Ey gestaltet, aber etwas schmahl und walzenfrmig, und ihre sehr deutlich unterschiedenen Windungen sind einander fast gleich. Die Oeffnnng der- selben ist rund. In einem Rdersdorfschen Kalksteine soll auch einstmahls eine lel)endige Krte**) gefunden worden sein." Es ist mir kein Zweifel, dass diese Rdersdorfer Schnecke die kleine Moos - Pujjpen- sehnecke, Pupa muscorum Linne, sei, die ich hufig unter feuchten Kalksteinen, uiciit selten mit Hclix *) Dr. Otto Btt.ger in Frankfurt am Main, vergl. Zeitselir. Zoolog. Garten 1885, S. 23G, und Friede! und Bolle: Die Wirbcl- tliicro der Provinz Brandenburg, S. IG. **) Die bekannte, auch von anderen Steinlirehen und Berg- werken erzhlte Fabel. E.s handelt sich um Krten, die durch Zufall in eine Steinritze gerathen sind und sich dort allerdings lange Zeit (ber Jahr und Tag) lebend erhalten knnen. In den Rdersdorfer Kalkliergen kommen an Krten gemein die I'''eld- lirte, Bufo vulgaris Laurenti, seltener, schn graugrn und weisslich die vernderliche Krte, Bufo variabilis Pallas, und als besondere Raritt die Knobl auehsk r te, Pelobatos fuscus Laurenti, vor. (Patula) rotundata Mller*) vergesellschaftet, in den Rdersdorfer Brchen massenhaft gefunden habe. Seit dem Jahre 1887 habe ich bei den von mir im Interesse der naturgeschichtlichen Abtheilung des Mr- kisclu'n Provinzial-Museums nach den Kalkbergen in Ge- sellschaft der Herren Dr. ()tto Reinhardt, Apotheker E. Schenk, Hermann Maurer, meinem Sohn Erwin Fricdel u. A. unternommenen Excin-sionen eine Schnecke in grosser Menge, zunchst beim Aufstieg nach dem Turnplatz und dem Kriegerdenkmal gefunden, bei welcher man beim ersten Blick an Helix candicans Ziegler (obvia Ziegler) denken mchte, die innerhalb des sd- lichsten AVeichbildes von Berlin und in und um Potsdam, sonst aber nirgends in der Provinz Brandenburg vor- konnnt.**) Ich habe seither jene Schnecke noch an vielen anderen Theileu der Rdersdorfer Kalkbergc ge- funden, bis an den Teufels-See, den Krien-See und das Paddeuloch nrdlich heran, dagegen nicht mehr nrdlich der durch Tasdorf nach Frankfurt a. 0. fhrenden alten *) H. rotundata schon von Stein: Die lebenden Schnecken und Muscheln der Umgegend Berlins, Berlin 1850, S. 39, von den Rdersdorfer Kalkbergen erwhnt. H. ro- tundata hat sich oft'enbar aus dem alten Laubwald, der frher einen grossen Theil der Rdersdorfer Kalkberge bedeckte, erhalten und der vernderten Lebensweise angepasst. **) H. candicans war in Berlin sehr hufig auf dem Diluvial- Rcken, welcher zwischen der Bolloalliancestrasse und der Privat- strasse Am Tempelhofer Berg" lag; seitdem dies dem Militrfiskus gehrige Gelnde planirt und mit Husern bebaut ward, ist H. candicans hier ausgerottet, sie findet sich aber in den Brauerei- grundstcken stlich der genannton Strassenzge nach dem ehemaligen Dustern Keller zu, ferner westlich des sdlichsten Zuges der Bellealliancestrasse in Wilhelmshhe und bei Tivoli. Auf den mit Rdersdorfer Kalkblckou ausgestatteten neuen Anlagen des Viktoria-Parks habe ich 1890 und 1891 lebend ausgesetzt ca. 100 Exemplare vom neuen Garten bei Potsdam, ca. 50 E.\em- plare H. ericetorum vom Kalkberg in Lneburg, ca. 50 desgleichen von Kalkberge Rdersdorf und ca. 50 Exemplare von Bulimus radiatus desg-leichen von Kalkberge Rdersdorf. Mit Erfolg habe ich in den sechziger Jahren H. candicans vom Kreuzberg am Rande der Hasenhaide und Rollberge auf dem mit dem Jahn- Denkmal geschmckten fiskalischen Turnplatz angesiedelt. Vergl. hierber meine Berichte in der Zeitschrift Zoologischer Garten, IX 1868, S. 300, Nachrichtsblatt der deutschen Malakozoologischen Gesellschaft, II 1870, S. 79, und III 1871, S. 74. In und bei Potsdam kenne ich H. candicans vom Brauhausberg, von Sanssouci, vom Neuen Palais, vom Marmor-Palais und den gesammten Hhen beim Pfingstberg, Ruinenberg, Mhlenberg, Marienstrasse u. s. f. Im Jahre 1890 habe ich sie bereits jenseits der Stadt im Sacrowor Schlossgarten bemerkt. Nr. 2. Naturwisscnscliaftliclic Wochcnsclirift. 17 Cliaussee. Es niaclit den Kindruek, als wenn das Gentium der Verbreitung- die westlielien Stcinbriiciic, der Weinlierg', der Redenbrucli und die llinterbcrgc seien und als wenn sicli von liier aus das Tliicr jhrlich mehr ausbreitete. Es handelt sich hier um eine viel seltenere, aus der l'ni\inz lirandenburg- bisher dureliaus nicht bekannte Schnecke Ilclix erieetoruni iMiiller. Zwar t'iihrt Stein a. a. <>. S. 38 H. erieetoruni mit den Worten ein: auf dem Teni])lower Berge bei Berlin, wo sie meines Wissens der in cntiuiiologischer Beziehung mehr bekannte Herr Ober- lehrer Kuthe zuerst fand, und auf dem Brauhiuislierge bei Potsdam; an beiden Stellen sehr hiiufig." Allein es ist durch die im 15esitz des Berliner Kgl. Museums betiiid- liehen Steinschen Original-l'.xemiilare und schon durch die malakologischen Altmeister Kossmsslcr und Adolf Schraidt-Ascherslebcn vor Jahrzenten festgestellt worden, dass die beregte Steinschc Schnecke lediglich die vor- erwhnte II. caiidicans sei. Zum Uebcrfluss habe ich die chte Ilclix erieetoruni von Kdcrsdorf durch den be- whrten Herrn G. Schacko unter Beifgung von Exem- plaren, die ich krzlich auf dem Kalkberg zu Lneburg, am Rheinfall bei Schaff hausen, in Colonibey bei Metz, auf den Spiegeischen Bergen bei Ilalbcrstadt, auf dein .Steiger bei Erfurt gesainmelt, anatomisch vergleichen lassen. Herr Schacko besttigt meine Bestininiung der Rdersdorfer Stcke vollkommen und bemerkt, dass die Kiefer von H. erieetoruni S sehr flach gedrckte Quer- iamellen, die von II. candicaus dagegen sehr scharf aus- ge])rgte, wellig gestreifte, nicht breite Lamellen, etwa iO an der Zahl haben. Die Liebespfeile von H. ericetorum sind beide, nach Schacko, von einander verschieden. Der eine ist stark, eine gute Kurve beschreibend, gebogen, fast eben aufliegend. Der andere schwach gebogen, voll- fhrt eine schwache Schraubenlinie. Beide Pfeile sind scharf zugespitzt, mit kaum der Andeutung einer Krnung. Dagegen sind die zwei Pfeile von II. candicaus im Durch- schnitt etwas oval, sie besitzen eine etwas wulstige Kr- nung und sind verhltnissinssig strker gebaut. Die Bnder der Rdersdorfer H. ericetorum sind typisch d. h. krftig und zusammenhngend dunkelbraun ausgeprgt, hingegen die Bnder von H. candicans typischer Form nicht miteins ausgezogen, sondern vielfach unterbrochen, gewissermassen aus Stckchen zusammengesetzt. Viele von den Lneburger und Metzer Exemplaren sowie nach Schacko vom Kratzenberg bei Kassel auf Muschelkalk sind bnderlos. Unter den Exemplaren der II. ericetorum vom Wein- berg bei Alte Grund Rdersdorf findet sieh eins, dessen Windungen auffallend gehoben, fast die Skalaridenform zeigen. Die Lebensweise der Helix ericetorum und can- dicans ist dieselbe, sie bevorzugen als Xerophilen trockene, sonnige, mit kurzem Hasen und einzclucii laiiggestengeltcii Pflanzen bedeckte Halden. Was die geograiihische Vin-breitung anlangt, so ist Helix candicaus mehr eine stliche, Helix ericetorum mehr eine westliche Schnecke, deren Berhrungsgebiet nrdlich in der Provinz Brainlenliiiig liegt. Iiii Sden treticn sie in Vcn-arlberg zusammen. Vereinzelt ist das brigens massenhafte Vorkommen von Helix candicans bei Lebbin auf der Insel Wolliii fa.st gleichzeitig von Dr. Arthur Krause iiml Professor Dr. Nehring beobachtet.*) IT. ericet(U-iini ist ii. A. in der Provinz Schlesien, ferner hei Danzig. im Harz, in Thringen, isolirt auch in .liitlaiid (hier zusanimen mit Cyelostoiiia elegansj gefiniden worden. Viel interessanter ist das von mir und den seiion genannten Herren Schenk und Maurer zuerst am :'>1. August 1S90 beobachtete, dann am '.. August 1H!)1 an dersciben Stelle besttigte \'orkommeii einer weit selteneren Schnecke des stattliehen Bulimus (Bulimiuusj radiatus Dra- jiarnaud (= detritus ^Mller) um deswegen, weil dieser eine mehr sdliche Vorgebirgs-Schnecke ist. Aus Nord- deutschland ist sie berhaupt nicht bekannt, der nchste Fundort bei Berlin scheint Halle a. S. Dit Fundort liegt im nordristliehcn Theil der Brche, nlier mchte ich die Stelle nicht bezeichnen, da die Schnecke, wie ihr Aussterben bei Ascher.sleben**) beweist, leicht aus- rottbar ist und anscheinend in den Rdersdorfer Kalk- bergen bis jetzt nur an einer Stelle, dort allerdings lebend ziemlich hufig auftritt. Was die Herkunft der lieiden fr die Provinz Bran- denburg neuen Sehnecken in den Rdersdorfer Kalkbergen anlangt, so bin ich geneigt, dieselbe auf Rechnung der zahlreichen Anpflanzungen von liunien, Striluchcrn und Reben zu sehreiben, welche der treffliche Leiter der Rders- dorfer Kalkberge Herr Bergrath von der Decken in den letzten 10 .fahren zur Verliesserung und Verschnerung der Brche und ihrer Umgebungen hat ausfuhren lassen. Diese Pflanzen sind zum Theil von weither eingefhrt worden. Nach einer Mittheilung des Herrn Bergratbs von der Decken hat die Bergvcrwaltung seit 1 S80 Pflanzen aus den Baumschulen des Rittergutes Dauban bei Nieder- Oelsa, Regierungsbezirk Liegnitz, desgleichen aus der Baumschule von Schieblcr in Celle, Provinz Hannover, und aus den Baumschulen von Metz & Co. in Steglitz sowie von Siith bei Rixdorf bezogen. Fr Celle wrde Helix ericetorum sjireehen; ob Buliminus radiatus bei Celle vorkommt, ist mir unbekannt. Jedenfalls ist das ])l(itzliche und isolirte Auftreten von zwei der Gegend im weitesten Sinne vllig unbekannten Schnecken in natuigeschieht- licher Hinsiciit eine beacditenswerthe Erscheinung. und denkwrdige Nochmals Homeriaiia-Tliee. Die Bemerkungen ber die angepriesenen Heilwirkungen und die Zusanmien- setzungen dcssellien aus dem bei uns berall gemeinen yogelknterich p. 5U8 Bd. VI der Naturw. Woclienschrift Hessen mich vermuthen, da.ss es sich hierbei um die Wiedereinfhrung eines alten Volksheilmittels handeln drfte und veranlassten mich in einem in meinem Besitze beflndlichen Kruter-Bchlein" aus dem Ende des l.j. Jahrhunderts nach der genannten Pflanze zu suchen. Das Buch betitelt sich Samuelis Mlleri, Philiatri, Vadc- Mecuiii P.otanieum, Oder Beytrgliches Kruter- Bchlein u. s. w." Franckfurth und Leipzig 1G87. Richtig fanden sich denn auch die folgenden Zeilen, die ich der Curio- sitt halber hier wrtlich abdrucken lasse: . Das Kraut ist kalt im 2. (3.) trocken im 3. (2.) Gr. ziehet zusammen, ist ein gut Wund-Kraut, und dienet vor die Bauch-, Mutter- und Blut-Flsse, Durchlirche, Rothe-Ruhr, Brechen, brige Monatzeit, Nasenbluten, Blut- speien, Saamcn-Fluss, viertgige Fieber, (der Satft mit 7. Pfefferkc'irnerii eingenommen:) Euserlich vor die Ent- zndungen, sonderlich der Augen, Geschwulst der Brste, *) Artliiir Kr.auso liat H. ericetovmu in den Rdersdorfer Kalkl)ergen^ 1888 ebenfalls KPfi'mlen. \'erf,'l. Nehrings Notizen ber das Vorkomnu^n von lielix candicans in Misilrov und Um- Kcbung" (N. W.", Bd. V 1890, S.3G7). ])a ich bei Mis^^^. ^ p_ 32 8 9 2 , <^Einfach,praktisch,lithlstarki i\\>\;<^Wenige Lampen-- ' ^- CriisseWirkung .Preis 6M. fe^ Projpecte gr. u fr. A.LEiNER. BERLIN w. F. A. Khler & Noliii. l Jln-enlaTii-iU, Berlin SW. 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VERHANDLUNGEN DER GESELLSCHAFT DEUTSCHER NATUR- FORSCHER UND AERZTE. 64. Versammlung zu Halle. 21. 25. September ISSI. Herausgegeben Im Auftrage des Vorstandes und der Geschftsfhrer von Albert Wangerin und Fedor Kranse. ERSTER THEIL: Die allgemeinen Sitzungen. lex.-S. 1891. Preis 4 Mark. Ferd. Diimmiers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. Ueber die Reize des Spiels von Prof. Dr. M, Lazarus. geh. Preis 3 Ji\ geb. Preis 4 Jt. Zu beliehen durch alle Buchhandlungen. Hempel's Klassiker-Ausgaben. Ausfhrliche Specialverzeichnisse, gratis und frauio. Ferd. Dmmlers VerJaffsbucliliaiKlliins;. Ifilh. i^chlter in Halle a./S. ^Jittturnlicn= unb iJe^rmittcl=.s5nHi)Imig. foiDie fintlic^er Fang- nnd Prparier- VVerkKenge, ftnflfitlicr fiei:-- und Uogetaiigeu, ,?nfc&tciiiiaitc[ii imi[ fforfpfnftcii. fiataloge gratis unb fronfo. Jtj>^**j>j>*j^j>j>*j^* Ferd. DUmnilers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. Reisebriefe aus Mexiko. Von Dr. Eduard Seier. 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Inseratenannahme bei allen Annoncenbureaux, wie bei der Expedition. .4l(irn<-k ist nnr mit voll4tii(lisrei' i^nellenangabe gestattet. Pflanzenphysiologische Beobachtungen. Vuii F. Schlei oll er t.*) I Die organisierten Der Kraftwecbsel beim Quellungsprozess. Wenn ein qiiellnngsfliiger Kriier, z. 15. Samen oder Holz, mit einer Flssigkeit (Wasser) in Berlnning gcriitli, so dringt diese letztere zwiselien die Mieellcn der qiiell- baren Substanz ein (Imbibition) und versetzt dieselbe all- mblicb in den ge(|Uolleiien Zustand pflanzlicben Gebilde nehmen unter Um- stnden bei der Quel- lung .sehr bedeutende Wasscrmengen aui', und es ist z. B. be- kannt, dass quellende Erbsen liauptselilich dureli Imbibition und unter Vermittelung os- motischer Prozesse oft mehr als lO /,, Was- ser absorbieren. An- dere Untersuchungs- objekte vermgen noch grssere Wasser- mengen zu binden. Selbstverstndlich ist, dass quellende Krper eine Volumenzunahme erfahren mssen, deren Grsse man leicht ermitteln kann. Ich brachte z. B. 50 *) Vor kurzem habe ich eine Anleitung zu botanischen Be- obaehtiingen nnd jitlanzonphysiolof^inchen Experirnciiten" (Langen- salza. ISrU) vcrtt'entlicht. Vgl. Bespr. Bd. Vll S. 1(1. Daselbst siml absiehtlieh nur die alh'rwiehtigsten |iHaiizcMpli\silogisehen Experi- mente, die sieh im Sehidiinterrichti^ verwertlieii lassen, aust'iihrlii her beliandelt worden, weshalb ich niieh entsehloss, an ilieser St(dle eine Reihe von Aufstzen zu verft'entlicdien, welehe auf verschiedene in nieinin- Schrift nicht behandidte Gegenstnde der E.xperinien- talphj'siologie der Oewehse nher eingehen. Gramm lufttrockne Samen von Pisum (kleine grne Erbsen) in einen mit 200 ccm destillierten Wassers angefllten Masscylindcr. Das Volumen der Samen betrug 35 ccm. Nach 24stndiger Quellung gelangten die mit Fliess- ])ai)icr abgetrockneten Untersuchungsobjektc abermals in einen mit 200 cm Wasser beschickten Cylinder. Ihr Volumen betrug nunmehr 80 ccm. Demnach war durch die Quellung das Volumen der Erbsen um 45 ccm, also um 150''/o ver- grssert worden. Die angegebenen Tliatsachen l)ewei- sen, dass bei der Quellung eine bedeu- tende innere Arbeit geleistet wird, denn die Micellen der luft- trocknen organisirten Substanz ben eine bedeutende Anzie- hungskraft auf ein- ander aus, und die- selbe wird durch tlas eindringende Wasser berwunden, so dass die Volumenzunahme zustande kommt. Bei der Quellung kann aber auch ussere Arbeit ge- leistet werden, d. li. die (|uellcnden Sulistanzcn vernuigen ussere Widerstnde, die sich ihrer Ausdehnung licmmend entgegenstellen, zu berwinden, und die folgenden Expe- rimente, welche ich unter Benutzung eines einfachen Ap- l)arates (Vergl. nebenstehende Figur) anstellte, sind im Stande, uns hierber nhere Aufklrung zu geben. Der eben erwhnte .\pparat ist in folgender Weise Auf der einen Seite des Ilolzgestells ist eingericlitet : ^2 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 3. mittels einer Scliraubc ein mit Holzfuss versehener Glas- cyliudcr g, der eine H()he von 10 cm und einen Durch- messer von Bf) mm besitzt, befestigt, welcher zur Auf nhme der ([ neilenden Samen und des zur Quelluiii;' n- tigen Wasi^ers dient. Fr wasserdichten Verschluss am unteren Ende ist durch Vcrkittung des Bodens mit Siegel- lack gesorgt. In dem Glascylinder bewegt sich ein aus Metall gearbeiteter Stempel, dessen Ki cm lange Axe a vertikal" gerichtet ist und an iln-cm unteren Ende eine kreisrunde Scheibe S trgt, welche sich in der Rhre be- quem hin- und herschieben Uisst und der Samenschicht unmittelbar aufliegt. An ihrem oberen Ende trgt die Axe eine Messingscheibe s', die zum Trage n der zur Druekmessung dienenden Gewichte bestimmt ist. Zum Verschluss des Cylinders dient die Metallkapscl k, durch deren Mitte die verticale Axe a gefhrt ist, so dass sich die Ka]jsel frei um dieselbe drehen lsst. Zwischen der Kapsel k und der Scheibe s' ist an dem verticalen Metall- stab der horizontale Zeigerhcbel z befestigt, welcher mittels einer Schraube in verschiedener H('ihe an der der Axe eingestellt werden kann und bei u seinen Unter- sttzungspunkt hat. Der kurze Arm dieses Zeigerhebels hat eine Lnge von 2 cm, der lange Arm eine solche von ca. 33 cm. Der Zeiger reicht bis zu dem rechts auf dem Gestell angebrachten Krcisalisehnitt sk, welchem eine Centimeterskala aufgetragen ist. Jede Aufwrtsl>ewegung des Stempels in Folge des Druckes quellender Samen bewirkt eine Abwrtsbewegung des Hebels an der Skala und ermgliciit in entsprechend \ergrssertem Maassstabc die Feststellung der Bewegung des Stempels in Folge der Quellung. Mit dem eben beschriebenen Apparate stellte ich folgende Versuche an: 10 Gramm kleine, wohlcntwickeltc, lufttroekne Erbsen- samen wurden bei jedem Versuch in den Glascylinder eingelegt und mit einer Schicht destillirten Wassers von ca. 30 mm Hhe bedeckt. Der bei Beginn des ersten Versuchs ohne Belastung der Scheibe s' auf der Skala gerichtete Zeiger deutete bereits nach 20 Minuten die Druckwirkung der iiuellenden Samen au, indem er ' ., cm nach abwrts gerckt war. Im Zeitraum von 1 Stunde durchlief der Zeiger IV4 cm. Die Resultate der weiteren Versuche ergeben sich aus der folgenden Tabelle: iJauer der Beobaclitunc:. Stunden Zu der Grsse der Be- lastung in gr. 200 .500 ]00 Mittlere Temp. nach C. Beweg. desZeiger- endes in 5 Std. 19.9" 20 18" lG'/.>" 010,5 6,75 04 0- 2 "3 angegebenen Be- in vorstehender Tabelle lastungsgrssc kommt noch das Gewicht des Stempels von ungefhr 100 g hinzu. Ans der Tabelle kann man ersehen, dass die Grsse der Druckkraft quellender Samen ungefhr in demselben Masse abnimmt, als der V(in denselben zu berwindende Widerstand sich vergrssert. Die ussere Arbeit, welche quellende Samen zu lei- sten vermgen, ist demnach eine sehr erhebliche, und es ist gewiss auflallend, dass selbst die kleine Menge von 10 g lufttrockner Erbsen in den ersten Stadien der (.Juellung ein Gewicht von mehr als lOoo g zu heben vermgen. 5Iit Rcksicht auf den Kraftweehsel bei der Quel- lung ist noch zn licmerken, dass nicht nur intolge des energischen Eindringens von Flssigkeit zwischen die Micellen der organisierten i)flanzlichen Substanz innere und ussere Arbeit geleistet wird, sondern dass auch eine erhebliche Wrmeentwickelung zur Geltung kommen kann. Die Micellen ben auf das eindringende Wasser eine starke Anziehungskraft aus. Sie verdichten daher einen Tlieil der Flssigkeit an ihrer Oberflche, und dabei wird Wrme frei. Selbstverstndlich muss diese Wrme- entwickelung umso bedeutender ausfallen, je wasser- rmer die quellende Substanz von \ornherein ist. Es wird also bei der Berhrung lufttrockner organisierter Substanz mit Wasser weniger Wrme entwickelt, als dann, wenn absolut trockne organisierte Krper die Flssig- keit aufnehmen. Von der Thatschlichkeit dieser Verhltnisse kann man sich leicht berzeugen, wenn man mehr oder minder wasserreiches Samenpulver, oder, was noch besser ist, Kartoffelstrke mit wenig AVasser mischt und die ein- tretenden Temi)eraturvernderungcn ermittelt. Einige hierauf bezgliche Versuche sollen hier etwas nher be- sprochen werden. Ich arbeitete in diesen Versuchen mit Kartoffelstrke und zwar 1. mit lufttrockner, 2. mit sol- cher, welche im Trockenschranke lngere Zeit hindurch einer Temperatur von etwa 90" C, freilich nicht bis zum vlligen Austrocknen ausgesetzt worden war. Bei den Experinumten wurden zu je 100 g Strke kleine Wasser- ([uantitten, welche dieselbe Temperatur wie die Strke hatten, allmhlich unter bestndigem Umrhren und unter Vermeidung jeder Erwrmung des die Strke enthalten- den Gcfsses durch die Hand aus einer Brette hinzu- gesetzt. Die nunmehr sich geltend machenden Tempe- raturvernderungen zeigte ein in die Strke eintauclieu- dcs Thermometer an. Bei jeder Temperaturmessung wurde so lange gewartet, bis der Stand des Quecksilbers sich nicht mehr vernderte. Das Ergebuiss meiner Be- obachtungen ist aus den folgenden Tabellen zu ersehen: I. Versuch mit lufttrockner II. Versuch mit Strke, die einige Stunden bei 90 C ge- Strke. trocknet worden war. Zusatz an Temperatur- Zusatz an Temperatur- Wasser in ccm. Vernderungen (nach C.) Wasser in ccm. vernderungen (nach C.) 20,6 ^"eft 21 Strke.) 2 ccm 4 99 1 (Ursprung. XTJc^ Temp der 22,2 Starke.) 2 ccm 21,2 21,4 21,7 21,7 21,9 21,8 4 4 4 4 4 2(;,f> 27,8 28,5 28,5 28,2 '-> n 99 9 '> V 22,1 10 22 10 22 Aus diesen Tabellen ergiebt sich, dass die Tempe- raturzunahme der (luellenden lufttrocknen .Strke -- 1,0, diejenige der trockenen Strke = 6,4 betrug. Dass nach Verlauf bestinnnter Zeit mit steigendem Wasser- zusatz eine Temperaturabuahme der quellenden Strke eintrat, ist natrlich, da allmhlich die Freiwerdung der Wrme aufhrte und das zugesetzte khlere Wasser eine Temperaturabnahme bedingen nmsste. Nr. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 23 Das genetische System der Elemente. Von PidtVssov Dr. W. Preyer. (Schhiss.) Die Voi um wrme. Nachdem durcli die vorstellenden Darlegungen fest- gestellt ist, dass innerliall) jeder Stannnreilic des ge- netischen Systems der Elemente von Generation zu Ge- neration 1) das Atomgewicht zuninnnt, 2) das Volum- gewicht zuninnnt, 3) das Atomvolum fr j'ede einzelne Stufe mit der zunehmenden Verdichtung al)nimmt, 4) die specitische Wrme abnimmt, Ti) die Atom wrme zunimmt, (i) die spccilische Wrme in der Hegel umgekehrt ])ro- ])ortioiial der Anzahl der von jedem Element durch- laufenen Vcrdiehtungsstufen ist, fragt es sich, ob die- jenige Wrmemenge, deren die in der Volumeinheit ent- haltene Masse eines starren Elementes l)edarf um eine Temperaturerhhung von 1" zu erfahren, also das Product C-D, welches der Krze wegen Volumwrme" heissen soll, ebenfalls eine einfache gesetzmssige im genetischen System zum Ausdruck kommende Bezeichnung darbietet. In der That ist .hier trotz der Abweichungen in den Angaben ber die D'chte und die AVrmecapacitt nicht weniger Elemente und der fr Beobachtungsfehler Ijc- sonders grossen Empfindliehkeit des l'roiluctes C-D doch insofern eine sehr bemerkenswerthe einfaciie Gesetzmssig- keit leicht zu erkennen, als die Volumwrmen isotoper Elemente, soweit Bestimmungen v(n'liegen, ausnahmslos genau demselben Gesetz gehorchen, wie die specitischen Gewichte, sich also umgekehrt wie die Atomvolume isot(per Elemente verhalten (s. No. 1 und No. 2). Man findet C-l) fr Gen. 1 Stufe 1 zuerst zu-, dann alinehmend 2 - 2 zuerst zu-, dann abnehmend 3 - 5 abnehmend (Cn bis Br) 4 - H abnehmend (Aij bis -Id) 5 - 13 abnehmend (An bis Bi) 2 - 4 zunehmend (h'c, Co, Ni) 3 - 7 abnehmend (liu, Bli, P-Werthen, welche mit der Tem- peraturzunahme abnehmen, multiplicirt worden ohne Rcksicht auf die betreffenden Temiieraturen. Gold ver- langt fr ein 1) = 1U,2C. ein (' = 0,031 statt 0,032, einen Werth, welcher frher gefunden und bevorzugt worden ist, aber nur fr niedrige Temperaturen zutrifit. Zwei unerhebliche Ausnahmen beruhen dagegen wahr- scheinlich nur auf ungenauer iJ-Bestimnumg (Zirkon und Thor; s. No. 1) wogegen die Elemente der ersten Stufe schon wegen der hohen Volumwrme des Va- nadiums, des Chroms und des Mangans beriiaupt in die Regel nicht mit einbezogen werden drfen, welche fr alle brigen Stufen Geltung hat. Die bis jetzt er- mittelten Werthe fr die Volumwrme habe ich in der folgenden Tabelle zusannnengestellt, wo nur die einge- klanunerten Zahlen noch nicht gengend oder noch gar- nicht durch directe Bestimmungen begrndet sind. Z r II II' " ^' ''' ''' ^' IV VI VII Fl riition 1 1 /./ o,.i5 ft,-[(),(;ii /.'.-i(i,7S]r' (),'j!) V 2 A'a(),2d y^0,42 A/0,^2 .SV 0,40 y%0,44 5 0,38 (7|(),36] 2 5 Cu (),ys ZnOfi'd G'rt:0,47 GcO,42 As 0,41 Si' 0:M^ rO;27 3 ^.:^- 0,G1 G/0,47 In 0,41 .SV/ 0,40 Sb()fi4 7;- 0,:U /'(?[o,17jZ(rO,27 Cc 0,30 AV Pr 4 14 70,30y U 0,.52 5 Aus dieser Zusammenstellung geht hervor, dass die Volumwrme regelmssig von der zweiten Generation zur dritten, von der dritten zur vierten und von der vierten zur fnften abnimmt, wenn nmn von den beiden ersten Elementen der zweiten Generation, Natrium und Magnesium, absieht. Die erste Generation nimmt hier, wie bisher, eine Sonderstellung ein. Von den wenigen unerheblichen Ausnahmen (.1, Zf. Th) war oben die Rede. Alan kann also als hchstwahrscheinlich den Satz bezeichnen, dass in jeder Stammreihe die spccilische Wrme in einem etwas schnelleren Verhltnisse abnimmt, als die moleculare Verdichtung das Volumgewicht zunimmt von Ge- neration zu Generation. Die elektrociiemische Spannung. Obwohl i)er die Stellung mancher Elemente in der elektrochemischen Spanmingsreihe noch Mcinungs\er- schiedenheiten bestehen, so ist doch ber eine grosse An- zahl derselboi kein Streit mehr nn'iglich. Diese finden in dem genetischen System smmtlich ihren festen Ort in den ersten und letzten Grupi)en. Denn I, II und III ent- halten links und rechts nur positive, V, VI und VII links und rechts nur negative Elemente (Vgl. die Dia- gramme in Nr. 52. ISUi'. Diejenigen P^lemcnte aber, welche keinen ausgeprgt positiven oder negativen Charakter haben, sind nut einigen schwach negativen und schwach 24 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 3. positiven theils in den drei intermediren Reihen, theils in der mittleren Gruppe IV vereinigt. Wai^serstoif ist mehr positiv als negativ und geht allen voran. Die Ver- theilung ist also diese: T .,. r I -^ Cu Aq Au 1. positiv: Li ,, , ,. ' I K(i Hb Ck II. positiv: Be ,, I'C Rh s Ir Pt schwach magnetiscli I 13 .4 IIij Tl Ph Bi . stark diamagnetiscli I \i . . . Th . U . schwaeli magnetisch Hiernach wren Isotope Elemente stets entweder smmtlich paramagnetisch oder smmtlich diamagnetisch von der zweiten Generation ab, und zwar in jedem der sieben Stmme paraniagnetiseh die Stufen 3, 6 , 9 , 14 , diamagnetiseh die Stufen 2 , 5 , 8, 13, whrend die nur in den Gruppen II, IV und VI ver- tretene Stufe 4 den ausgeprgtesten Paramagnetisinus aufweist und wahrscheinlich auch die Stufen 7 und 12 mit den Al)kmmlingen des Eisens, Kobalts und Nickels durchweg schwach paraniagnetiseh sind. Ueber das Ver- halten der seltenen Erdinetalle der Stufen 10 und 11 lsst sich noch nicht urtheilen, doch kann nach der Ana- logie, wenn wirklich Tantal und Wolfram magnetisch sind, vermutliet werden, dass alle Glieder der Stufe 11 es auch sind und die der Stufe 10 sehwach diamagnetiscli ge- funden werden. Jedenfalls spricht die grosse Regel- mssigkeit der wahrscheinlichsten Vertheilung aller b- rigen Elemente auf's Neue fr die Richtigkeit meines ohne jede Rcksicht aut den Magnetismus aus ganz anderen Erscheinungen abgeleiteten genetischen Systems. Die Werthigkeit. Die vielen Meinungsverschiedenheiten der Chemiker ber die Valenz nicht weniger Elemente in dem letzten Jahrzehnt wrden schwerlich entstanden sein, wenn man die von Williamson 1870 vermuthete fundamentale That- sache mehr beachtet htte, welche i. J. 1872 der Physio- loge E. Pflger fand und in einer besonderen Abhand- lung Ueber das Werthigkeitsgesetz der Radicale" in dem von ihm herausgegebenen ., Archiv fr die gesammte Physiologie des iVIensehen und der Thiere" (Bd. 6 S. 360 bis 394) im Ganzen dem damaligen Stande chemischer Erkenntnisse gemss vorlufig begrndete. Diese gegen- wrtig nicht mehr zu bezweifelnde Thatsache lautet: Wenn ein Element in einer chemischen Verbindung geradwerthig ist und in einer anderen Verbindung mit einer verschiedenen Werthigkeit auftritt, so ist es wieder geradwerthig; wenn ein Element in einer ehemisehen Verbindung ungeradwerthig ist, und in einer anderen mit einer anderen Werthigkeit auftritt, so ist es wieder un- geradwerthig." Also wenn bei einer chemischen Opera- tion ein Atom an Werthigkeit gewinnt oder verliert, so ist der positive oder negative Zuwuchs immer = 2 ii Affinitten, wo n ^ 1, 2, 3 u. s. w. Die Affinitten ver- schwinden nur paarweise und treten nur paarweise neu auf. Dieses Verhalten aller Elemente muss als Richt- schnur bei ihrer systematischen Anordnung in erster Linie bercksichtigt werden. Ich habe es dem Aufbau des genetischen Systems zu Grunde gelegt. Man erkennt leicht, wie dadurch die chemisch verwandten Elemente in einen stammver- wandten Zusammenhang gebracht worden sind. Denn Nr. Naturwisseuscliai'tlichc Wochenschrift. 25 schon die Kennziffer des Stammes, dem ein Element an- ,-ehrt, zcig-t seine Werthigi-, .'^)- l)is 7-wcrthig. Wasserstofl' ist nur eiuwerthig (Vgl. die Diagranmic VI, S. 524). In jeder naeh aufsteigendem Atomgewicht fortschrei- tenden Keihe isotoper Elemente ist also ohne Ausnahme die Werthigkeit alternirend ungerade und gerade und in jeder Stammlinie nur entweder ausnahmslos ungerade {Li, Bo. N, Fl) oder ausnahmslos gerade (Bc, C. (>), wie ein Blick auf die Stammtafel erkennen lsst. Da))ei ist l)enierkenswcrth, das.s die Summe der den isotopen Elementen von allen Chemikern zugeschriebenen kleinsten Werthigkeitszahlen stets, wo die sieben C41ieder vollzhlig sind, 16 betrgt. Stut'o I II III IV V VI VII Su. Bf, 3 C 4 .V 3 2 Fl 1 K) AI 3 ,5/4 7% 3 S 2 Cl 1 16 Sc 3 TiA Va 3 Cr-1 Mn 1 16 a3 Gci As o Se 2 Br I 16 )' 3 Zri NhZ Mo 2 In 3 S 4 Sh-i Te 2 Jd 1 16 La 3 C'e4 Nd% Pr Tl 3 Fi 4 lii 3 1 Li 1 7? 2 2 Na 1 Mg 2 3 Ka 1 Ca 2 5 Cm 1 Zu 2 6 Rh 1 Sr 2 8 Ag 1 Cd 2 !l C-i 1 Ba 2 13 .1 1 Hg 2 Hieraus ist zu entnehmen, dass hchstwahrscheinlich die kleinsten die Werthigkeit der noch unbekannten Ele- mente ausdrckenden Zahlen die die bekannten der iso- topen Elemente zu IG ergnzenden sein werden, also z. B. fr Neodym 'S, fr Praseodym 2, fr das Element VII, i; aber 1, fr VII, 9 ebenfalls 1, fr VI, 13 aber 2 u. s. w. Ob man die Zeilen horizontal von links nach rechts oder von rechts naeh links liest: in beiden Fllen ist die Symmetrie 12 3 4 3 2 1 vollkommen. Dieselbe kann zwar noch nicht erklrt werden, verspricht aber im Verein mit den anderen neuen Thatsachen neue Einblicke in das Wesen der Materie. Die unbekannten Elemente. Die Anzahl der durch unbekannte Elemente auszu- fllenden Lcken im genetischen System betrgt, wenn man, wie ich es provisorisch that, den noch ganz unge- ngend bekannten seltenen Erdmetallen IGif. Th, Nd, Fr, Er, Yh, Dp, Sin) die ihnen zugewiesenen Orte lsst, nur 15, und die Gesammtzahl der Elemente der Erdrinde nur 77-)-9+l = 87, und wenn man den alle durch- dringenden Aether mit usserst verdnntem Wasserstoff nicht identifieiren will, 88. Ein zwingender Grund gegen die Annahme, dass in den ungeradwerthigen Stmmen die vierte, siebente und zwlfte Stufe durch je ein unbe- kanntes Element vertreten sei, lsst sich zwar nicht an- fhren die Anzahl der Elemente wrde dann lO er- reichen aber es s])rcchen mehrere Wahrscheinlichkeifs- grnde dagegen, nanientlicli die dann nothwendig wer- dende sonst nicht vorkonnnende Hufung von Atom- gewichten mit Differenzen ^ 1 und -< 1. Freilich knnte Mangan zu I gezhlt werden, aber es gehrt, wie Mendelejeft' erkannte, in chemischer Hinsicht unzweifel- haft in die Gruppe des Fluors und Chlors. Ol) diese Gruppe VII ebenso vollzhlig ist, wie die andern un- geradwerthigen, muss brigens dahingestellt hleilx'u. So wie das System dasteht, hat es jedenfalls die grsste Wahrscheinlichkeit fr sich. Denn man kann aus ihm sowohl die Eigenscliaften unbekannter oder als un- bekannt angcnonnncner bekannter Elemente l)cstininien, als auch unbekannte Eigenschaften bereits anerkannter Elemente. Ein Beispiel: Das Element V, 14 muss me- tallisch, elcktronegativ, paraniagnetisch, einwerthig sein, und ein Atomgewicht von nahe 236, ein Volumgewicht von etwa 14, eine speeifische Wrme von 0,028 haben. Scandium muss eine sj)ecifische Wrme von nahe ",13, das Element VII, D eine Dichte von nahe 9 haben. Die organischen Elemente. Die vierzehn organischen Elemente erster Ordnung nehmen im genetischen System eine hervorragende Stelle ein. Sie gehren snnntlich zur ersten und zweiten Generation, also zu den ltesten Elementen. Dreizehn von ihnen stehen sogar auf der ersten, der zweiten und der dritten Verdichtungsstufe, nur Eisen auf der vierten, und ihre Vertheilung auf die sieben Stmme ist charakteristisch. Es gehren zu II Mf/. Ca, Fe zu V N ' uud Ph VAX VII Fl und a CHI Die Gruppe III liefert Die Atomgewichts zu I Na und Ka, zu III C und Si , zu VI und S , whrend H allen vorangeht, organisches Element erster Ordnun^ unterschiede sind Ka 1 16'09 Ca } 15,86 Fe l 15,92 Auf andere Eigenthmlichkciten der Elemente des irdischen Protoplasma, wie es jetzt ist, habe icii in der eingangs erwhnten Schrift aufmerksam gemacht. Sie lassen mannigfaltigere Beziehungen der organischen Ele- mente zu einander als zu allen anderen erkennen und stehen im Einklang mit der Annahme, dass die organisclien Elemente, ehe sie so condcnsirt waren, wie gegenwrtig an der Erdoberflche, bei hheren Temperaturen bestand- fhige Protoplasmcn bildeten, welche mglicherweise auf anderen Himmelskrpern noch jetzt Lebenstrger sind. Ein Beitrag zur Geschichte des europischen Hausrindes. Von Prof. Dr. Hugo Werner. (Fortsetzung.) Ferner scheinen die gelben Schlge in Steiermark und Krnten ursprnglich aus der Vermischung des rothen Keltenviehs mit dem einheimischen braunen Alpen- vieh der langstirnigen Abart hervorgegangen zu sein, denn wir sehen, dass auch an anderen Orten aus einer solchen Vermischung gelbe Kreuzungsschlge*) entstanden *) Dass die f,'elbi? Farbe in der That aus einer Kreuzung von Braunvioh mit rotliem Keltonvieli entstehen kann, weist Feser im Augustheft 1884 der Zeitschrift d. landw. Vereins in sind, welche dann in neuester Zeit sehr hufig ncjch mit Schweizer Fleckvieh durchkreuzt worden sind. Zu diesen gelben Schlgen Steiermarks zhlen die Mariahofcr, Lavanthaler, Krntner Blassln, Malteiner etc. Der zweite grosse keltische Volkstannn, welcher uaeh Osten vordrang und zwar zunchst das sdwestliche Bayern (Wahrnelnnungen ber das rotlibraune Oberpflzer-Riiid) und Sapson an der Kreuzung des Seldages von Salers mit Vendeer- Vieh, woraus der gelbe Schlag veu Mzinc hervorgangen ist, nach. 26 Naturwisseuscbaftliche Wochenschrift. Nr. 3. Deutschland bis zum Main in Besitz nahm, darauf aber zwischen oOO 200 v. Chr., gedrngt von den Sucven, in die Westsehweiz einwanderte, ist der der Helvctier, welcher geschichtlich zuerst hei dem Zuge der Cimbern und Teutonen, welchen er mitmachte, (113101 v. Chr.) auftritt. Zu Csars Zeiten erstreckten sich die Wohnsitze der Helvetier vom Genfer- bis zum Bodensec, von wel- chem aus bis zum Gotthard sie gegen Hiid-Osten an Kiitieu grenzten. Sie wurden mit einem Thcil der aus ihren Wohnsitzen an der Donau verdrngten Bojer in der Schlacht bei Bibracte (58 v. Chr.; durch Csar l)csiegt und unterworfen. Das Vieh, welches sie besassen, ist im Gegensatz zu dem der Bojer hchst wahrscheinlich schwarz und weiss gefleckt gewesen, was sich aus dem noch vorhandenen kurzkptigen Vogesenvieli und den Freiburger Schwarzscheeken ableiten lsst, wenngleich der letztere Schlag durch Kreuzung seinen Kurzkopf- charakter nahezu eingebsst hat und ein Grossstirnrind geworden ist. Auch Kaltenegger*) ist der Ansicht, dass die Helvetier einen schwarz und weiss gefleckten Vieh- schlag besessen haben. Diese Keltenstnmie sind nun auch oflenbar in die Tlilcr der Hochalpen vorgedrungen, wohin sie ihr Vieh mitgenommen haben, wovon die Ziller- thaler und Duxer in Tirol, sowie die Eringer im Wallis noch als ziemlich reine Abkmmlinge anzusehen sind. Jedenfalls ist der Eringer oder Walliscr Schlag bereits zur Reimerzeit im Wallis verbreitet gewesen, denn am 24. November 1884 wurde in einem "aus dem 3. .Jahr- hundert n. Chr. stammenden Hause der rmischen Stadt Oetodurum" (Martigny) der Bronzekopf einer Kuh in natrlicher Grsse gefunden, welcher unverkennbar den Typus des Eringer- Viehs besitzt.**) Die Kelten hatten auch einen Theil Englands in Be- sitz genommen, weshalb man in Irland und Wales noch schwarzbuntes Keltenvieh, z. B. den Kerry- und AValliser Schlag, sowie in Sd-England rotlies Kelteuvieh flndet, z. B. die Devons, Sussex, Hercfords und Longhorns. In Gallien k(innen, bevor die Germanen die Grenzen noch nicht berschritten hatten, nur zwei Rassen vor- handen gewesen sein, nmlich Keltenvieh und das Vieli der Pfaldbauer im nrdlichen Theile am Canal und in der hentigen Vendee, welches letztere zum Langstirnrind zu zhlen ist. Erst mit dem Eindringen der Germanen gestalteten sich insbesondere im nordstlichen Gallien die viehwirtlischaftlielien Verhltnisse anders. In den Alpen finden wir terner das Volk der Rtier, welches bis zur Unterwerfung durch die Rmer 15 v. Chr. unter Augnstus in dem licutigen Graubnden, Nord-Tirol sammt Vorarlberg und in den Alpenabhngen an den lombardisciien Seen sesshaft war. Die mit illyrischen und keltischen Splittern durchsetzten Rtier werden meist fr unmittelliare Stammverwandte der Etrusker ange- sehen. Ueber ihren Viehschlag sagt Kaltenegger***): Das Rtiervolk hatte jene lioehwehsige und schlankgebaute silbergraue Hornviehrasse zu eigen, welche uns heute noch in zahlreielien Individuen des I^tsehthalertypus mit grosser Reinheit des ursprnglichen Charakters entgegen tritt". Ausser diesem Schlage kommen aber im Gebiet der Rtier noch Braunviehschlge des Langstirnrindes, theils geschlossen in bestimmten Bezirken, theils neben dem Grauvieh vor, so scheinen im bndnerisehen l'rtigau und im Montavon Braunviehschlge von jeher heimisch gewesen sein. *') Historisohp KntwickehiiiK 1. c. S. 538 in Schweiz. I^andw. Zfitschr. XI Jalirp. 1883. *) Vergl. Werner, die Hindvielisclilf^o d. Scliweiz, in l^andw. Jalirl). S. 229 (1888.) ***) D. storr. Kindorrasseu I 4. Heft. S. 105. Uebrigens ist anzunehmen, dass auch in einigen Gegenden Keltenvieh vorgekommen ist, wie denn auch Kaltenegger anfhrt, dass die ligurisch-keltisehe Urein- wohnersehaft Jndicariens bereits in der prhistorischen Periode einen gelbbraunen bis braunschwarzen Miscli- lingsschlag zchtete, welcher dem jetzigen Stammtypus des Rendcnathaler-Rindes in jeder Hinsicht geglichen haben muss. Es scheint sich nun in viehwirthschaftlichcr Hinsicht aus dem mehrliundertjhrigen Walten der Rmcrmaeht fr Rtien keinerlei umgestaltende Folge eingeben zu haben. In gleicher AVeise wie die Kelten, aber in etwas spterer Zeit, ergriff auch die Germanen der Trieb der Wanderung aus den raulien Lndern ihrer Heimat nach den reichen und Iflhenden des Westens und Sdens. In die durch iin-en Abzug von Menschen eutblssten Landstriche zwischen Weichsel und Oder drangen dann die Slaven ein. Das Rind der Germanen und Slaven gehrte aber zweifellos der primigenen Abart an. Hei der Einwande- rang stiessen die Germanen zunchst auf die Pfahlbauer, weshalb es nicht berraschen kann, dass Kreuzungen des primigenen Germanenviehs mit dem Langstirnriml der Pfahlbauer stattfanden, und dass sich heute noch die Spuren dieser Kreuzung z. B. au den Schdeln der primigenen Niederungsrasse nachweisen lassen, wie die Untersuchungen vielfach besttigt iiaben. Von dem Rind\ieh Germaniens erhalten wir Ul)cr- haupt erst Kunde mit dem Auftreten der Germanen in der Gescliichte, mithin um Christi Geburt, durch rmische Schriftsteller, nmlich Csar De hello gallico", Plinius dem lteren .,Historia naturalis" und Tacitus De situ Germaniac". Diese uns bermittelten Nachrichten sind aljer recht sprlich, hufig unzuverlssig und verschiedener Deutung fhig. Zunchst ersehen wir aus ihnen, dass der Ur (Bos primigenius Boj.) noch zu den jagdbaren Thieren zhlte, denn Csar und Plinius wetteifern gleichsam in einer l)etriebenen Schilderung desselben. Das Vorkonmien des Urs neben dem des zahmen Rindes ist nun in neuerer Zeit mehrfach durch Funde erwiesen worden, indem Schdel des zahmen Rindes mit Knochen des Ur, die zum Theil, wie beim Einbecker Funde, bearl)eitet waren, sieii fanden und die beiliegenden Fundstcke anderer Art, z. 1). Urnen, auf die Zeit um (Ihristi Geburt schliessen lassen. Betreffs des zahmen Rindes stimmen nun die rmischen Autoren darin lierein, dass die Deutschen sehr zahlreiche \'iehliecrdcn besassen, weiche ihren grssten Reichthum ausmachten, wenngleich sie deren Gte sehr abfllig beurtheilen. Tacitus (Germ. 8) sagt z. B. von ihnen, sie entl)eln-en des Schnmckes der Hrner". Diese Stelle wird gemeinhin so gedeutet, dass sie, wie jetzt noch das hochnordische Rind, hornlos gewesen seien. Jedenfalls ist aber die llornlosigkeit der Rinder niciit die Regel gewesen, weil bis jetzt Funde hornloser Schdel aus jener Zeitperiode nicht vorliegen, wohl aber von .Schdeln mit recht kleinen Ilornzaiifcn. Was nun die Unansehnlichkeit der Gestalt anbetrifft, so wird auch diese nicht als ganz allgemein vorhanden angesehen werden knnen, obgleich nicht zu leugnen ist, dass die Funde vielfach auf recht kleine Thiere deuten, wie sich dies an verscliiedenen Schdeln der zoologischen Abtheilung der landwirthsehaftlichen Hochschule zu Berlin erkennen lsst. Vielmehr ist anzunehmen, dass bereits im Beginn unserer Zeitrechnung Rassen und Schlge mit erheblich von ein- ander abweichenden Krperformen vorhanden war(Mi, wie sie infolge der Verschiedenheit der natrlichen und wirth- seliaftlichen Verhltnisse unzweifelhaft sich herausgebildet haben mssen. Nr. Naturwisscnscliaf'tliclic Wochcnschiirt. 97 Das Hheiiriud auf arnieiu IJocUni uiul diu Kuli der reichen Rlieinniedenuig knnen unnii;iieli dieselben Kfir- perionnen besessen haben und seheint mir die Ansieht Setteg-ast's (Die deutsche Landwirthsehaft, 1884) das richtige zu treffen. Er sagt: Vergegenwrtigen wir uns aber, dass die zum Theil hdchbeaehtenswerthen deutsehen Landrasseu, deren Vorzge zu sehtzen einer viel, viel sjiteren Zeit vorbehalten blieb, zum liedeutend berwie- genden Theil unvermisehte Naehkonnnen urgcrnianisehen Viehes sind, so knnen wir unmglich gering von den Stannneltern denken, wenn sie aueii angepasst den natrlichen und wirthschat'tliehen Verhltnissen - nicht in den Formen und der Stattlichkeit auftraten, au die dtr limer von seiner Ileimath her gewhnt war." Ferner ist wohl die Annahme berccliligt, dass auf dem graswehsigen Boden der Fhissthler und Marsehen des nordwestlichen Deutschlands, obwohl letztere noch nicht eingedeicht, sondern erst die Anfnge dazu vorhanden waren z. B. sollen die Bataver um das Jahr .'lO n. Chr. nnt Deichbauten begonnen haben verhltnissmssig starke Rinder in zahlreichen Heerden vorhanden gewesen sein mssen, was auch mehrfach bezeugt wird; so fhrt Aeneas Sdvius von den Friesen an, dass im Kindvieh all ihr Reiehthum zu finden sei, und Tacitus, welcher vorher mit einer gewissen Nichtachtung vom Germanenvieh ge- sprochen hat, giebt vom Vieh der P^riesen zu, dass es massig grosses Hornvieh i;ewesen sei. Er sagt: (A. rV. 72):' Der Auerochs wurde manchmal bei unseren Kampf- spielen gesehen, hufiger aber konnni'n deutsche Rinder- hute als Tribut nach Rom, welche wir gernianisehen Vlkern, namentlich den Fi'iesen, aufgelegt hai)en. Den Tribut, wie er ihnen von Drusus zum Kriegsgcbrauch vorgeschrieben, lieferten die iSarbaren eine Zeit lang, ohne dass Jemand streng darauf sah, von welcher Dauer- haftigkeit und von welchem Masse die Hute waren. Als aber der zur Verwaltung des Friesenlandes eingesetzte Feldhauptniann ( lennins Hute von Auerochsen zum Mass- stab whlte, nach denen die gelieferten angenommen wer- den sollten, fiel dieser 'J'ribiit den Germanen, dii- zwar ungeheure Thiere, reiche Wlder, aber nur massig grosses Hornvieh besitzen, so schwer, dass sie zuerst die Ochsen selbst, darauf die Felder, zuletzt Weiber und Kinder in Leibeigenschaft sahen. Dadurch entstand Erbitterung und Beschwerde; als keine Erleichterung gewhrt wurde, suchten sie sieh durch Krieg zu helfen, ergrilfen die zur Tributerhebung gegenwrtigen Soldaten und kniiften sie an Galgen auf. Olennius kam den Erbitterten durch die Flucht in das Kastell Flevium zuvor. Die gereizten Frie- sen aber ersehlugen alle Rmer im Lande." Hiernach, wenn die Hute des grossen Ur als Mass- stab genonnnen werden konnten, ist das Vieh unmglich klein gewesen. Ohne wesentliches Zuthun des Menschen mussten die natrlichen Lebensbedingungen beim Niede- rungsrind auf die Bildung eines hochgestellten, ver- hltnissmssig schwerknochigen, schmalbrstigen, aber milchreiehen Hindes hinwirken, welches nur auf dem leich- teren Boden der Geest weniger schwer war, ohne aber die charakteristischen Zeichen der Niederungsrasse zu verlieren. (Fortsetzung folgt.) Die Auffiii<1uii{g des Influenza-Erregers ist gleich- zeitig zwei Berliner Aerzten gelungen, l'rivatdocent Dr. R. Pfeiffer, Vorsteher der wissenschaftliehen Abtheilung des Koeh'sclien Instituts und Dr. Canon, Assistenzarzt am Stdtischen Krankenhause zu Moabit. Als im November V. J. die Infiuenza in Berlin wieder auftrat, erhielt Dr. P. von Prof. Koch den Auftrag, die Krankheit in der be- sondern Hinsieht auf einen bei der Entstehung urseh- liclieu Mikroorganismus zu studiren. Dr. P. ging von der Untersuchung des Auswurfs der Infiuenzakranken ans, den er sehr ausgiebig, geballt und oft schleimig-eitrig fand. Er sterilisirte denselben und reinigte die Ballen nach einer von Koch angegebenen Alethode, wonach alle aus dem Munde und der Bronehialchleimhaut herstammenden Baeterien beseitigt werden. Auf die so behandelten Ballen, namentlich auf Partien aus dem Inneren derselben Hess er verdnnte Ziehrsehc Flssigkeit oder heisse Lfl'ler'sche Methylenblau-Lsung einwirken. Die mikroskopische Unter- suchung fhrte dann zur Auffindung eines bisher noch nicht bekannten Bacillus, der sich stets in grosser An- zahl im Auswurf von ausschliesslich au Influenza Er- krankten zeigte. Waren noch andere Lungeuleiden vor- handen, so traten neben dem neuen auch noch andere schon bekannte Bacillen auf. Dagegen fand P. den neuen Bacillus ausschliesslich bei Influeuzakrankeu; der Aus- wurf bei anderen Lungenkrankheiten ohne Infiuenza zeigte denselben nie. Der Influenza-Erreger ist bei weitem kleiner, als alle bisher bekannten Bacillen: er ist bei gleicher Dicke nur /s bis */._, mal so lang als der Bacillus der Musesepti- kmie, der bisher als kleinstes dieser Kleinlebewesen galt. Hnflg begegnet man dem Bacillus allein; oft tritt er in Ketten geordnet auf, oft liegen sie in Form \on Sehein- fden. Eigenthndich ist, dass die Endpolc sich strker frhen als die Mitte, durch welchen Umstand friUiere Beobachter wohl zu der Meinung gebracht wurden. Diplokokken oder Streptokokken vor sich zu haben. Der Bacillus tritt sowohl im Schleim wie in den Zellen des Auswurfs auf, in den letzteren oft degenerirt. Die Stbchen zeigten keine Bewegung, was fr sie characteristiseh ist. P. hat Reinkulturen angelegt, wobei sieh Glyeeriu-Agar als bester Nhrboden erwies. Seine Ergebnisse, die er durch Untersuchungen des Auswurfs Lebender erhielt, sind durch Leichenbefunde voll besttigt. Uebertragungsversuche sind nur bei Aft'en und Ka- ninchen gelungen, doch sind wie P. in der Gesellschaft der Chariteerzte sagte die Versuche noch nicht so weit gediehen, dass eine Vertt'entliehung schon jetzt an- gezeigt wre. Dr. Canon hat den Bacillus im Blute Influenza- kraidcer gefunden. Eine Prfung seines Befundes durch Prof. Koch und Dr. Pfeifl'er ergab die Identitt des Canon'seheu Mikroorganismus mit dem von Pfeifl'er ge- fundenen. Dies nur vorlufig: wir kommen noch ausfhrlicher auf den Influenza-Bacillus zurck. Der Nutzen der SclileimliHe fr die Froselieier ist von II. Bernard und K. Bratusehek zum Gegen- stand einer kurzen aber anregenden Mittheiluug geworden. Der Sehleim, welcher die Eier der ungeschwnzten Lurche zu Klumpen und .Schnren vereinigt, ist bisher als Ein- richtung zum Schutz gegen Austrocknung, gegen Verletzung durch Druck und Stoss, sowie gegen das Gefressenwerden aufgefasst. In allen drei Hinsiehteu erseheint das Zu- samnienhaften vieler Eier als zweckmssig. Die hchste Ausbildung hat dies Prinzip in den Laiehklumpcn der Frsche und Lurche gefunden. Dass trotz dieser Massen- anhufung dem einzelnen Ki ausreichend Wasser fr Athmung und Stollwcchsel zur Verfgung steht, dafr brgt die Kugelform der Eier: unmittelbar, sofern diu'cli 2R Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. .-^ sie ein Netz von Zwischenrumen zwischen den Eiern her- gestellt ist, und mittelbar, sofern in dem, durch die Scldeim- kugeln wie durch Linsen, gesammelten .Sonnenlicht sicli reichlich Algen entwickeln, die als Sauerstoffquelle von Bedeutung werden. Versuche mit Flohkrebsen (Gam- marus pulex) wiesen auf die Mglichkeit hin, dass der Schleim nicht nur durch seine physikalische Beschaften- heit, sondern auch durch eine chemische Eigenschaft gegen das Getressenwcrden schtzt, vielleicht durch eine Durcli- trnkuug mit belschmeckenden Stoffwechselerzeugnissen. Aber die Schleimhllen haben noch einen andern, be- deutenden Nutzen. Die dunkle Farbe der Lurcheier wurde bereits als ein Mittel zu besserer Ausntzung der Sonnen- wrme aufgcfasst. Die Verisser haben nun fr die Eier des Grasfrosches durch eine physikalische Untersuchung den Nachweis erbracht, dass deren Schleimhlle die Wrniestrahlen um so weniger durchlsst, von je grsserer Wellenlnge sie sind. Die Sonnenstrahlen dringen daher wohl durch die Scbleimhlle ein und erwrmen das Ei, aber die vom Ei wieder ausgehenden Strahlen grosser Wellenlnge werden durch die Schleimhlle zurckgehalten, ihre lebendige Kraft wird dem Ei durch Wrmeleitung wieder zugefhrt. So besitzen also die Eier des Gras- fnisches, die oft noch zwischen Eisschollen abgesetzt werden, in ihrer Schleinduille ein kleines Treibhaus, in dem sie zu rascherer Entwickelung gebracht werden." (Biolog. Centralblatt. XI. No. 22.) "^ W. Benierkenswerthe Himinelserscheinniiffeii. ~ In dem meteorologischen Journal des deutscheu Dampfers Saale", Kapitn H. Richter, tiuden sich die folgenden Aufzeichnungen: Am 8. September 1891, um 10" p. m. in 50 36' N-Br und 23" 0' W-Lg erschien pltzlich im Nordosten, etwa 45" hoch, ein helles Meteor, das seinen Weg nach Westen nahm, und im Nordwesten in gleicher Hhe verschwand. Dasselbe hinterliess einen hellen, feurigen Streifen von etwa 1" Breite und 15" Lnge, dessen Mittelpunkt anfangs genau unter dem Polarstern lag. Der Streifen, dessen Licht ein sehr intensives war, behielt seine Helle und Form ungefhr l'/o 2 Minuten, dann lste er sich in ein wolkenartiges Gebilde auf, welches, allmhlich schwcher werdend, ber den Polarstern hinzog und nach weiteren 2 3 Minuten verschwand. Zu gleicher Zeit war ein sehr helles und strahlendes Nordlicht sichtbar, welches in einer Hhe von 15" eine grosse Ausdehnung hatte. Es herrschte Windstille, am llinnnel standen vereinzelte Wolken, die Temperatur der Luft betrug 13,()", der Luttdruck liatte eine Hhe von 746,6 mm (red.). Am 10. desselben Monats wurde von 9'' ll'' ]). m. zwischen 48,7" N-Br in 42,0" W-Lg uud 48,5" N-Br in 42,8" W-Lg ein Nordlicht l)eobachtet, das bis ber 20" ber das Zenith hinausragte, bogenfrmig und strahlend war und eine ganz aussergewhnliche Lichtstrke hatte, so dass man bei demselben gewhnliche Schrift lesen konnte. Ferner war am Morgen des 12. Septendjcr von 12 Uhr bis 3 Uhr zwischen 45,6 N-Br in 5 1,8" W-Lg uud 45,2" N-Br in 53,0" W-Lg ein aussergewhnlich starkesNordlicht sichtbar. (Mittheilung der Deutschen Seewarte in den Annalen der Hydrographie etc.) Ue)>er ki'mstliclie Mineralsclunierle berichten Krmer und Spilker. Dieselben waren zu der Ver- nnithung gelangt, dass die Trger der viscosen Eigen- schaft, welche diese Krper auszeichnet, in Condensations- producten methylierter Benzole mit ungesttigten Alko- holen zu suchen seien. Durch Condensation von Allvl- alkohol mit Pseudocumol, Hylol u. s. w. erhielten sie in der That Krper, von denen z. B. der aus Pseudocumol fast 20 mal so zhflssig ist, als das beste russische Schmierl. Die Verfasser behalten sich vor, den Nach- weis, dass derartige Krper nun auch wirklich in den Mineralschmierlen vorkommen und deren Eigenschaft veranlassen, zu fhren und hoffen aucli fr die Entstehung dieser Schmierle aus dem Erdl Anhaltspunkte zu ge- winnen. (Bor. der Deutsch. Ghem. Ges. XXIV, 2785). Sp. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Bi'i l'clx'riialiiiic des Ucctoriits drv IJiTlinor Universitfit liii'lt der Directoi- dor Kiiif^liclioii Stoniw.arte Ucli. lieg. Kntli l'ii\t'. Dr. Foerstfr eiin' Ifode, aus diT wir folgenden Imeli be- deutsamen Passus mit Ijesonders freudiger Zustimmung liier wiedergeben: Die Festhaltung einer besonders engen Verbindung der Astro- nomie und der Mathematik im Lehrplan der Universitten ist aus eminent pdagogischen Rcksichten geboten. Fr die Aus- bildung der mathematischen Lehrer an den hheren Schulen ist es von hoher Wichtigkeit, dass sie einen gewissen Grad astrono- mischer Orientirung als untrennbar zu ihrem mathematischen Uni- versittsstudium gehrig ansehen. Gewiss kann das Studium der mathematischen Physik und insbesondere auch die Beschftigung mit der Experimentalphysik ihnen selber mindestens dieselbe Be- lebung und Ergnzung des rein mathematischen Studiums ge- whren, wie die Astronomie, aber fr die jungen Seelen, auf welche der mathematische Lehrer in den hheren Schulen wirken soll, und die ihm meist so sprde gegenberstehen, ist und bleibt das Gebiet der Himmelserscheinungen, ganz im Sinne des so eben dargelegten Eindrucks, welchen die junge Menschheit von den Himmelserscheinungen hatte, eine Idealwelt, die sie anzieht und entzckt. Es ist damit vielleicht hnlich bestellt, wie mit der Wiederholung gewisser Entwickelungsstadien der gesammten Lebe- welt in den Entwickelungsstufen des Individuums. Das Alterthum und sein geistiger Inhalt ist auch in diesem Sinne ewig jung und der .Jugend gemss. Nichts erscheint mehr geeignet, in unseren hheren Schulen die Theilnahme an der Mathematik zu wecken und zu nhren, den Eindruck der Willkr, der zwecklosen Qu- lerei, welchen erfahrungsmssig die Anfnge mathematischen Ler- nens in den jungen Gemthern hervorrufen, in freudiges Interesse zu verwandeln, als wenn man schon in sehr frhen Stadien dieses Unterrichts, mit bedeutender Einschrnkung des Breittretens der Anfangsgrnde, arithmetische oder geometrische Beispiele aus den Erscheinungen der Himmelswelt lieranzieht und alsdann viel schneller als jetzt, inmier an der Hand von einfachen Aufgaben aus der astronomischen Praxis und Forschung, zu solchen Zweigen der Mathematik aufsteigt, welche schon eine befriedigende Bear- beitung gewisser elementarer, aber in Folge der W^eite des Hori- zontes in Zeit und Raum hchst weihevoller astronomischer Auf- gaben gestatten. In dieser Hinsicht sind in dem mathematischen llnterricht in den hheren Schulen keine Fortschritte, sondern so- gar empfindliche Rckschritte gemacht woi-den. Es mag belchelt werden, wenn der Astronom in solcher Weise seine Wissenschaft als ein Mittel zur Schmackhaftmachung des mathematischen Un- terrichts anjjreist; aber ich bin gewiss, dass zahlreiche Urtheile und Erfahrungen von Lehrern und Schlern auf meiner Seite stehen werden. Und ich vermag auch aus der mehr als dreissig Jahre umfassenden Thtigkeit, die ich an der hiesigen Universitt der Einfhrung in astronomisches Verstndniss und der Unter- weisung in astronomischer Arbeit gewidmet habe, viele Eindrcke und Erfahrungen aufzuweisen, welche mir die Gewissheit geben, dass meine Auffassung dieser Bedeutung der Astronomie keine vllig subjective ist." Das Pariser naturhistorische Museum hat eine Reor- ganisation erfahren, bei dessen Entwurf das Steckenpferd eines be- kannten Deputirten, die Einfhrung einer Altersgi-enze,)leider auch wiedergeritten worden ist. Die am Museum angestellten Gelehrten sind gezwungen, beim Eintritt in das 75. Lebensjahr vom Dienste zurckzutreten. Sie behalten zwar noch das Recht auf Benutzung der Laboratorien, der Samudungen und der Bibliothek, haben aber keinen Sitz mehr in den Beratluingen der Mitglieder des Museums. Zudem hat man dem Gesetz rckwirkende Kraft ge- geben, sodass also schon in nchster Zukunft eine Reihe hervor- ragender Gelehrter in Folge dieser schablonisirenden Massregel aus dem Dienste werden ausscheiden mssen. Halten wir unter den Gelehrten aller Lnder Umschau, so tinden wir berall eine glcklicherweise sehr betrchtliche Zahl hervorragender Mnner, die auch nach dem T.";). .Jahre der Wissenschaft und dem Vater- lande noch zu glnzender Zierde gereichten. (\\'ir brauchen ja in Deutschland nur an Namen, wie Leopold lianke. Ilelmuth Moltke, Nr. 3. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 29 \Villiclm Wclii'i- zu denken.) Nicht olnie Bitterkeit denkt man ihiran, dass Fraidcreichs geistige Flirer in Zukunft, wenn sie 75 Jahi-e im Dienste der Wissenschaft alt geworden sind, durch eine einfache Autlnrdening eines lediglich durch Volksgunst cr- holienen Ministers aus segensreicher Thtigkeit entfernt werden knnen. Den Docenten an den Thierrztlichen IJochschnlen Berlin hozw. Hannofnrf)e" 'JJlnUl'riipovntc. | Syxt Softaini .v>oif ftat nv icin Hinlicih-aft jiiv ^irfiiiifl bcnjcbcii. J ;lui(ll&ciirid) Snficlbc in i^otrcff ieiiicv 'Bcftniibtficilc imb SBeveituiiflomt ^ iiciinii iintajud)!, ()abo id) Mo llcbcr.icuniutii gewimen, aB baffelbe fr iscrioiKii, ircldjc an iU-antfteitcn bcv a!cipiiotion=:Ovgnnc leiben, ctli X sioccEmBigeS, bitetifc^e ai!ittet ciiipful)'-''! erben tnnn. ^ Dr. (Svljcr, @et). nnitftt-jratl) in rclaii. 1 Pfen, 30. September 1891. 1 a'3 mirficinifte iinb jn^feid) aniienet)ni)"te StrtunflSniittel, weldjeo 5 5fi^-l)cr nn mir jelbit nnb 5lnberen erprobt fiabe, ift Sbr Por,iiiflIic l'iiiHevtrnft=r'')eiitnbl)eit'obicr. id, lr. Seilltcriolllc, pvaft. 'ilrit. Lanolin-Toilette Cream -LanoUn Vorzglich sur ^flege bcr ^aiit. Vorzglich Vorzglich 3u babeu in tcn mciftcii Jlectbefen nut rroaciicn jur Weinbaltuno unt Scbccfung nnuitcc fiaut- ftetleii nnb lUiniben. jur Crbiiltuna einer auten fj.mt, bcionbcii! bei tlciiieii SiiiiAcvii. Ein gut empfohlenei- Dl", pllil., liotanikpr uiiil Clioiniker, sucht eine AssistentensU'lluufj. ("n'fiiUige Anfrage unter CliittVc 11. 6. an die Expedition der Naturw. \\'oehenschr. zu ricliten. Holz'sche und selbsterregende Influenzmaschinen construirt von J. R. Voss. Metall-Spiral-Hygrometer (bereits luOO Stck geliefert) empfielilt als Spezialitt Mechaniker. Um ^^ OS^. Mechaniker. BERLIN NO., Pallisaden-Strasse 20. 7 goldeue und silberne Medaillen. 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Die Bedeutung der naturhistorischen, insonderheit der zoologischen Museen von Profi.ssor Dr. Karl Kraepelin. Anleitung zu bltenbiologischen Beobachtungen von Prof. Dr. E. I^oew. Das glaziale" Dwykakonglomerat Sdafrikas von Dr. F. M. Stapf!'. Die Bakterien und die Art ihrer Untersuchung von Dr. Rob. Mittinann. Mit 8 Holz.sehnitlen. Die systematische Zugehrigkeit der versteinerten Hlzer (vom Typus Araucarioxylon) in den palaeo- litischen Formationen von Dr. 11. Potonie. Mit 1 Tafel. Ueber die wichtigen Funktionen der Wanderzellen im thierischen Krper von Dr. K. Korscheit. Mit 10 Holzschnitten. Ueber die Meeresprovinzen der Vorzeit von Dr. F. Frech. Mit Abbildungen und Karten. Heft 10. Ueber Laubfrbungen von L. Kny. schnitten. Mit 7 Holz- 11. Ueber das Causalittsprincip der Naturerschei- nungen mit Bezugnahme auf du Bols-Reymonds Rede: Die sieben Weltrthsel" von Dr. Eugen Dreher. 12. Das Rthsel des Hypnotismus von Dr. Karl Friedr. Jordan. lo. Die pflanzengeographische Anlage im Kgl. bota- nischen Garten zu Berlin von Dr. H. Potonie. Mit -' Tafeln. 14. Untersuchungen ber das Ranzigwerdender Fette von Dr. Ed. F\itsert. 15. Die Urvierfssler (Eotetrapoda) des schsischen Rothliegenden von Prof. Dr. Hermann Credner in Leipzig. .Mit vielen Abbildungen. l(i. Das Sturmwarnungswesen an den Deutschen Ksten von Prof. Dr. W. J. van Bebbcr. Mit 1 Tafel und 5 Holzschnitten. Preis: Heft 14 a 50 Pf.. Heft 516 a 1 M. Redaktion: f Dr. H. Potonie. Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. YIL Band. Sonntag, den 24. Januar 1892. Nr. 4. Abonnement: Man abonnirt bei allen Buchhandlungen und Post- y Inserate: Die viergespaltene Petitzeile 40 J^. Grssere Auftrge ent- anstalten, wie bei der Expedition. Der Vierteljahrspreis ist M 3.-- Gti) sprechenden Rabatt. Beilagen nach Uebereinkunft. Inseratenannahme Bringegeld bei der Post 15 ^ extra. A bei allen Annoncenbureaux, wie bei der Expedition. Abdruck \%t nnr mit volltttncliger i^nellenangabe gestattet. Eine diluviale Flora der Provinz Brandenburg. Vorlulige Mittheilung von Prof. Dr. A. Ne bring. Whrend wir ber die Thierwelt, welclie whrend der Diluvialzeit in der Mark Brandenburg gehaust hat, schon ziemlich gut unterrichtet sind, mssen unsere Kennt- nisse von der diluvialen Flora der Mark als sehr lcken- haft bezeichnet werden. Dieses hat zum grossen Theile seinen Grund darin, dass die Pflanzenreste in unseren meisten Diluvial-Ablagerungen schlecht erhalten sind oder vllig fehlen, zum Theil aber auch darin, dass unsere Botaniker sich um die Untersuchung der etwa vorhande- nen diluvialen Pflanzenreste bisher im Allgemeinen wenig bekmmert haben. Es giebt thatschlich in unserer Provinz manche Fundstellen, an denen sehr schn erhaltene, sicher zu be- stimmende Reste einer vorzeitlichen Flora erhalten sind, und es bedarf nur eines sorgfltigen Studiums jener Reste, um sich ein anschauliches Bild von der Flora des be- trefl'enden Abschnittes der Vorzeit machen zu knnen. Zu diesen Fundstellen gehren vor Allem die Thon- gruben der Ziegeleien bei Klinge, einem Dorfe, wel- ches zwischen Cottbus und Forst gelegen ist.*) Mir selbst sind drei derselben aus eigener Anschauung bekannt geworden, und zwar wurde ich zu einem Besuche der- selben durch die Auffindung eines hchst interessanten Riesenhirsch-Geweihs veranlasst, welches mir durch die Gte des Herrn Stadtrath Ruft" in Cottbus zuging. Ich gehe hier auf die Einzelheiten der Fundverhltnisse nicht nher ein, sondern gebe nur die Hauptresultate.**) In den bezeichneten Thongruben kann man eine An- zahl von Schichten, welche in horizontaler oder annhernd horizontaler Lage ber einander liegen, deutlich erkennen. *) Der Balinliof Klinge liegt ungefhr ,50 Fu.ss ber dem mittleren Wasserspiegel der .Spree bei Cottbus; die Ziegeleien von Klinge liegen ungefhr in gleicher Hhe mit dem Bahnhof. **) Man vergleiche meinen vorlufigen Bericht in ilem Sitzgsb. d. Oesellsch. uaturf. Freunde, v. 'JO. Oct. 1891. und zwar sieht man folgendes Profil*) von oben nach unten : 1. Humoser Sand (Ackerkrume), ca. Va m- 2. Gelblicher Sand, angeblich mit Blcken und rund- lichen Steinen, 2 m. 3. Kohlig-thonige Schicht, mit undeutlichen Pflanzen- resten, ca. 1 m. 4. Graugelber, plastischer, feingeschlmmter, kalk- reicher Thon, im Allgemeinen steinfrei, doch hie und da mit rundlichen Steinen, 2 m. 5. Thon mit kohlig-torfigen Streifen, ^o m. 6. Kohlig-torfigc Schicht, mit zahlreichen, sehr wohlerhaltenen, meist horizontal gelagerten Pflan- zenresten, 2 m. 7. Harte, scherbig-blttrige, eisenschssige Thonschicht (Lebertorf"), ca. '/o m. 8. Grnlich-grauer, plastischer, sehr feiner Thon, kalkreich, im trocknen Zustande hellgrau aus- sehend, im Allgemeinen steinfrei, hie und da rund- liche Steine von der Grsse eines Kinderkopfes enthaltend, 4 m. In dieser unteren Schicht fand sich das oben er- whnte R i e s e n h i r s c h - G e w e i h, **) ferner das Skelct eines Elchhirsches (('erv. alces), einige Rhinoceros- *) Obiges Profil bezieiit sich specicll auf die Tliongrube der Schulz'schen Ziegelei, welche unter der Verwaltung des Herrn A. Kayser steht; die Profilverbltnisse der beiden anderen Gruben sind ganz entsprechende. **) In meinem oben citirten Berichte ist auf Grund d(-r mir ursprnglich zugegangenen Mittheilungen angegeben worden, dass das Riesenhirsch-Geweih in der oberen Thonschicht der Dominial- Ziegelei gefunden sei; erst krzlich hat sich bei einem genauen Verhr der Arbeiter, welche den Fund gemacht hatten, der obige That bestand herausgestellt. 32 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 4. Knochen, (Schulterblatt, Oberarm etc."), 2 Unterkiefer eine.s kleinen Fuchses, dessen Bestininnuii;- nicht ,,anz sicher ist. Aus der oberen Thonschicht sind mir bisher keine Funde bekannt geworden. Benierkenswerth ist es, dass jenes Riesenhirsch- Geweih nicht dem typischen Riesenhirsche (Megaceros hibernicus Owen), sondern einer beson- dern Rasse oder vielleicht gar Species ange- lirt, welche ich als Cervus megaceros var. Ruffii oder fr den Fall, dass sie sich als besondere Species erweisen sollte, als Megaceros Ruffii bezeichnet habe. Diese Riesenhirsch - Form seheint lteren Datums zu sein, als die bekannte irlndische, welche letztere als eine extreme, jngere Form be- trachtet werden darf. Zufllig ist vor Kurzem aus dem Rheine bei Worms der Sch- del eines Riesenliirsches mit Geweih herausgefischt worden, welcher nach meinem r- theile derselben Rasse oder Species angehrt, wie unser Exemplar von Klinge; letz- teres stammt von einem etwa 5 6 jhrigen, ersteres von einem etwa 10 12 jhrigen Individuum. Beide zeigen sie eigenthmliche Abweichungen von dem typischen Riesen- hirsche, welche als ent- schieden d a m h i r s c h - h n - lieh bezeichnet werden dr- fen: man kann den Mega- ceros Ruffii sehr wohl als eine Vermittelungsform zwi- schen den Gattungen Mega- ceros und Dama bezeichnen. (Siehe die Abbildung.) N- heres wird demnchst ver- ffentlicht werden. Fr unser vorliegendes Thema ist es von Wichtigkeit, hervorzuheben, dass die untere Thonschicht neben einigen Rhinoceros- Resteu ein Riesenhirsch - Ge- weih von alterthmlichem Typus geliefert hat. Dieses spricht, abgesehen von an- deren Umstnden, dafr, dass jene Thonschicht diluvial ist und zwar vermiithlich dem lteren oder mittleren Dilu- vium angehrt. Die zwischen den beiden Thonschichten eingeschlos- sene kohlig-torfige Schicht, welche so viele wohl- erhaltene Ptianzenreste enthlt und fr unser Thema vor Allem in Betracht kommt, halte ich vorlufig fr inter- glacial; doch gengen die bisherigen Untersuchungen noch nicht, um ihr geologisches Alter mit voller Bestimmt- heit festzustellen. Ich hoffe sehr, dass dieses durch unsere Diluvial-Geologen geschehen wird. Jedenfalls sind die Profilverhltnisse der Thongruben von Klinge so klar und so interessant, dass sie die eingehendste wissenschaft- liche Untersuchung verdienen. Jeder, der an Ort und Stelle war, wird zugeben mssen, dass die Flora, deren Reste in der kohlig-torfigeu Schicht (6) begraben liegen, in eine weiteutlegene Zeit zurckreicht. Mag sie interglacial, oder postglacial sein, Riesenhirsch-Geweih (Cerv. megaceros var. Riiffii Nehiing.) Aus einer Thongrube bei Klinge unweit. Cottbus. Abge- worfene, rechte Geweihstange. '/,o nat. Gr. a = (Ue Rose oder; der Erauz. - '' = Augensprosse. c = Mittelsprosse. rf, e, / und .7 = die Randsprossen der Schaufel. A = die Hintersprosse. Die Breite der Schaufel von t * betrgt 24 Centimeter. in jedem Falle ist sie fr die Geschichte uuserer heimath- lichen Vegetation sehr interessant, und es verlohnt sich wohl, die Ergebnisse der botanischen Bestimmungen, welche bis jetzt vorliegen, mitzutheilen. Diese Bestim- mungen rhren theils von meinem verehrten Collegen, Herrn Geh. Regierungsrath Prof. Dr. Wittmack, theils von Herrn C. Warnstorf in Neuruppin, theils und zwar hauptschlich von Herrn Dr. C. Weber in Hohenwestedt her.*) Die Probestcke aus der kohlig -torfigen Schicht, welche der botanischen Untersuchung unterworfen wur- den, sind der Thongrube der Schulz'sehen Ziegelei ent- nommen worden, zum gerin- geren Theile von mir selbst, als ich an Ort und Stelle war, zum gn'isseren Theile von Herrn Ziegelmeister A. Kayser, der mir zwei ansehn- liche Kisten voll Probestcke zugehen Hess und mir ber- haupt das freundlichste Ent- gegenkommen in jeder Be- ziehung erwiesen hat. Wittmack stellte fest : Fichte (Picea excalsa) nach einem Zapfen mit wohlerhal- teneu Samen und nach Holz- proben, Birke (Betula sp.) nach Rindenstcken, Hain- buche (Carpinus Betulus) nach zahlreichen Frchten, 2 Hornblatt-Arten (Cerato- phyllum demersum u. C. sub- mersum) nach einer ziem- lichen Anzahl wohlerhaltener Frchten. Ein Holzstck ge- hrt nach Wittmack vielleicht zu Pinus. Warnstorf bestimmte : Hypnum aduncum und Hyp- num fluitans. Weber, der mit lebhaf- testem Interesse und grossem Zeitaufwand die von mir ber- sandten Proben untersucht hat, stellte folgende Liste auf: Nymphaea alba f. typiea. Samen. Nuphar luteum. Samen. Cratopleura sp. Nach einer Anzahl von Sa- men. Nahestehend der Cratopleura helvetica Weber. (Vergl. C.Weber, Cratopleura holsatica, eine interglaciale Nymphaeacee, und ihre Beziehungen zu Holopleura Victoria Casp. und Victoria regia Lindl. Neues Jahrb. f. Mineral., 1892, Bd. Cerathopyllum submersum. Einige Frchte. demersum. Eine Frucht. Carpinus Betulus. Zahlreiche Frchte. I).**) *) Ich spreche den genannten Herren fr die Mhe, der sie sieh unterzogen haben, auch an dieser Stelle meinen besten Dank aus. **) Nach Aufstellung der obigen Liste durch Weber und nach Abschluss meines vorliegenden Aufsatzes haben die Herren Hen- nings und Wittmack beobachtet, dass die Samen der von Weber aufgestellten Gattung Cratopleura manche Aehnlichkeiten mit denen von Brasenia peltata Pursh aus Nord-Amerika erkennen lassen, wenngleich in den anatomischen Details nach Wittmaeks Untersuchungen deutliche DitFerenzen vorliegen. Jedenfalls er- scheint Cratopleura .ils eine hchst interessante, diluviale Nym- phaeacee ; vielleicht darf sie fr gewisse Ablagerungen unseres Diluviums als Leitfossil" betrachtet werden. Nr. 4. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 33 Betula verrucosa Ehrh. Frchte, Blatter, Holz- theiie, Pollen (sehr zahlreich). Salix aurita L. Bltter (sehr zahlreich). Fruchte?). Salix (Caprea?). Fragmente von Blttern. Salix (cinerea?). 2 Bltter. Vielleicht eine Inter- medirlbnn von S. anrita und S. cinerea. Salix repens. Blattfragment. Hex aquifolium. 1 wohlerhalteue Steinfrucht. Populu.s tremula (V). Blattfrag-ment, kleine Zweig- stcke, Pollen (?). Najas sp. "? Fragmentarische Frucht. Galium ipalustreV). Echinodorus ranunculoides ('?). Carex (gracilisV). sp. (vielleicht Goodenoughii). Frchte. sp. (panicea?). Frchte. sp. (vesicariaV). 1 Frucht. sp. Rhizome, Bltter, zahlreich. Wahrschein- lich den vorigen Arten angehrig. Scirpus lacustris. Picea excelsa. Samen, Samenflgcl, Pollen, zahl- reiche Holzreste. (Stmme, Aeste etc.) Polystichum Thelypteris. Sporenkapseln, Sporen. Zahlreich. Hypnum div. sp. Stmmchen und Sporen. Sehr zahlreich. Spliagnum sp. Blattreste und Sporn. Hierzu kommen noch aus derselben Ablagerung: Corylus Avellana, der Haselnuss-Strauch, von dem ich eine wohlerhaltene Nuss besitze, und eine bisher unbestimm- bare Pflanze, deren Samen eine eigentlindiche, wurst- frmige Gestalt aufweisen. Diese Samen sind ungefhr S nun lang, 2274 mm dick; sie erscheinen vorlufig rthselbaft, da keiner der Herren Botaniker, welche sich mit ihnen beschftigt haben, die zugehrige Pflanze zu nennen vermochte. Auch eine Kapselfrucht mit chagrin- artiger Oberflche harrt noch der Bestimmung. Ueber diejenigen grsseren Holzstcke (Abschnitte von Wurzeln, Stmmen und Aesten) welche ich an Herrn Dr. Weber eingesandt habe, schreibt mir derselbe : Die Hlzer gehren smmtlich nur zwei Bumen au. Es sind erstens Stamm- und WurzelstUcke verschiedenen Alters von Betula sp., wohl sicher B. verrucosa Ehrh. ; alles Andere gehrt einer Conifere an, die nach ihren anatomischen Verhlt- nissen, sowie nach den sonstigen Befunden des Torflagers nur Picea excelsa sein kann. Es sind darunter Wurzel- halsstcke, welche ein auffallendes Pendant zu Vaupells Moorkiefer liefern, Stmme, die bei einem Alter von 20 und mehr Jahren kaum die Dicke eines Daumens be- sitzen. Man knnte diese Fichte nach Analogie der Moor- kiefer als Moorfichte bezeichnen. Daneben finden sich aber auch Aeste von stattlichen Bumen derselben Species.*) Lagen sie alle in demsell)en Horizonte des Torfes?" Letztere Frage kann ich nicht beantworten, da ich die betretfenden Proben nicht selbst an Ort und Stelle gesammelt habe; es ist aber nicht unwahrscheinlich, dass die Proben der besser entwickelten Exemplare einem andern *) Dpi- Tischler der Landwirthscliaftl. Hochschule, Herr Michel, hat sehr scliiine durchsichtige Querschnitte der betr. Fichten- und Birkenstiimmc angefertigt; er giebt eventuell davon welche ab. Niveau entstannnen, als die der kmmerlich entwickelten. Die betr. Schicht ist ca. 2 m mchtig, sn dass man an- nehmen darf, es sei zwischen der Bildung ihres unteren und der ihres oberen Theils ein ansehnlicher Zeitraum verflossen, innerhall) dessen sich manche Aenderung der Verhltnisse vollzog. Herr Dr. Weber hlt die oben nachgewiesene Flora fr interglacial, wie ich von vornherein vermnthet hatte. Abgesehen von den Ablagerungs-Verhltnissen, welche oben kurz angedeutet sind, spricht fr diese Ansicht der Umstand, dass der Charakter der Flora im Wesentliehen mit dem der Floren anderer Fundorte bereinstinniit, welche fr interglacial gelialten werden. Dahin gehren namentlich die Fundorte Bcldorf und Gr. Bornholt bei Grncnthal im Bette des Nord-Ostsee-Canals, welche Weber krzlich eingehend beschrieben hat. (Neues Jahr- buch f. IMineral. 1891, Bd. H, p. 62 ff.). Ferner wre das Torflager von Lauenburg an der Elbe zu vergleichen, das von Keilhaek ir interglacial gehalten wird, sowie manche andere alte Torflager, welche Prof. von Fischer- Benzon krzlich in seiner schnen Arbeit ber die Moore der Provinz Schleswig-Holstein besprochen hat.*) ;\Lag sich nun meine ursprngliche Vermuthuug hin- sichtlich des interglacialen Alters der kohlig-tortigen Pflanzenablagerung in den Thongrubcn von Klinge dcnnichst bei genauerer Untersuchung besttigen, oder nicht, soviel ist sicher, dass jene Ablagerung ein relativ Im dies Alter hat und nicht mit einem gewhnlichen Torflager ver- wechselt werden darf. Ich bin berzeugt davon, dass ein genaues, ausdauerndes Studium der dort eingebetteten Pflanzenreste viele beachtenswerthe Resultate liefern wird. Nach den bisher erlangten Bestimmungen entwirft C. Weber in einem Briefe vom 30. Dec. 1891 folgendes Bild von der Flora, welche in der Gegend des heutigen Dorfes Klinge einst whrend der Entstehung der mehr- fach genannten Ablagerung cxistirt hat: ,,Es war dort ein Sumpf, vielleicht ein See mit flachen, sumpfigen Ufern. Letztere waren bedeckt mit einem Gebsch von Birken, Weiden, Hainbuchen und verkmmerten Fichten; dazwischen standen einzelne stattlichere Bume der letzteren Art, ferner sprliche Haseln und Espen. Die Wasser- lachen zeigten sich umsumt von Seggen; in ihnen wuchsen Seerosen, Hornblatt-Arten und Nixkruter. Schliesslich wurde Alles berwuchert von einem gewaltig an- schwellenden Hypnum-Moore". Ich fge noch hinzu, dass zahlreiche Kferreste den Beweis liefern, dass obige Vegetation im Sommer von Coleopteren belebt wurde; namentlich hallen Schilfkfer aus der Gattung Douacia in mehreren Arten eine Rolle gespielt. Die genaueren Bestimmungen der zinn Thcil prachtvoll erhaltenen Kferreste hat Herr Dr. E. Schfl' bernommen; derselbe wird bald Nheres ber die Er- gebnisse seiner Untersuchungen verft'entlichen. Eine der Donaeia - Arten soll nach dem Urtheile eines erfahrenen hiesigen Entomologen, des Herrn Gustos Kolbe, in der vorliegenden Form nicht mehr existiren. *) Sonder-Abdruck aus Bd. XI, Heft 3 der Abhandl. d. Naturw. Vereins in Hamburg, ISltl. Vei-gl. auch den Aufsatz von Dr. E. H. L. Krause in dieser Wochenschriff, 1891, Xr. 49. Ein Beitrag zur Geschichte des europischen Hausrindes. Von Prof. Dr. Hugo Werner. (Fortsetzung.) Was nun Italien anbetrifft, so wird angenommen, dass die Vlker Italiens, mit Ausnahme der Iberer auf den Inseln und der Sdspitze und der Etrusker im heutigen Toskana, vom Norden her eingewandert sind. Woher ist schwer zu sagen. Zuletzt scheinen ihre Wohn- sitze etwa im heutigen Istrien gewesen zu sein. Die Wanderung erfolgte auf dem Wege um das adriatisclie Meer. Spter ergriffen dann die Gallier (Kelten) von 34 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 4. Oberitalicn Besitz. Die Geschichte aller dieser Vlker ist eng mit der rmischen verbunden und geht seit Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. in derselben auf. Es ist nun anzunehmen, dass bis zum Beginne der Vlkerwanderung die Inseln und die SUdspitze Italiens, wie noch heute, mit Vieh der iberischen Rasse und Ober- Italien mit rothem Keltenvieh bevlkert war. Nach den Beschreibungen der rmischen Schriftsteller lsst sich aber nicht mit Gewissheit sagen, zu welcher Abart die von ihnen genannten Schlge gehrt haben mgen. Berlirat war im Alterthum das rothe Vieh von Brut- tium (Theovr. IV. 20) und einzelne Rmer, wie Lucilius Hiper (Varr. II. 1) hielten davon grosse Heerden. In Lncanien fanden sich sehr grosse Thiere und die Rmer hatten, bis zu den Elephanten des Pyrrhus, nie grssere gesehen und sollen sie daher, wie Virginias und Isidorus (XII 2) angeben, Lukasochsen, Bos Lucas" (Lucret. VI 130L PI. VIII 6. Sil. IX 273) genannt haben. Auch diese waren von rother Farbe und zur Arbeit gesucht. Vielleicht gehrten diese Schlge der iberischen Rasse des Kurzkopfrindes an. Ueber die Viehschlge in Mittel-Italien liegen folgende Nachrichten vor. Der Viehschlag Etruriens ist gedrungen und die Stiere sind weiss (PI. II 106), namentlich ist dies der Fall um Falerii herum. Diese weissen Stiere wurden in Rom be- sonders am Feste der als Juno Curitis oder Quiritis aus Etrurien nach Rom verpflanzten Gottheit und bei der latinischen Festfeier auf dem Albanerberge begehrt, bis ein Senatsbesehluss statt der weissen, rthliche Stiere zu whlen erlaubte. (Ovid. Amor. III 13. 3. Fast. I 83). Auch Umbrien besass berhmtes Vieh (Col. III 8). Dasselbe zeichnete sich durch Grsse und Gutmthigkeit aus und ist theils von weisser, theils von rother Farbe, oder gescheckt. Die Mehrzahl dei Heerden scheint in das Weisse zu fallen. Die schneeweissen Stiere von Mevania waren besonders zu Dankopfern gesucht. (Lucan. Phars. I 473. Stal. Sylv. I 4, 129). In Latium war der Viehschlag gedrungen und zur Arbeit krftig (Col. VI 1.), und in Campanien meist klein, sowie von vorherrschend weisser Farbe. Zu M'elcber Abart oder Rasse jedoch dieser alte Bos italicus" Mittelitaliens gehrt haben mag, lsst sich nicht mehr entscheiden, sondern nur vermuthen, dass er der Primigeniusform entsprossen und vielleicht Blut der alten etruskischen Bibovinen, des Bos etruscus, ihm beigefgt war. ebrigens ist dieser alte Bos italicus im Verlaufe der Vlkerwanderung durch die aus dem Osten einwan- dernde primigene graue Steppenviehrasse verdrngt wor- den, wie wir weiterhin sehen werden. Gleiches hat sich auch mit den altgriechischen Vieh- schlgen ereignet, deren berhmteste Schlge vor Beginn der Vlkerwanderung folgende waren: Der Schlag von Epirus, der beste Griechenlands. Die Thiere waren gross, zugfhig und milchergiebig. Sie weideten Sommer und Winter auf reichen Weiden und Aristoteles (h. a. VI 23) versichert, dass die freiweidenden Stiere den Hirten fters Monate lang nicht zu Gesicht kommen. Am erfolgreich- sten nahm sich Pyrrhus (300 v. Chr.), vielleicht zum Zwecke der ihm beliebten gymnastischen Kmpfe (Senec. de ir. II. 14), oder der in jenen Gegenden gewhnlichen Stiergefechte, der Viehzucht an, ebenso auch Polykrates von Samos (Arist. Toi. V 11.). Pyrrhus trieb Anzucht nach festen Grundstzen; in der zur Fortpflanzung be- stimmten kniglichen Heerdc von 400 Stck (Arist. VIII. 1, 9) Hess er keine vor dem 4. Jahre zur Begattung zu, wodurch die Thiere gross und milchergiebig wurden. Plinius schreibt: Reiche Rmer, wie Atticus, lassen Epiroten zu uns kommen, theils zur Zucht, theils, nach erfolgter Mstung, zu Opferzwecken (PI. VIII. 70). Der Schlag in Thessalien war weiss und auf den grasreichen Fluss- und Bergwiesen vortrefflich entwickelt. Arkadien, das gefeierte Land der Hirten, Heerden und Hauptsitz des Pankultus, war reich an Heerden (Stat. Theb. IX. 719. Ovid. Fast. 11 273 etc.). Bei Botien, Kuhland, deutet der Name bereits auf die Rindviehzucht hin. Die Weiden waren dort vortreft- lich (Virg. Ecl. II. 2., Propert. III. 13, 42). Das Land war auch reich an Heerden. (Paus. I. 38,9; IX. 12, 1; Apollod II 4, 11; III 5, 5). Nach den eberlieferungen der Griechen war in den Steppen vor der Vlkerwanderung das skythische Vieh verbreitet. Im b. Jahrhundert v. Chr. besuchte Herodot die Skythen im Sdwesten des jetzigen europischen Russlands und versichert, dass deren Vieh hornlos sei, er tgt hinzu, in den grimmig kalten Lndern wachsen die Hrner entweder gar nicht oder nur schwach (Herod. IV 29). Hippokrates wiederholte diese Nachricht, doch hat er augenscheinlich die Angabe des Herodot als Quelle benutzt. Herodot wird die Nachricht von dem hrnerlosen Vieh bei seinem Besuch der griechischen Colonien am Nordrand des -Schwarzen Meeres von dortigen Colonisten erhalten haben. Diese Hornlosigkeit wird aber durch die Nachrichten Strabo's nicht besttigt. Vielmehr geht aus Allem hervor, dass die Griechen selbst nicht recht wussten, wie sie sich diese Thatsache erklren sollten. Man will bei den alten Griechen darin entweder ein Thier erkennen, dass gar nichts mit dem Rindvieh zu thun hat, oder man sucht durch Abfallen der Hrner eine Erklrung. Diese Stelle des Herodot hat nun in neuerer Zeit zu mancherlei Deutungen Veranlassung gegeben. A. von Middendortt'*) schliesst aus dieser Stelle, dass zu jenen Zeiten in der Nachbarschaft der Steppen ein kleinwchsiges hornloses Rindvieh in Waldgegenden vorkam, welches wir in Gemssheit des Hinweises Herodot's das skythische Vieh nennen. Im Laufe der Jahrhunderte drngten sich die Skythen immer weiter und weiter nach Norden und mit ihnen ihr hornloses Vieh. Offenbar ist A. v. Middendorff der Ansicht, das heu- tige primigene Vieh des nrdlichen Russlands, welches vielfach hornlos ist, sei Skythenvieh gewesen. Es ist nun nicht leicht einzusehen, dass dies Skythen- vieh in den Steppengegenden Sd-Russlands hornlos ge- wesen sein soll, weil gerade das trockene Steppenklima mit seiner heissen Sommertemperatur auf die Hornent- wickelung bei dem europischen Hausrinde frdernd ein- wirkt, whrend, wie Herodot ganz richtig sagt, in grimmig kalten Lnilern und, fgen wir noch hinzu, auch in dem nasskalten Klima die Hornbildung ungnstig beeinflusst wird und selbst zur Hornlosigkeit fhren kann, wie einige hochnordische und verschiedene Schlge in Grossbritannien und Irland beweisen. In den Nordlndern sind daher die Bedingungen fr das Entstehen der Hornlosigkeit ge- geben und nicht durch einwandernde Rindviehschlge ist sie in jene Gegenden gebracht worden, auch niclit wie Hehn**) und mit ihm von Middendorff behaupteten, dass das hornlose Vieh Deutschlands nach dem Norden ge- kommen sei, indem es die nach Skandinavien im Mittel- alter auswandernden Abzweigungen deutscher Stmme *) A. V. Middomlorff, Ueber die Rindviehrasse des iirdl. Russl. und ihre Veredehing; in Landw. Jahrb. Berlin 1888 S. 299. Uebersetzt von B. Dajohr. **) Hohn, Kulturpfl. und Haustli. etc. 1874 II S. 410. Nr. 4. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 35 begleitete. Diese Ansicht ist grundfalsch, wie ich spiiter bei der Besprechung des nordischen Rindes zeigen werde. Dass aber die Steppe in der That auf die Bildung grsserer Hrner hinwirkt, scheint nach den Angaben Wilckens*) erwiesen zu sein. Diesen zufolge nimmt das kurzlirnige Braunvieh der Alpen, in das Steppenklima Ungarns versetzt, binnen wenigen Generationen ohne Kreuzung mehr und mehr die Hornform und Horngrsse, ja selbst die Kopfform der Steppenrinder an. Da nun das heutige langgehrnte Steppenvieh erst zur Zeit der Vlkerwanderung in die frher von Skythen be- wohnt gewesenen Gegenden gelangt ist, so ist nun weiter zu untersuciien, worauf sieh die von Hcrodot gemeldete Thatsaclie beziehen kann, und hierbei gelange ich zu folgenden Ergebnissen: Die Kirgisen und Kalmken, also echte Steppen- bewohner, zchteten ausser der eigentlichen Kirgis-Rasse, nocli eine rothbraun oder rothbraun auf weissem Grunde gefrbte langgehrnte Rasse, welche mit der heu- tigen grauen Steppenrasse nichts gemein hat. Hehn**) *) Die Einderrassen Mitteleurop. 1876. S. 11. **) Kulturpfl. und Hausth. etc. 1874. II. Aufl. S. 408. meint nun, vielleicht ist das kleinere, rotlie, eigentliche Steppen vieh ein Abkmmling jeuer altskythischen Heerden. Ein anderer gehrnter Schlag der Steppe ist mir ausser der spter eingewanderten grauen Steppenrasse nicht bekannt, weshalb ich annehme, dass Hehn diesen rothen Schlag der Kirgisen gemeint hat. Aber ausserdem wird, wie Fitzinger*) anfhrt, bei diesen Vlkerstmmen in der That auch enie ungehrnte Rasse angetroflen, welche auf eine Vermischung mit hornlosen Zebus deutet. Bekannt- lich kommen hornlose Zeljus hufiger vor. Das europ- ische Hausrind grenzt aber in der Steppe mit dem Zebu, daher dergleichen Kreuzungen nicht selten vorgekommen sein mgen. Es drfte demnach die Nachricht des Herodot von dem hornlosen Skythenvieh darauf zurck- zufhren sein. Nach meiner Ansicht gab es bei den Skythen ein braunes, langgehrntes Steppenvieh und ausserdem horn- lose Bastarde zwischen diesem und dem hornlosen Zebu. (Fortsetzung folgt.) *) Fitzinger, Wis.senschaftl. V. Bd. S. 612. Wien 1891. po|iul:'irc Natui-g. der Sugeth. Merkur und Venus. Von Ferdinand Kerz. Im Anschluss au die Entdeckungen des Herrn Schia- parclli, welche sich auf die Frage der Rotation der beiden unteren Planeten beziehen, sind von verschiedenen Seiten Ansichten entwickelt worden, die wir zwar auch als sein- geistvoll erklren mssen, die wir aber mit den Ansichten lterer Astronomen nicht im P^iiikiangc finden. Es wird da nmlich angenommen, dass Himmelskrper, welche sich auf ihrem Wege um andere herum nur einmal frei um eine Axe drehen, wie unser Mond, sich frher fter um ihre Axe gedreht htten, und dass diese .\xen- dreliung, nach G. H. Darwins geistvoller P'.rklrung durch die Reibung der die Himmelskrper umlaufenden, von dem Centralkrper durch Anziehung erzeugten Fluthwelle nach und nach so weit verlangsamt worden ist, bis sie der Umlaufszeit genau gleich war. Sobald nmlich Re volution und Axeudrehung genau in gleicher Zeit voll- endet werden, finde eine Ebbe und Fluth gar nicht mehr statt, sondern die Anziehung des Cenfralkrpers bewirke eine dauernde Deformation der flssig gedachten Ober- flche des Satelliten. Ich gestehe, dass mir diese Ro- tationsentsteiumg, auf unseren Mond angewendet, grosses Bedenken erregt, sch ^aui. Vorzglich V., SSmI:! 5"c CSitjaltiina einet outen fi.iut, befoiiter bei UgilCn (leinen Sin^evn. uc 3iciut)dtuno unb Setcdnns wuntev l:>mu ftetlcu unb 2Bnnben. 3u baten in ben mciftcn lpctfecteu unb Ssroaevicn. Ein gut empfcililener Dl", pilll., Botaniker und Chemiker, s^uclit eine Assistentenstellung. Gefllige Anfrage unter Cliitt're ]?l. 6. an die Expedition der Niiturw. Wochonsehr. zu richten. Seit 1878 Patentbureau empfohi. Q I Inform. DaCK gratis Leipzig Besorgt u. verwert. Patente all. Lnder (Jebrauclis- Muster Marken - Centrale I Sauerstoff iin Stalilcylinclei'n.j Dr. Th. 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Abdruck ist nnr mit vollstndiger <|nellenana:abe gestattet. Bericht ber die Thtigkeit der k. k. Sternwarte zu Prag im Jahre 1891.*) Von Prf. Dr. L. Woinek, Direktor der k. k- Sternwiirto in Prag. Meine Mondzeichuungen mussten sieh im Jahre 1891 auf tlie Arbeiten nach den PliotoijTajjhieu der Lick- Sternwarte bcschrnlcen. Die Veriiltiii.sse am Steinlieil- sclien 6-Zller der Prager Sternwarte sind, wie schon im Vorjahre**) bemerlit, zur Zeit fr Mondbeobachtungen hclist ungnstige. Ferner trug der Umstand, dass ich bereits 60 der hauptschlichsten Objecte an der Lichtgrenze fixirt habe, und dass icli wegen des grossen Fortsciirittes der Mondphotographie die Anforderungen an die Gte des Fernrohr -Bildes zu steigern hatte, noch zur Reduction der verwendbaren Nchte bei. Im Ganzen war ich 11 mal zur Meridianzeit des Mondes im Thurine, ohne je- doch etwas Brauchbares zu erhalten. Am 14. October versuchte ich, die Berggruppe E, stlich von Flanisteed, zu zeichnen, musste aber nach einer halben Stunde wegen AVolken die Arbeit abbrechen. Diese Mhen waren somit, abgesehen von einigen Studien und Vergleichungen zwischen optischem und photographischem Mondbilde, welche icii gelegentlich vornehmen konnte, vllig ver- loren. Natrlich wrde unter anderen Verhltnissen, als sie die antiquirte Prager Sternwarte bietet, gerade bei hohem Mondstande, sobald nur geeignete Vorkehrung zur Beseitigung des Uul)ecpiemen in der Lage des Be- obachters getroffen wird, das exacteste Detailstudium der Mondobertlche zu bewerkstelligen sein. Je weniger ich auf solche Weise am Stcinheirschen Refraetor zu erreichen vermochte, desto eifriger wandte ich mich der Ausnutzung der mir von Herrn Prof. E. S. Holden gtigst bersandten, trefflichen Mondauf- nahnien der Lick-Sternwarte zu. Auf das Zeiclmeu nach denselben verwendete ich allein im Jahre 1891 294 '/4 Stunden. Zunchst vollendete ich die bereits im Vor- *) Derselbe ist soeben, wie iilljlirlicli, an die Kedaction der Viorteljahrssclirift der astronomi.sclion Gesellschaft" naeh Mnclion geseliickt worden. **J S. Naturw. Woehensehr." Band VI. 1891. No. 28. fertig gestellten Tuschirungen des Mare mit entgegen- etwas gelitten hatten. Stellung jhre nahe Crisium und zweier Archimedes-Bilder gesetztem Schattenwurfe. Erstere, in der Grsse von 11,2 zu 15,6 Gentimeter, ist eine vierfache Vergrsserung der Lick-Platte vom 2.3. August 1888, reicht von Secchi im Sden bis Berzelius im Norden und erforderte 34^4 Arbeits- stunden. Letztere, deren jedes Bild die Grsse von 5 zu 7 Gentimeter hat, sind zehnfache Vergrsserungen der Lick-Platten vom 15. August 1888 und vom 27. August 1888 und beanspruchten zusammen 87'^/4 (44-* 4 und 43) Zeichenstunden. Eine Ueberarbeitung der Archimedes- Bilder war namentlich dadurch nothwendig geworden, weil dieselben durch die lithographische Reproduction Weiter ging ich an die Her- zehnfacher Vergrsserungen der Ringebene Arzachel, mit stlichem und mit westlichem Schatten- wurfe, nach denselben Platten vom 15. und 27. August 1888. Diese Bilder wurden gleichfalls in der Grsse von 5 zu 7 Gentimeter ausgefhrt und verlangten 42''/4 bezw. 49V4 Arbeitsstunden. Sobald die erwhnten Archimedes- und Arzachel-Tuschirungen vollendet waren, wurden sie zu einer Quarttafel vereinigt und alsbald mit dem Mare Crisium-Bilde zur heliographischen Reproduction an das k. u. k. militr-geographische Institut in Wien gesandt. Beide Tafeln wurden noch vor Ende des Jahres in aus- gezeichneter Weise fertig gestellt. Die im Vorjahre bemerkten Archimedes-Lithographien, welche der hiesigen Firma A. Haase in Auftrag gegeben wurden, gelangen in Anbetracht der grossen technischen Schwierigkeiten, die zu berwinden waren, ebenfalls zufriedenstellend; von diesem wurden lOO Abdrcke fr die Publications of the Astrouomical Society of the Pacific in Sau Francisco, 2000 Abdrcke fr den Jubilumsband des 50jhrigen Bestehens der Kgl. ung. naturwissenschaftliclien Gesell- schaft in Budapest und 330 Abdrcke fr die Anualen der Prager Sternwarte bestellt und abgeliefert. Von den 42 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 5. Heliogravren der Jlare Crisium- und der Archimedes- Arzacliel- Tafel bestellte die Lick- Sternwarte fr den II. Band ihrer Verffentlichungen je 1100 Exemplare, ferner die Prager Sternwarte je .330 Exemplare, ausser dem noch die Astronomical Society of the Pacific 1000 Altdrcke von der ersten Tafel. Whrend der Ans- fhruug des zweiten, sehr detailreichen Arzachel-Bildes mit westlichen Schattenwurf kam mir der Gedanke, die Verg-rsserung der Lick-PIatten auf zeichnerischem Wege noch weiter zu treiben, einestheils, um fr das feinste Detail eine freiere Pinselfhrung- zu erhalten, anderen- theils, um dieses Detail mit Rcksicht auf die nvoll- konnnenheiten eines jeden Keitroductions- Verfahrens besser zur Anschauung zu Ijringen. Ich machte gleich den Schritt zu einer zw an zigfachen Vergrsseruug , obwohl ich die Schwierigkeit einer solch' mosaikartigen Arbeit bei nun betrchtlich verkleinertem Ocular- Gesichtsfelde nicht verkannte, und beschaffte mir von der optischen Anstalt Reinfelder & Hertel in Mnchen ein vorzgliches achromatisches Mikrometer - Ocular von '/g Pariser Zoll = 13,53 Millimeter Aequivalent- Brennweite. Indem ich meine deutliehe Sehweite auf 28 Centimeter annehme, folgt fr dasselbe eine 21,7 fache Linear-Vergrsserung und aus deren Brennweite, ccnnlnnirt mit der photogra- phischen Brennweite des grossen Lick-Refractors (von 19,483 Meter) eine Gesammtvergrsserung des Mondes = lOTOfach. Andererseits entspricht der 20 fachen Ver- grsserung der Lick-Aufnahmen ein Mondbild von etwa 2,8 Meter Durchmesser fr die mittlere Moudentfernung. Vertrauend, dass meine Begeisterung die Schwierig- keiten dieses Unternehmens, welches ebenso sehr das sorgfltigste Studium des Originales als auch die hchste Vollendung in der Ausfhrung verlangte, berwinden werde, begann ich am 23. .Juni mit der 20 fachen Ver- grsscrung der prchtigen Wallebene Petavius nach der schnen Lick-Aufnahme vom 31. August 1890. Ich whlte gerade dieses Olyect, weil Mdler dasselbe auf einer Specialkarte in fast gleich grossem Massstabe dargestellt hat, und es lehrreich erschien, zu dieser schematischen Zeichnung ein mglichst vollkommen plastisches Pendant zu erhalten , sowie beide Zeichnungen auf ihre Ueberein- Stimmung zu prfen. Die Tuschirung, in der Grsse von 12 zu 18 Centimeter, wurde, nachdem ich in der Folge- zeit zwei Monate von Prag abwesend war, am 23. No- vember vollendet und erforderte insgesammt I2OV2 Arbeits- stunden. Der Versuch ist als vollkommen gelungen zu bezeichnen und hat in mir den Entschluss gereift, knftig nur mehr 20 fache Vergrsserungen auszufhren. Das Petavius-Bild wurde sofort zur heliographischen Repro- duction nach Wien gesandt und drfte Ende 1892 im III. Bande der Astronomischen Beobachtungen an der k. k. Sternwarte zu Prag", welcher die Jahre 1888, 1889, 1890 und 1891 umfassen soll, erscheinen. - Hieraufnahm ich am 24. November die 20 fache Vergrsseruug von Vendelinus, am 7. Dezember jene von Langrenus nach derselben Lick-PIatte vom 31. August 1890 in An- griff. Beide Wallebenen werden in gleicher Grsse wie Petavius und so ausgefhrt, dass dieselben genau an ein- ander passen und, wenn man will, ein einziges Bild von 36 Centiiueter Hhe und 12 Centimeter Breite geben. Ihre Fertigstellung kann erst im Laufe des Jahres 1892 er- folgen. Da solche Zeichnungen nach guten Mond- photographien wohl geeignet sind, eine neue Aera fr die Selenographie zu schaffen, und die Leistung des Ein- zelnen in Anbetracht der ussert mhevollen Arbeit stets nur eine eng begrenzte sein kann, so wre es beraus wUnsclienswerth , dass auch andere sich der Herstellung hnlicher Zeichnungen unterziehen mchten. Dazu er- scheint nebst reicher Erfahrung in der Beobachtung des Mondes die hchste Fertigkeit in der Fhrung des .Stiftes oder Pinsels unbedingt nothwendig; denn gerade bei dieser Arbeit, die Jedermann auf ihre Vollkommenheit zu prfen vermag, ist vom Werthvollen zumWerthlosen nur ein Schritt. Im Laufe dieser Arbeiten wurde eine Reihe von Ob- jecten gefunden, welche auf den vorhandenen Mondkarten entweder ganz fehlen oder dort unrichtig dargestellt sind. Hierber werden meine bezglichen Monographieen und Vergleichungen Aufsehluss geben. Ausserdem sei bemerkt, dass ich Ende Mrz auf der Lick-PIatte vom 27. August 1888 (Mondalter = 20 Tage) eine Rille in Thebit ent- deckte, welche dessen westliches Innere nahe meridional, von S nach f (Neison) hin, durchzieht. Dieselbe konnte von mir auch optisch mittels des Steinheirschen Refraetors am 31. Mrz um ItJ'/?'' mittlerer Prager Zeit, am 28. Mai um 15',^'' und am 29. Mai um l.O^^'' erkannt werden. Am 22. Mai entdeckte ich ferner auf der Lick-PIatte vom 15. August 188S (Mondalter = 8 Tage) einen neuen Krater sdstlich von Chladni im Sinus Medii. Die optische Veriticirung desselben geschah durch Herrn Pro- fessor E. S. Holden am 36Zller der Lick-Sternwarte. Weitere neue Rillen fand ich am 19. November auf der Lick-PIatte vom 31. August 1890 (Mondalter = 17 Tage) im sdwestlichen Innern von Cleomedes und am 21. No- vember auf der Lick-PIatte vom 23. August 1888 (Mond- aiter = 16 Tage) im Marc Crisium sdlieh von Eimmart .> (Schmidt), welche aber noch der optischen Besttigung be- drfen. Alle diese Objecte sind auch von mir theils 10 fach, tlieils 20 fach vergrssert gezeichnet worden, jedoch fr die heliographisclie Reproduction nocli nicht fertig gestellt. Interessant war ferner eine Vergleichung der ge- wonnenen Vergrsserungen nach den Lick-Photographien mit dem optischen Bilde am Fernrohr. Das Archimedes- Bild mit stlichem Schattenwurf verglich ich am 17. April um 81,2'' mittlerer Prager Zeit, das zweite mit westlichem ni. Pr. Z. Obwohl ; und wenig dureli- Schattenwurf am 31. Mrz um 16' beide Male die Luft ziemlich unruhi sichtig war, und insofern nur die Benutzung einer 150 fachen Vergrsseruug an Steinheil gestattete, konnte ich doch constatiren, dass die Photographie nicht alles gesehene dargestellt hat. Auf ihr sind beispielsweise klare und leicht sichtbare Terrassen-Zeichnungen auf hell beleuchtetem Walle ganz verloi-en gegangen, whrend andererseits in dunkel nuancirten Partien reichliches und ebenso leicht erkennbares Detail fast vollstndig fehlt. Es ist dies nur durch Ueberexposition der hellen Arehimedes-Wlle in Verbindung mit der .Wirkungsweise der Diffraction (man halte damit zusammen die photographische Abbildung eines schmalen Blitzableiters auf hellem Wolkengrunde, Avelclier bei eberschreitung einer bestimmten Expositions- dauer im Bilde ganz verschwindet) und durch gleichzeitige Unterexposition der im Schatten liegenden Wallpartien bei angewandter mittlerer Expositionsdauer zu erklren. Zu demselben Schluss fhrte auch die Vergleichung von Arzaehel. Man wird deshalb eine photographische Auf- allein nicht mehr als vollkommen treues Abbild des Mondes zu betrachten haben, da fr eine bestimme Expositions- dauer stets einige Partien desselben ber- andere unter- exponirt sein werden. Erst eine Reihe hintereinander aufgenonmiener Photographien mit verschiedener Expo- sitionsdauer, welche zweckmssig auf ganz kleine Mond- theile beschrnkt wrden, wre in ihrer Gesannntheit als treue Copie des ojttischen Bildes anzusehen. Dass die Photographie unter Umstnden ein wunderbar feines Detail zu geben vermag, beweisen einige sehr zarte Rillen oder Sprnge im sdlichen Innern von Petavius, welche auf der 20 fachen Vergrsserung nur eine Breite von 0,1 Milli- meter, somit auf der Originalplatte eine solche von nur 0,005 Millimeter habeu. Nr. 5. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 43 Bei der Anfertigung von Glaspositiven nach den Negativen der Liok-.Stcrnwarte, sowie l)cim photographi- sclien Copiron iiiciner vergrs.serten Tuscliinuigen, l)e\'or dieselben der Rcprodiiction iil)ergel)cn wurden, hat mir der hiesige Hof- und Kamnicrphotograili, Herr H. Eckert, wieder die bereitwilligsten und erspriesslichsten Dienste geleistet. In gleicher Weise hat mich Herr Stud. med. L. Mach in Prag, welcher auf dem Gebiete der wissen- schaftlichen Photogrn|ihic eine ebenso reiclie Uebung als Erfahrung besitzt, durcli die Herstellung einiger weiterer vorzglicher Glaspositive wesentlich untersttzt. Zu ganz besonderem Danke fhle ich ndch aber Herrn Professor E. S. Holden verpflichtet fr die unausgesetzte Zusendung von Lick-Aufnahmen whrend dieses Jahres, nicht minder dem k. u. k. militr-georgraphisehen Institute in Wien, welches die heliographische Reproduction der Prger Mondzeichnungen freundlichst bcrnonunen und mit be- kannter Meisterschaft ausgefhrt hat. Die im Februar 1889 begonnenen Poliihenbe- stimmungen nach der Taleott-Horrebow'schen Methode wurden auch im Jahre 1891 fortgesetzt, zunchst in Cooperation mit Berlin, sodann vom Mai bezw. Juni im Vereine mit zahlreichen cnropischen und aussereuropischen Stationen, namentlicli mit der von der internationalen Erd- messungs-Conmiission nacli Honolulu auf den Sandwich- Inseln gesandten deutschen Expedition. Hierbei wurde jede klare Nacht diesem Vorhaben gewidmet. Als Beobachter fuilgirten wieder Herr Ajunct Dr. G. Gruss und ich. Im Ganzen wurden lOlil Sternpaare in 91 Nchten beobachtet und ebenso viele Polhhen bestimmt. Als un- gnstigster Monat erwies sich der Decend)er mit nur zwei brauchbaren Nchten von kurz andauernder Klarheit. Die provisorischen Reductionen zum Nachweis der .jhr- lichen Polli(iiienschwaukung haben mit den Beobachtungen gleichen Sehritt gehalten. Die bezglichen Prager Re- sultate bis Anfau: Mai dieses Jahres sind von Herrn Pro- fessor Dr. Th. Afbrei'ht in No. SOf), Bd. 128 der Astro- nomischen Naein-iclitcn verffentlicht worden. Der Mercurdurchgaug am Morgen des 10. Mai und zwar der Austritt des Planeten aus der Sonnenscheibe konnte in Prag !)ei klarem Himmel gut beobaclitet werden. Ich selbst bentzte das grssere Fraunliofer'sche Fernrohr mit KiOfachcr Vergrsserung und erhielt vier Momente: die Tropfeubildung, den geometrischen Contact, die Passage der Mercurmitte und den letzten Contact. Herr Adjunct Dr. Gruss beobachtete dieselben Momente am Reinfelder mit 19facher Vergrsserung, Herr Assistent Berann notirte am kleinen Fraunhofer mit 9(5fae]ier Ver- grsserung die Zeit der Tropfenhildung, des geometrischen inneren Contaetes und des letzten usseren Contaetes, endlich Herr Assistent Lieblein alle vier angefhrten Mo- mente am Voigtlnder mit lllfacher Vergrsserung. Das Secundenzhlen (wegen des Stadtlrmes) besorgte der Diener, Herr A. Neubauer. Die Verffentlichung dieser Beobachtung erfolgte in No. .3045, Bd. 127 der Astrono- mischen Nachriciiten. Die totale Mon dfinsterniss vom 15. November konnte in Prag wegen Ungunst des Wetters nur in ihrem ersten Theile verfolgt werden. Die Beobachtung der Sternbedeckungen naeii dem Drdlen'schen Programm und des Finsterniss-Endes wurde durch Wolken ganz vereitelt. Ich erhielt am Steinheif sehen 6-Zller mit 152facher Ver- grsserung den Eintritt der Mondrnder I und II in den Kernschatten der Erde, ferner die Antrittszeiten der fol- genden Mondformationen an diese Schattengrenzc: von Grimaldi (erster Rand der Wallebene, Mitte und zweiter Rand, somit 3 Momente), Aristarchus (1 Moment) Kepler(l), Cap Laplace im Sinus Indum (1), Copernicus (3), Gassendi /. November den Eintritt von ir Sagittarii (3), Plato (3), Arehimedes (3), Manilius (3), Menelaus (1), Posidonius (3), Plinius (1), Dionysius (1), Tycho (3), Proclus (1), Picard (1) und Promontorium Agarum (ij im Marc Crisiuni, Goclenius (2), zusannnen 35 Antritte. Ferner konnte ich whrend kurzer .Aufklrung noch das Ende der Totalitt am grsseren Fraunhofer mit 54facher Vergrsserung erhalten. Herr Adjunct Dr. Gruss beobachtete an letzterem Instrumente die Antrittszeiten von Plato (2), Manilius (1), Menelaus (1), Tycho (3), Promontorium Agarum (1), Herr Assistent Lieblein am Reinfelder mit 19(3facher Vergrsserung die Zeiten von Grimaldi (2), Copernicus (2), Manilius (1), Menelaus (1) und Plinius (1). Das Zhlen nach der Lepaute'sehen Sternzeituhr besorgte Herr Assistent Pin. Die Publication dieser Beobachtungen ge- schah in No. 3071, Bd. 128 der Astronomischen Nachrichten. Von Sternbedeckungen erhielt Herr Assistent Lieblein am am dunklen Mondrande Von Jupitertrabanten-Erscheinungen*) beobachtete Herr Assistent Berann am 28. Juni I Ec. D., (Eclipse, Disappearance: Verschwinden des Mondes I im Schatten Jupiters), ferner Herr Assistent Lieblein am 29. Mai HI Ec. R. (Eclipse, Reappearance : Wiedererscheinen des]\Iondes III aus dem Schatten Jupiters), 2. Juni II Ec. D., 28. Juni I Ec. D , 18. Juli III Ec. D., 29. Juli II Ec. D., III Sh. E., (Shadow, Egress: Austritt des Mondschattens III aus der Jupiterscheibe), III Tr. J. (Transit, Ingress: Vorber- gang des Mondes III vor der Jupiterscheibe), 15. Augu.st I Ec. D., 17. August IV Sh. J., 29. September I Tv. J., I Sh. J., 30. Septendjcr I Oc. D, ((Jccultation, Disappea- rance: Bedeckung des Mondes I durch die Jupiterscheibe, Verschwinden desselben), 1. October I Tr. E., I Sh. E., 2. October I Ec. R., 9. October I Ec. R., 8. November I Ec. R., 23. November I Tr. J., 28. November II Ec. R. und am 21. Dezember IV Ec. R. Auf Anregung der Vereinigung von Freunden der Astronomie und Kosmischen Physik" in Berlin betheiligte sich auch die Prager Sternwarte im August an corre- spondireuden S t e r n s c h n u p p e n -Beobachtungen. Wegen ungnstigen Wetters konnten jedoch nur am 10. und 11. August von Herrn Assistenten Lieblein einige Stern- schnuppen beobachtet und in Karten eingezeichnet worden, am erstgenannten Tage 7, am zweiten 5 Sternschnuppen. Die Zeitbestimmungen geschahen durchschnittlicji dreimal in jedem Blouate am Pistor und Jlartins'sclien gebrochenen Passagen-Instrumente, zumeist von mir und Herrn Adjuncten Dr. Gruss. Zu Anfang des Jahres be- theiligte sich daran aucli Herr Assistent Berann, spter Herr AssisteutLieblein, letzterer jedoch am Fraunhofer'schen geraden Passagen-Instrumente. Die meteorologischen und magnelischen Beobachtnngen nahmen auch in diesem Jahre ihren regel- mssigen Fortgang. Zu Beginn desselben wurde am Orte des IIipi)'schen Thermogra])hen der im Vorjahre erwlintc Theruu)graph von Richard freres in Paris definitiv aufge- stellt und in Gebrauch genommen. An Publicationen erschien im Jahre 1891: Mag- netische und meteorologische Beobachtungen an der k. k. Sternwarte zu Prag im Jahre 1890", 51 Jahrgang. Im Personal der Sternwarte trat abermals eine Ver- nderung ein, indem Herr Assistent Wilhelm Herann die- selbe mit dem 18. September verliess, um eine Gymnasial- Supplentur in Mies zu liernehmen. Die Stelle desselben wurde durch Herrn Assistenten Robert Lieblein und die- jenige eines zweiten Assistenten durch meinen Schler, Herrn Lchramtscandidaten Carl Pin vom 1. October au besetzt. *) Die Bezoiclinungsweis doi-sclbeii ist dem Greeinvieher Nautical Almanac entnommen. 44 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 5. Notoryctes typhlops Stirling, ein interessantes neues Beutelthier aus Australien. Von Dr. Ernst Schaff. Nachdem bereits im Jahre 1888 Professor Stirling in Adelaide einige kurze Mittheilungeu ber eine neue, sehr eigenthndiche Marsupialiergattung verffentlicht hatte, von welcher ihm jedoch damals nur ein einziges, schlecht conservirtes Exemplar znr Untersuchung vorlag, erschien vor kurzem in den Trausactions of the Royal Society of South Australia eine ausfhrlichere, von mehreren Tafeln begleitete Arbeit aus der Feder des ge- nannten Forschers ber das Thier, welches, frher Psam- moryctes genannt, nunmehr weil dieser Name bereits von Pppig vergeben war, als Notoryctes typhlops bezeichnet wird. Diese neue Art und Gattung bietet in der That soviel des Interessanten, dass wir es fr angemessen er- achten, in die- ser Zeitschrift einige Mitthei- lungen aus der Arbeit Professor Stirlings zu ge- ben, zumal da die Originalar- beit nichtJedem leicht zugng- lich sein drfte. Die Frbung des Beutel- niaulwHrfs",wie man analog vielen anderen deutschen Na- men fr Beutel- thiere die vor- liegende Art wohl nennen knnte, ist ein im Gesammtton etwas wechseln- des glnzen- des Gelbbraun, fast sig gleichms- ber den ganzen Krper. Das Haar ist lang, weich und seidenglnzend. Die ganze Gestalt, Figur 1, erinnert im Allgemeinen an einen Maulwurf, dessen ungefhre Grsse auch Notoryctes be- sitzt. Auf der Nase bemerkt man eine hchst eigen- thmliche hornige Platte, welche durch eine Querfurche in einen unteren (vorderen) und einen oberen (hinteren) Theil zerfllt und sich bis rund um die Nasenlcher erstreckt. Von dem Nasenseptum aus erstreckt sich eine hnliche, doch etwas weicliere Hornmasse nach unten, um die Oberlippe zu bedecken. Die Behaarung zieht sich bis dicht an die Rnder dieser Hornplatten, ist jedoch an den Seiten derselben etwas heller, krzer und steifer als sonst. Die Nascnftnungen sind von un- mehr breiter als hoher Gestalt, der Mund regelmssiger, hat eine sind ventrale Lage. Aui cn fehlen gnzlich, dagegen die Ohrft'nungen deutlich sichtbar in der Breite von mm, wenn man das Fell an den betreffenden Stellen aus- einanderstreiclit. o Fig. 1. Sehr sonderbar ist die Schwanz- bildung. Der Schwanz ist von lederartiger Beschaffen- heit, mit starken Querringeln versehen, unten und an den Seiten fast ganz nackt, oben fast bis zur Mitte behaart. An seinem Anfangstheil dick und breit, verjngt er sich ziemlich rasch nach der Spitze zu, so dass er etwa die Form einer Rbe hat. Ungefhr in der Mitte befinden sich zwei eigenartige seitliche Anschwellungen, welche bei verschiedenen Exemplaren verschieden stark aus- geprgt waren. Vorder- und Hinterfuss sind kurz und krftig, bis zur Hand- resp. Fusswnrzel behaart. Die innere Handflche ist sehr eigentiimlich und stark gefaltet, berhaupt die ganze Hand derartig verdreht, dass die Finger scheinbar in zwei durch eine tiefe Lcke getrennten Gruiipcu an- geordnet sind. In der Lage, wie sie die Vorderi'sse der conservirten Exemplare annahmen (an die Ventralseite des Krpers augedrckt), bedecken die mchtigen Klauen des dritten unil vierten Fingers die brigen Fin- ger, nur der breite Hornna- gel des fnften ist noch sicht- bar. Die Kral- len des dritten und vierten Fin- gers sind sehr gross,diedes ers- ten etwa 15 mm lang und 4 nnn breit, die des letzteren etwas krzer, aber an der Basis viel breiter, so dass sie fast drei- eckig erscheint. Der erste und zweite Finger haben lange, schnialeKlauen, die des ersten ist mehr zuge- spitzt, so dass an allen die Horngcbilde der Endphalangen verschiedenartig ausge- bildet sind. Die Dorsalflche der Hand ist einwrts gekehrt, und ebenso ist an den ebenfalls gedrungenen starken Hinterfssen die Plantarflche fast direct aus- wrts gewendet, so dass die fnfte Zehe vorn liegt. Wie die Hand ist der Fuss mit einer tictrnn/.eligen, lederigen Haut bekleidet. Die Krallen sind unter ein- ander weniger verschieden als an der Hand, doch trgt auch am Fuss die fnfte Zehe einen stumpfen, krftigen Hornnagel. Der Schdel, Fig. 2 u. 3, sieht bei flchtiger Betrach- tung demjenigen eines Igels nicht unhnlich, ist jedoeii viel kleiner. Im Allgemeinen verjngt er sich von der woid entwickelten Occipitalgegend konisch nach vorn zu. Die Nhte des Hirntheils waren bei dem von Prof. Stirling untersuchten Exemplar grsstentheils verschmolzen, von einem Interparietale keine Spur vorhanden, im Selniau/.en- theil waren die Schdelnhte deutlich sichtbar. Ein eigentliches gesondertes Jochbein ist nicht zu unter- sclieiden, doch ist ein wohl entwickelter Jochbogen vor- handen, dessen hinteres Ende sogar theilnimmt an der Bildung der Gelenkflche fr den Unterkiefer, so dass der Nr. 5. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 45 Jochfortsatz des Squamosum sehr klein erscheint. Die Gchirnkapsel ist anselinlicli , jcdocli sehr dnnwandig. In der Lacrimali;ei;end zei.nt der Schdel von oben gesehen eine Einschnrung, dann folgt eine quere Aiif- treihung, an welche sich eine zweite Einschnrung an- schlicsst, ungefhr auf der Grenze zwischen Augen- und Schlfenhhle. Betrachtet man den Schdel von der Unterseite, so sieht man das Hintcrhauptsloch fast in seiner ganzen Ausdehnung, da es nach unten, nicht nach hinten gerichtet ist. Paroccipitalfortstze fehlen. Der harte Gaumen ist im mriss ungefhr birnfrmig, am breitesten in der Gegend der mittleren Molaren, nach vorn verjngt, hinten quer abgestutzt, ohne Lcken, doch mit einigen besonders dnnen Bezirken. Sehr dnn- wandig ist berhaupt die ganze Schdelkai)sel. Die beiden ntcrkiefer-Aeste sind in der Symphyse fest mit einander verwachsen, alle Fortstze sind wohl entwickelt, der Winkelfortsatz, wie bei den Beutelthieren blich, ein- wrts gebogen. Die Bezahnung war hinsichtlich der Zahl der Zhne nicht bei allen Exemplaren ganz berein- stimmend; es fehlte mitunter ein Prmolar. Die Zwischen- kieter tragen je drei Sehneideziine, von denen der erste in allen Dimensionen die anderen berragt; zwischen allen befinden sich betrchtliche Lcken. Dicht hinter der Zwischenkiefer-Oberkiefer-Naht folgt ein kleiner, den oben erwhnten hnlicher Zahn, welcher wegen seinerStelluug als oberer Eckzahn C angesehen werden muss. An diesen schHessen sich zwei Prmolaren an; der vordere, einfach und klein, hat eine vordere Zacke und eine schwache Andeutung einer hinteren. Der zweite obere Prmolar ist doppelt so gross wie der erste und hat eine sehr krftige vordere und eine hintere Spitze mit einem fast halbkreisfrmigem Tlial da- zwischen, in welches der erste untere Molar ein- greift. Die Zahl der oberen Molaren M betrgt vier, und diese zeigen, abgesehen von dem letzten, unter sich einen bereinstinmienden Bau, doch nehmen sie nach hinten an Grsse ab. Ihre Gestalt wird leichter aus unserer Figur 3 verstanden werden als aus einer eingehenden Besclircilnnig. Im Unterkiefer stehen jeder- seits zwei Schneidezhne, ein diesen hnlicher Eck- zahn C, drei Prmolaren, von denen der erste dem Eckzahn hnelt, doch bisweilen fehlt, whrend der zweite ein ganz winziges Stiftchen ist, und endlich folgen vier einander hnliche, nach hinten an Grsse abnehmende Molaren M. Diese erscheinen im Querschnitt dreieckig, wobei die Basis des Dreiecks nach innen sieht. An der Wirbelsule ist die Verschmelzung des zweiten bis fnften Halswirbels zu einem einzigen Stck be- nierkenswerth. Im Ganzen sind 7 Halswirbel, 15 Rcken- wirbel, 4 Lendenwirbel, 6 Beckenwirbel und 12 Schwanz- wirbel vorhanden. Die erste Kippe ist hchst krftig ent- wickelt mit mchtigen Jluskelansatzstellen. Sie verbindet sich mit dem Prsternum, welches durch einen ausser- ordentlich weit hervorragenden Kiel ausgezeichnet ist. Es folgen dann 6 Mesosternalsegmente und ein massig entwickelter Schwertfortsatz. Das Schulterblatt trgt ausser der eigentlichen noch eine zweite Schultergrte. An das Akromion setzt .sich noch ein Mesosternalsegment", an welches sich ein schwaches Schlsselbein ansehliesst. Die Extremittenknochen sind wie beim Maulwurf ausser- ordentlich krftig; sie tragen viele starke Leisten und Knnne zum Ansatz von Muskeln, wie dies bei einem Thier mit extrem grabender Lebensweise zu erwarten ist. Von besonderem Interesse ist das Verhalten der Beutelknochen. Diese erscheinen als zwei ganz winzige, kaum ohne Lupe sichtbare Kniitchen, welche in der Sehne des usseren schrgen Bauchmuskels liegen, dicht an den Vorderraud der Schambeinsymphyse an- gefgt. *) Von den Sinnesorganen ist, wie bereits bemerkt, das Auge usscrlich nicht bemerkl)ar. Doch findet sich unter dem vorderen Theile des Schlfenmuskels ein fast kreisfrmiger, schwarzer Pigmentfleck von etwa 5 mm Durchmesser, der als Augenrudimeut gedeutet wird. Das Ohr wurde nicht nher untersucht. Die Geschlechtsorgane mnden in eine Kloake. Die Weibchen besitzen einen nach hinten getfneten Beutel, dessen Oeflfnung etwa 15 mm vor dem After liegt. Die Verdauungsorgane der untersuchten Exemplare enthielten Insectenreste, unter denen Theile von Ameisen deutlich zu erkennen waren. Doch wurden von einigen kurzeZeit in dcrGefangenschaftgehalteneuThiercn Ameisen verschmht, whrend sie gewisse Larven von Bienen und Schmetterlingen annalimen. Smmtlichc bis jetzt bekannte Beutel- Maulwrfe wurden auf der Idracowra Station" gefunden, einem mehrere hundert englische Quadratmeilen grossen Weidedistrikt im Northern Territory of South Australia. Der sandige Boden ist hier auf weite Strecken mit Porcupine grass" (Triodia irritans) und Akazien be- deckt, und diese" mit dem Stachelgras bedeckten Flchen bilden das Wuhngebiet des Notoryctes. Das Thier seheint nicht sehr zahlreich zu sein, lebt im Uebrigen fast stets unterirdisch, so dass hierdurch sein sptes Bekanntwerden wenigstens theilweisc erklrt wird. Nur nach Regen- wetter halten sich Sjjuren der Thiere in dem zu anderen Zeiten sehr bewegliciien losen Sande. Regen aber giebt es nur sehr wenig in dem genannten Gebiet, und da es gleichzeitig warm sein muss, damit die Thiere zum Vor- schein konnnen, so ist es schwer, die richtige Zeit zum Fang abzupassen. Alle Exemplare, welche bisher ge- fangen wurden, fielen den mit ungewhnlich scharfen Sinnen bcgal)ten Eingeborenen zur Beute. Bestndiges Graben ist das Lebenselement des Beutelmaulwurfs. Die oft sehr langen Gnge befinden sieh meistens nur wenige Zoll unter der Oberflche, so dass man an den Bewe- gungen der Erde das Fortschreiten des grabenden Thieres be- merken kann. Die Hornplatten auf der Nase untersttzen beim Graben und Whlen krftig die mciitigen Vorderbeine. Die Gnge strzen in dem losen Sand bestndig hinter dem Thiere ein; von Zeit zu Zeit erscheint dieses auf ganz kurze Zeit an der Erdoberflche, dann setzt es seinen unter- irdischen Weg tort. Das Graben geht mit erstaunlicher Ge- schwindigkeit vorsieh. Mr. Benham, welcher fr Prof. Stirling mehrere Bcutelmaulwrfc besorgte, berichtet, dass, als er ein gefangenes Exemplar auf den Boden setzte, dieses sieh so rasch eingrub, dass er, trotz der Hlfe eines Einge- borenen und einer Frau und trotz Grabens mit Schaufeln, des Thieres nicht mehr lial)haft werden konnte. In der Gefangenscliaft hielten sich die Thiere sehr schlecht. Tag und Nacht hrte man sie graben und scharren und bald starben sie. Angefasst machten sie keinen Versuch zu beissen. Der einheimische Name lautet oorqumata", und die Eingeborenen sollen eine aber- glubische Furcht vor dem kleinen Thier haben. Die meisten wissen jedoch sehr wenig von ihm und konnten daher auch wenig Auskunft l)er die Lebensweise und die Verbreitung geben. *) Es ist dieser Funil von ln'srmdcri-'m Intenisse. Vei"Sfliio(_luiie Forscher, wie Owen, Hiixlev, l'^lower, n;ilinii;u sclion frher ;ill- f;cinoin die Entstehung d(ir lieutelknochon bei den Marsupialiern durch eine VerkncherunK der Sehne des Muse, obliciuus abdoniini. externus an, whrend Gcgeidiaur jenen Knochen eine sclbst- stndige knor))elige Anlage zuschrieb und Leche neuerdings fr einige Beutler naciiwies, dass die 15eutelknochen den brigcin Becken-Elementen gleichwcrthig, nicht aber Sehnen-Ossiftcation seien. Ist die Angabe Stirlings richtig, so htten wir eine ver- scliiedenartige Entstehung der Beutelknoclien anzunehmen. 46 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 5. Internationaler Congress der geographischen Wissenschaften zu Bern, 10. bis 14. August 1891. Von W i 1 li 1 m K r e b s. I. Der internationale geographische Congress zu Bern war der fnfte dieser Congresse, und man kann wohl sagen, der deutscheste derselben. In welchem Grade dies der Fall war, ist in drei liidurcn Berichten, zwei wirthschafts-*) und einem Unterrichts - geographischen**) nachgewiesen. In dem folgenden Bericht wird versucht, die wissenschaftlichen Seiten der Congressverhandlungcn zu einem Gesammthilde zu vereinen. Drei Gebiete der wissenschaftlichen Geographie lagen im Vordergrnde: Kartographie, Ethnologie, Klimatologie. Fr die Kartographie war eine Fachsitzung anbe- raumt, doch landen mehrere kartographisch wichtige Vortrge in anderen Sitzungen statt. Herr Professor Ratzel (Leipzig) empfahl nicht allein mittlere Bevl- kerungszahlen, sondern auch die Bevlkerungs-Dichtigkeit zu kartiren. Den gleichen Vorschlag vertrat Herr Tur- qau (Paris^. Nur ist die Dichtigkeit auf den franzsischen Karten durch Farbe, auf den deutschen durch Curven signirt. Drei der Hauptaufgaben des Congresses waren von wesentlich kartographischem Interesse: eine welt- wirthschaftliche, die Frage der Einheitszeit und des An- fangsmeridiaus eine andere Fachaufgabe, die Schrei- bung der geographischen Namen eine kartographische im engeren Sinn, die Vorbereitung eiuer Erdkarte im Maassstab 1 : 1 000 000. Die Frage des Anfangsmeridians trat in den Ver- handlungen hinter derjenigen der Einheitszeit zurck. Doch \yarde sie sehr neben derselben gefrdert dadurch, dass sie aus dem wissenschaftlichen in das politische Gebiet bertragen wurde. Der schweizerische Bundcs- rath wurde aufgefordert. zur Erledigung beider Fragen eine internationale Conferenz nach Bern zu berufen. Diese Resolution -wurde nach den Verhandlungen am 11. August von den Herren Frster (Berlin), von^Hesse- Wartegg (New-York), Tondini a Quarenghi (Bo- logna) aufgestellt und vom Congress am 14. August an- genommen, nachdem die vorlufige Zusage der Bundes- regierung eingeholt war. Das Interesse der Schreibung geographischer Namen gellt ebenfalls ber die Kartographie hinaus. Doch be- schrnkten sich die Beschlsse, welche aus den Verhand- lungen vom 1.3. August folgten, vorwiegend auf die karto- graphische Seite der Frage. Die Karten sollten die geographischen Namen derjenigen Sprachen, welche der lateinischen Buchstaben entbehren, nach dem System der Pariser geographischen Gesellschaft schreiben, ein kleines Wrterbuch, fr jedes Land, sollte die inlndische Aus- sprache der fremden Buchstaben und die Synonyme ent- halten. Diese Beschlsse bedeuteten den Erfolg der von den Herren Barbier (Nancy) und Duhamel (Gieres) vertretenen Fraction der Fachsitzung. Ihr gegeulier hatten die Herren Coello (Madrid) und Sieger (Wien) der eine die in Spanien seit fnfzehn Jahren bewhrte phonetische, der andere jedenfalls eine vereinfachte Schreib- art empfohlen. Herr Sieger hatte ausserdem gewnscht, dass die endgltige Regelung der geographischen Ortho- graphie einer internationalen Commission berwiesen wrde. Diesen Gang nahm die dritte und eigentlich karto- graphische Frage, ber welche in der ersten Hauptsitzung ) Deutsche Kolonialzeitung 1891. S. 119 f. S. 136. **) Tgliche Euudschau 1891. S. 773 ff. verhandelt wurde. Von Herrn Professor Penck (Wien) wurde der Plan eines Atlas der gesammten Erdoberflche in dem einheitlichen Maassstab 1 : 1000 000 angeregt und und in mehreren Details entwickelt. Die einzelnen Blt- ter sollen jedes eine Masche des Gradnetzes enthalten. Fr dieses ist die auf den preussischen Messtischblttern bliche Polyeder-Projection in Aussicht genommen. Das gesaminte Kartenbild der Erde wird demnach nicht auf einem ebenen Blatte, sondern auf einem Globus von 12,7 Meter Durchmesser vereint. Redner empfahl Maschen von 5 Graden, da dann jedes Blatt die Hhe des Imperialforraats, 55 Centimeter, erhlt; wenn dieses Format zu gross, Maschen von 3 Graden. Das Relief wird in den bekannten Gebieten durch Isohypsen, in den weniger erforscliten allgemeiner, aber mit mglichst viel Hhenangaben ausgedrckt. Fr diese ist einheit- liches, wohl das metrische Maass erforderlich, zu dessen definitiver Annahme, entsprechend dem englischen Gesetz von 1864, die englischen Gelehrten durch Congress- beschluss aufgefordert wurden. Einige Vortrge allgemeineren Interesses streiften das kartographische Gebiet. Herr Delmar Morgan, Vertreter der Knigl. Geogr. Gesellschaft Australiens (Sidney), theilte aus franzsischen Manuscriptkarteu des sechszehnten Jahrhunderts mit, dass die West-, Nord- und Ostkste des australischen Fest- landes beraus genau, nur mit einer 20 Lngengrade betragenden Verschiebung nach Westen, eingetragen ist. Er glaubte daraus zu schliessen, dass sie in ganzer Aus- dehnung befahren worden sei. Die ersten australischen Entdeekungsreisenden, von denen die Geschichte weiss, die hollndische Bemannung der Yacht Duyfken oder Dove, begannen ihre Fahrten 1606. Das erste Gercht einer Australienfahrt, unternommen von einem kleinen Sciiitf San Juan, weist auf 1545. Jene Karten aber datiren jedenfalls bis 1542 zurck, in welchem Jahre der in Frankreich geborene Hydrograph Heinrich des Achten von England, Jean Rotz, eine Widmung zu seiner Karte verfasste. Die Mehrzahl der Manuscriptkarteu entstammt einem geographischen Institut zu Arques bei Dieppe.*) lieber diese enthlt Pere Fournier's Hydrographie folgende bndige Mittheilung: La trois especes (?) est de certaines cartes, qu'on appelle Reduites, dont un nomme Le Vasseur, natif de Diepe, a enseigne la pratique k nos Fran^ois. Cet hoinme quoique tisseran en son bas age, ayant eu quclque In- struction d'un nomme Cossin, homme fort ingenieux et qui avoit une excellcnte main et veu les memoires des certains Prestres d'Arques, Bourg pres de Diepe, qui estoient excellents Geographes, dont Tun se nommoit des Celiers, et l'autre Breton, a si bien sceu menager ce peu de lumiere qu'il a receu d'eux qu' force d'esprit et de trauail continu, il est arrive k un tel point qu'il a este admire de plusieurs. II est mort Ronen depuis peu d'aunees. Das Archiv von Dieppe ist aber im Jahre 1694 durcli Bombardement zerstrt worden. Es erscheint demnach nicht ausgeschlossen, dass franzsische Seefahrer, deren Thaten verschollen sind, die ersten Entdecker Australiens waren. *) E. Delmar Moi-gan, Romarks on the Early Discovery of Australia. London 1891, S. 10. Nr. 5. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 47 Herr Geo. C. Hurlbut (New -York) wies in einer von Herrn Stont verlesenen Zuschrift rlie im Jahre 1884 erhobenen Ansprche des Capitn Wiiliard Glazier zurck, 1881, in dem Lake Glazier den Quellsec des Mississijtpi gefunden zu haben Derselbe Hee war schon im Jahre 1832 von den Herren H. R. Schoolcraft, Allen und J. N. Nicollet entdeckt und als Elk Lake bezeichnet worden. Die demnach unbegrndeten Ansprche des Herrn Glazier sind ofticiell durch ein Si)ccialgesetz Minnesota's vom 24. April 1889 beseitigt, in welchem dem Elk Lake sein ursprnglicher Name zurckgegeben wurde. Herr Hurlbut erreichte eine entsprechende Resolution des Geographen- Congresses. Herr Jules Leclercq (Brssel) sprach ber die Er- steigungen des Ararat, dessen Gipfel, der grosse Ararat, nach der trigonometrischen Messung Tedorof's mit 5220 Meter den Mont Blanc berragt. Zu den natr- lichen Schwierigkeiten des Ersteigens tritt der alte Aber- glaube der Landesbewobner, dass der heilige Berg von Menschen berhaupt nicht zu berwinden ist. Der erste Ersteiger F. Parrot, 1829, ferner 1850 General Khodyko, 1876 J. Bryn, 1888 Merkow und Kowalewsky fanden keinen Glauben. Redner selbst, welcher am 15. August 1890 dem Gipfel auf 400 Meter nahe gekommen war, wurde von seiner kurdischen Begleitung mit Mord bedroht und niusste umkehren. Nach ihm gelang die Ersteigung dem jungen Russen Merkow. Zwei andere Vortrge betrafen ein Land, welches den Entdeckungsreisenden durch religises Vorurtheil fast ebenso verschlossen ist, wie durch die Natur. Der Be- gleiter des Grafen BelaSzechenyi, Herr Professor de Loczy (Budapest) und Prince Henry d'Orleans, berichteten ber ihre Tibetreisen, welche ein Jahrzehnt auseinanderliegen, erstere 1879, letztere 1889. Beide mussten den Sitz des Dalai Lama, L'hassa, meiden. Politische Verhltnisse, welche ebenfalls mit den religisen verwoben sind, hofft der italienische Reisende go Ferrandi, nach dem Bericht des Professors Ricehieri (Mailand) benutzen zu knnen, um sich von Brawa aus den Weg nach dem mittleren Juba zu bahnen. Mit Abd el Kader befreundet, meint er den auch im Somalilande mchtigen Eintluss der mohamedanischen Secte der Senussij'a auf seiner Seite zu haben. Herr Professor Mller-Hess (Bern) untersuchte die Verbreitung des Buddhisnnis nach dem stlichen Indien. Auf dem dritten buddhistischen Concil zu Ptali])utra, gegen Anfang des zweiten Jahrhunderts vor unserer Zeit- rechnung, wurde beschlossen, Missionare zu entsenden. Als eine ihrer Grndungen wird die Stadt Kala genannt, eine Centrale des Aloe-, Kampher- und Elfenbeinhandels. Hire Lage ist streitig. Sie wird bei Ceilon (Point de Galle), mit grsserer Wahrscheinlichkeit an der West- kste Hinterindiens (Quadrah) gesucht. Im letzteren Falle ist die Ausbreitung des Buddhismus nach Birma erklrt. Nach Java gelangte er erst im neunten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, wahrscheinlich ber Malacca und Sumatra. Er fand auf Java eine grsstentheils indisirte, bramahnische Bevlkerung vor. Beide stammverwandte Religionen vertrugen sich in der Fremde. Buddha wurde als jngster Bruder Siwa's anerkannt und an grossen Kirchenfesten amtirten vier bramahnische und ein bud- dhistischer Priester in Eintracht. (Fortsetzung folgt.) Unsere Erkeiiiitniss der GeschlechtHchkeit der Pflanzen hat krzlich, woran Dr. F. Moewes in einer Sitzung des botan. Vereins der Prov. Brandenburg er- innerte, ihr 200jhriges Jubilum gehabt. Denn vor nun- mehr 200 Jahren sonderte der Tbinger Arzt und Bo- taniker, Professor Rud. Jak. Camerarius, zwei weibliche Exemplare des Bingelkrauts (Mercurialis annua) von der Gesellschaft der brigen im Garten wachsenden Pflanzen dieser Art ab und fand, dass sie nur taube, hohle Samen hervorbrachten. Sein in den Ephemeriden der Leopoldiua verffentlichter Bericht hierber trgt das Datum des 28. Dezember 1691. Dies war der erste der Versuche, durch welche Camerarius nachwies, dass bei den Pflanzen eine geschlechtliche Fortpflanzung wie bei den Thieren besteht; bis dahin hatte man nur unklare Vermuthungen in dieser Richtung geussert; keinem war es eingefallen, die Frage durch Versuche zur Entscheidung zu bringen. Schon Camerarius erkannte die Staubbltter als die mnn- lichen, die Fruchtbltter als die weiblichen Organe, wie aus seiner 1694 erschienen Schrift De sexu plantarum epi.stola" hervorgeht. Dass fge ich hinzu die fr die Wissenschaft so usserst bedeutungsvolle Erkenntniss Camerarius', auf sehr lange Zeit hinaus bei Weitem nicht die ihr gebhrende Beachtung fand, ja, man kann sagen, zunchst unbeachtet blieb, nimmt den Kenner der Geschichte der Wissenschaften weiter nicht Wunder: lernen wir doch aus dieser, dass neu erkannte evidente Wahrheiten nur dann Aussicht auf allgemeine Anerkennung der Zeitge- nossen haben, wenn diese Wahrheiten nicht gar zu sehr die bisherigen Anschauungen stren, mit andern Worten, wenn sie nur einen kleinen Fortschritt bedeuten. Die Geschichte der Erkenntniss der geschlechtlichen Be- ziehungen der Pflanzen ist berhaupt sehr belehrend fr den Satz, dass mchtig umwlzende Geister von ihren Zeitgenossen nicht oder nicht oft verstanden werden. Den Trieb am Alten festzuhalten, oder wie C.Lorabroso in seinem neuesten Werke Der politische Verbrecher" sagt: Der Hass gegen das Neue", der Misoneismus", beherrscht den Menschen eingreifend, nicht nur, wo es sich um mora- lische Dinge handelt, von denen Lombroso allein spricht, sondern auch auf dem Gebiete des reinen Denkens (vergl. meinen Artikel ber die Entstehung der Denkformen" in der Naturw. Wochenschr. Bd. VI No. 15 p. 145 ff.). Hundert Jahre nach der bedeutenden Entdeckung Camerarius' wurde auf Grund ebenso exacter Untersuchungen wie die von Camerarius angestellten ein Werk verffentlicht, das neues, wunderbares Licht auf Gegenstnde aus demselben Forschungsgebiete warf, das aber wiederum von den Zeit- genossen nicht ertragen wurde. Hatte Camerarius 1691 bis 1698 die Nothwendigkeit speciell des Blthenstaubes bei der Erzeugung der Samen nachgewiesen, oder, um einen Goethe'schen Ausdruck zu gebrauchen, erkannt, dass sich die Pflanze in den Blthen zu den Werken der Liebe rste, so war doch die Bedeutung speciell der wunder- baren Einrichtungen der Blthen noch lange ein ungelstes Geheimniss geblieben. Namentlich mussten speciell die aufflligen Blthen, die Blumen, wegen ihrer besonderen Eigenthmlichkeiten, ihres Reichthums an lebhaften Farben, welche sich vom Grn der Laubbltter deutlich abheben, wegen ihrer erstaunlichen Mannigfaltigkeit und ihrer die Luft durchwrzenden Gerche die besondere Aufmerk- samkeit des denkenden Menschen auf sich lenken. Erst im Jahre 1793, also bald vor 100 Jahren, hat ein Schul- meister, der Rector Christian Conrad Sprengel in Sjjandau, auch diesen Schleier zerrissen, indem er scharfsinnig und in wahrhaft genialer Weise die Bedeutung der Blumen- Organe, namentlich der bunten Blthenbltter, erluterte. Die von ihm gefundenen, jetzt allbekannten Ergebnisse waren ihm selbst so berraschend, dass er seinem Buch den Titel gab: Das entdeckte Geheimniss der Natur im 48 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 5. Bau und in der Befruchtung der Bhinien". In der That ist die Entdeckung Sprengeis, der den Floristen seiner Zeit den einfachen und guten Rath gab, die Pflanzen libsch in der freien Natur zu beobachten und sich nicht mit dem todtcn Herbarium im Studirzimmer zu begngen, von so ausserordentlicher Tragweite fr die wissenschaftliche Auffassung der ]'>liithenorgane, dass es unbegreiflich erscheint, wie das heute noch niustergiltige und durchaus noch des Studiums werthe Buch Sprengeis so gnzlich bersehen werden konnte. Es ist unglaublich aber wahr, dass das geniale Buch bis 1862 vollstndig unbeachtet und verschollen blieb; erst Charles Darvin, der sich gerade mit dem Gegenstande beschftigte, und dessen Genius hier eine mchtige Frderung bewirkte, zog das grundlegende Werk Sprengcls in dem ange- gebenen Jahre wieder ans Licht. H. P. Klimatische Facloren 1er WeltAvirtlischaft. Die Al)theiluug Berlin der Deutschen Kolonialgesellschaft tagte am 4. Januar unter Vorsitz ihres Prsidenten Ge- heunrath von Fung. Den Vortrag hielt Wilhelm Krebs ber klimatische Factoren der Weltwirthschaft mit be- sonderem Hinblick auf Japan und Deutschafrika. Eine durch die hamburgische Handelsausstellung 1889 veranlasste Untersuchung ergab einen Eintluss der geo- graphischen Breite auf das Verhltniss der tierischen zu den pflanzlichen Handelserzeugnissen. Jene berwiegen in den hheren, diese in den niederen Breiten der Erde. Als klimatische Ursachen wurden Besonnung und Nieder- schlge festgesellt. Aus dem in verschiedenen Tabellen- werken vorliegenden meteorologischen Material wurden die Durchschnittswerthe fr Bewlkung, Temperatur, Niederschlge nach Erdzonen berechnet, aus ihnen die klimatischen Factoren, indem Bewlkung der thierischen, Temperatur und Niederschlge der pflanzlichen Seite der Production gutgeschrieben wurden. Mit dem wirthschaft- lichen Verhltniss thierische Auafuliru ortlie pflanzliche Ausfuhrwert lio wurde das klimatische Verhltniss Bewlkung Temperatur X Niederschlagsmenge in Vergleich gesetzt, das letztere als klimatischer Factor, das erstere als arktoider Procentsatz der wirtliscliaft- lichen Erzeugung bezeichnet. Die durch Zahlen oder in Curven verzeichneten beiden Reihen zeigten nahezu gleiche Richtungen ihres Schwankens nicht allein fr ein Jahr und verscidedene Zonen tter Erde, sondern auch fr ein Land und lange Jahresfolgen. Zu letzterer Untersuchung wurden Japan, China, Victoria (Sudaustralien) herangezogen. Der Gleich- lauf ist allein in den Drrezeiten unterbrochen. Diese sind dadurch als klimatische Strungen gekennzeichnet, von welchen die wirthschaftlichen Verhltnisse auf das Tiefste betroffen werden. Von Wichtigkeit ist dieses Ergebniss fr die Frage der Besiedelung Sdwest-Afrikas, dessen Landcstheile hufig an Drre leiden. In den durch Regen- und Grund- wasser-Verhltnisse begnstigten Theilen ist Ackerbau keineswegs unmglich. Ihre buerliclie Besiedelung er- erfordert aber langes Einleben in die Witterungslagen und plaumssiges Studium derselben, welches einer ge- setzgeberischen Sicherung der Landwirthschaft in diesem Schutzgebiet vtu-arbeiteu wird. Vorlutig konnnt deshalb allein Grossbetrieb der Viehzucht in Betracht. Wie vom Vortragenden au anderer Stelle fr die australisch-eng- liselien Colonien nachgewiesen, vermag die Viehzncht auch Lndern, welche von Drre heimgesucht werden, zum Wohlstand zu verhelfen.*) Japan bietet dazu einen Gegensatz. Viehzucht wird sich erst im Anschluss an die buerliche Bewirthschaftung der weiten, brachliegenden Gebiete dieses Insellandes entwickeln. Uebereilung dieser Reform ist nicht nthig, da aus den eigenen Angaben der entschiedensten Reformer hervorgeht, dass ihre tieferen Besorgnisse um die japa- nische Landwirthschaft unbegrndet sind. Als Cluster werden deutsche, nicht amerikanische Wirthschaftsweisen empfohlen. An der Ilandelsstatistik Deutsch-Ostafrikas fllt das fr die Tropen ungewhnliche eberwiegen der thierischen Erzeugnisse auf. Grund ist die noch jetzt bedeutende Elfenbeinausfuhr. Dauern wird dieses Verhltniss nicht. Auch die Plne einer Zhmung, vielleicht Zchtung der afrikanischen Elephanten werden daran nichts ndern. Durcii Zhmung von Elephanten in Indien wurden weder die Elfenbeinproduction fr die Ausfuhr und den grssten Theil des einheimischen Bedarfs erhalten, noch hervor- ragende Ergebnisse fr Transport und Cultur erzielt. Diese Fragen wurden erst durch Verwendung der Dampf- kraft ihrer L(isung nher gefhrt. Einen glnzenden Beleg bietet der Umstand, dass den Folgen der letztjhrigen Drren in Indien vor Allem durch die (letreidetransporte der Eisenbahnen vorgebeugt wurde. x. Aus dem wissenschaftlichen Leben. frofessor Kratter zu luusbruc-k ist nach Graz berufen, um ,in Stelle des verstorbenen Prof. Schauenstein das Ordinariat fr gerichtliche Medicin zu bernehmen Professor Milne-Edwards ist zum Director des naturhistorischen Museums in Paris ernannt worden. Am 14. .Januar starb nach langer Krankheit in Kew der ausge- zeichnete Pflanzenmaler Walter Hood Pitcb. Er war der knst- lerische Mitarbeiter des Botanical Magazine. Durch seine uner- reichte Darstellung der Victoria Regia ist er auch ausserhalb Englands zu Ansehen gekommen. Fitch bezog von der Knigin eine Jahrespension von 100 Pfund, welche ihm in Anerkennung seiner Verdienste verliehen worden war. Am 21. Januar versehii'd in Oxford der Director der dortigen Sternwarte Prof. Couch Adams, der bekanntlich unabhngig von Leverrier und sogar frher wie dieser den Neptun entdeckt hatte. Die Stiftung Schnyder von Wartensee fr Wissen- schaft und Kunst in Zrich schreibt fr das Jahr 1894 nachfolgende Preisausgabe auf dem Gebiete der Naturwissenschaften aus: ,. Da die Zahlen, welche die Atomwrmen der Elemente dar- stellen, noch i'echt betrchtliche Abweichungen zeigen, so sinil die von Hern Professor H. F. Weber fr Bor, Silicium und Kohle ausgefhrten Untersuchungen ber die Abhngigkeit der speci- fischen Wrmen von der Temperatur auf einige weitere mglichst rein darzustellende Elemente auszudehnen, sowie auf Verbindungen, beziehungsweise Legirungen von solchen. Ueberdies sollen die Dichten und die thermischen Ausdehnungscoefficienten der unter- suchten Substanzen sorgfltigst ermittelt werden." Dabei gelten folgende Bostimnnmgen : Art 1. Die einzureichenden Concurrenz Arbeiten von Beworbern um den Preis sind in deutscher, fran zsischer oder englischer Sprache abzufassen und sptestens am 30. September 1894 an die in Artikel G unten bezeichnete Stelle einzusenden. Art. 2. Die Beurtheilung derselben wird einem Preis- gerichte bertragen, welches aus nachbenannten Herreu besteht: Professor Dr. Pernet in Zrich, Professor Dr A. tlantzsch in Zrich, Professor Dr. E. Dorn in Halle a. d. S., Professor Dr. J. Wislicenus in Leipzig und Professor Dr E. Schr in Zrich als Mitglied der ausschreibenden Commission. Art. 3. Dem Preis- gerichte steht die Befugniss zu, einen Hauptpreis von 2000 Franken und ausserdem Nebenpreise zu verleihen, fr welche es ber einen nach seinem Beiinden zu vertheilenden Gesammtbetrag von ber 1000 Franken verfgen kann. Art. 4. Eine mit dem Haiiptpreise bedachte Arbeit "ird Eigenthum der Stiftung Schnvder von Wartonsee, die sich mit dem Verfasser ber die Verll'ent- *) Zeitschrift fr wissenschaftliche Geographie. \ill. Wismar 1891. p. 88. Nr. 5. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 49 li.-hiiiiK Hfl- Preissohrift verstndigen wirrl. Art. 5. Jeder Ver- f ,i" ci.,er einznreichen.lrn Arbeit hat dieselbe auf dem Titel it dem Motto zu versehen und seinen Namen in "'nei ver- 'ieKelten Zettel beizulegen, welcher auf semer Aussense.te das nml -he Motto trgt. ^Art. 6. Die Arbeiten sind innerhalb der in Artikel 1 bezeichneten Frist unter folgender Adresse zu Hnden des Preisgerichtes an die Stiftung einzusenden: -7- i An L Prsidium desConventesder Stadtbibl.othek in Zrich (betreffend Preisaufgabc der Stiftung von Schnyder von Wartensee fr das Jahr 1S94.) Denkmal fr Ferdinand Roemer. - Am 10. Mai wrde der am 14. December des vorigen Jahres pltzlich ve>-storbe e Gelieime Bergrath u. ordentl. Prof. an ,ler Umyersitat B^es a i, der Geologe Dr. Ferdinand Roemer sein ,50jahriges Doctoi- lubilum gefeiert haben, und Verehrer, Freunde und Schuler hatten sich vereinigt, diesen Tag zu feiern und gleichzeitig eine dauernde Erinnerung an Roemer zu schaffen. Es wurde beiibsich- tigt, einen Ferdinand Roemer-Preis zu stiften welcher periodisch fr eine besonders hervorragende wissonschattliche Leis ung au geologisch-palontologischeiM oder mineralogischem Gebiet ertheilt werden sollte. Jetzt nach dem Tode Roemer s versenden nun- mehr die Unterzeichnoten des Circulars, welches diesen 1 hm kundthat, ein Circular folgenden Inhalts: Nachdem unser ver- ehrter Freund und College Ferdinand Roemer ani 14. December 1891 gestorben, ist das unterzeichnete Comite zu der Ansicht ge- langt dass unter diesen traurig vernderten \ erhaltnissen der Zweck der Sammlung dahin zu moditiciren sei, dass in erster Linie eine Marmorbste Ferdinand Roemer's gestiftet ""d im Mineralogischen Museum zu Breslau aufgeste It werden soll. \\ ir geben uns der Hoffnung hin, dass Sie, hochgeehrter Herr, die Ausfhrung dieser unserer Absicht durch einen Geldbeitrag zu untersttzen geneigt sind, resp. Ihren bereits gezeichneten Bei- trag fr den so vernderten Zweck zu unserer \ ertgung lassen, und ersuchen Sie, auch durch Sammlung bei Freunden und I-ach- geno.ssen unser Vorliaben frdern zu wollen. Zur hiitgegeiinahme von Beitrgen ist sowohl das Bankhaus E. Heimann in Breslau, als auch jeder der Unterzeichneten bereit. Die Einsendung der Beitrge wird bis zum 1. Mrz 1802 erbeten. Breslau, im .lanuar 1892. E. Althans, A. Arzruni, E. Beyri.di, A. liieriner, Ferd. Colin, Conwentz, H. Credner, W. Dames, E. Dathe, G. Dewa hiue D.yes, H Eck, W. S. Freund, Frief, W. v. Funke, P. Groth, Hauclic- corne 'f. v Hauer, R. Heidenhain, II. Heiinann, Ciraf Guido Henckel V. Donnersmarck, C. Hintze, Huyssen, A. v. Koeiieu, P v Kulmiz, A. Ladenburg, J. Lehmann, Th. Liebisch, G. Lind- strm, 0. E. Mever, Th. Poleck, H. Rosenbusch, F. v. Schmidt, v Strombeck. . Stur, E. Tietze, Moritz Traube, H. v. iraut- schold, E. Webskv, F. Zirkel, C. v. Zittel." L i 1 1 e r a t u r. Arnould Locard, La peche et les poissons des eaux douces. Verlag von J. B. l!ailli>''re et tils. Paris 1S91. - Preis 4 Fr. Der vorliegende kleine, mit 174 Textabbildungen versehene Band behandelt also die Fischerei der Ssswasserfische. Zunchst liietet der Verfasser eine Fauna der in Betracht kommenden Fische Frankreichs auf 178 Seiten, um dann auf den Fang der- selben einzugehen (p. 187347). Die Ausrstung des Fischers, die Fischerei-Apparate, die Kderarten, die verschiedenen Arten des Fischens, alles Nthige findet gebiUirende Besprechung und der Liebhaber des G^goiistandes wird daher das Buch mit Freuden begrssen. _^ ;__ William Marshall, lieben und Treiben der Ameisen. (Zool. Vortrge herausgeg. v. W. M.) Verlag von Richard Freese. Leipzig 1889. Preis: 3 Mk. In dem 144 starken Heft finden wir alles aus dem so inter- essanten Leben und Treiben der Ameisen dankenswerth zusammen gestellt, aus welchem auch' die Naturw. Wochens. schon wieder- holt Mittheilungen gebracht hat (vgl. N. W. Bd. II p. 173, Bd. 1 V p. 55). Es gliedert sich nach einer ganz kurzen Einleitung in 4 Vortrge, nmlich I. Ueber den Bau und das indixidiielle Leben der Ameisen und vom Ursprung ihrer Staaten. II. Husliches Leben der Ameisen. HI. Die Ameisen als Ruber, Krieger, Sklavenhalter und Viehzchter. IV. Die Ameisen in ihren Be- ziehungen zur Pflanzenwelt. Die Arbeit li(>st sich wie alles, was Jlarshall gi>sclirieheii hat, fliessend und spannend, und bietet dem Naturfreunde eine ernst belehrende aber angenehme Leetre. Brehm's TMerleben. Allgemeine Kunde des Thierreichs. 3. gnzlich neuliearbeitete Aufl., von Prof. Dr. I'eclmel-Loescle'. Die Vgel, von Dr. Alfred E. Brehni. Unter Mitwirkung von Dr. Wilh. Haacke mnibearbeitet von Prof. Dr. Pechuel-Loesche. Zweiter Band. Mit 126 Abbildungen im Text und 18 Tafeln, zum Theil in Buntdruck. 713 Seiten. Leipzig und Wien. Bibliographisches Institut. 1891. Preis .15 Mk. Der vorliegende Band enthlt den Schluss der Baumvgel, ferner die zweite Ordnung Papageien; dritte Ordnung: Tauben- vgel; vierte Gnlnung: Hhnervgel; fnfte Ordnung: Rallen- vgel, und die sechste Ordnung: Kranich vgel. Jeder Band des prchtigen Werkes bringt neue Fr^ucl.O ! Mit vollem Gcnuss durchblttert man zunchst die rasch er- scheinenden Bnde der neuen Auflage, um zuerst die schnen Abbildungen zu bewundern und sich durch dieselben so recht in die Natur zu versetzen. Der Kenner des Thierlebens findet bald einen Zuwachs an Abbildungen: es mgen etwa '/i Hundert hinzugekommen sein. Ein besonders erstrebenswerthes Ziel ist vielen Autoren, wie sich das sehr hufig am Schluss der Vorreden ausspricht, die Gewinnung neuer Jnger und die mglichste Verbreitung ihrer Wissenschaft auch unters Volk. Wenn einer dieses Ziel ganz erreicht hat. so ist es sicherlich A. E. Brehni gewesen; ja wir wagen vielleicht nicht viel, wenn wir die Vermuthuug aussprechen, dass Brehm einen grossen Th 'il der Liebhaber zoologischer Unterhaltung durch sein volksthmliches Werk erst geschaft'en und auch dadurch der Wissenschaft genutzt hat. Dass er ent- schieden viele, die nicht Zoologen von Beruf sind, duixh sein Thierleben zu einer die Wissenschaft frdernden Beschftigung mit dem Gegenstand angeregt hat, ist zweifellos. G. Bleyer-Heyden, Schlangenfauna Deutschlands. Eine Schil- derung der in Mitteleuropa lebenden Schlangenarten. Mit 10 Illustrationen. Verlag von Bernhard Friedrich Voigt. Weimar 1891. Preis 2 Mk. Das Octav - Heft enthlt nur 88 Seiten. In der Euileitung giebt Verf. eine Uebersicht ber das Allgemein-Wissenswerthe, dann folgt die Besprechung der Abtheilungen und einzelnen Arten, von denen er die folgenden auffhrt : Vipera berus, V. aspis, V. ammodytes, dies die Giftschlangen, von giftlosen Schlangen nennt Verf. Tropidonotus natrix, T. tessellatus, Zamenis virifiavus, Callopeltis Aesculapii und Caronella laevis. Das Heft ist dem Interessenten, (Lehrer, Arzt und Forstmann) wohl zu empfehlen. Dr. O. Lehmann, Die Krystallanalyse oder die chemische Ana- lyse durch Beobachtung der Krystallbildung mit Hlfe des Mikroskops. Leipzig. V\ illielm Engelm.aiiu 1891. Prei.s 2 Mk. Als eine wichtige Vermehrung unserer analytischen Hlfsmittel stellt sich die vergleichende mikroskopische Krystallanalyse dar, die besonders bei Vergleichung verschiedener aus Schmelzfluss oder Lsung auskrystallisirender und hinsichtlich ihrer Identitt bezw. Verschiedenheit zu jirfender Substanzen hufig mit vielem Vortheil angewendet werden kann. Die Untersuchung auf tiestalt, Fortwachsen und Grujiiiirung der einzelnen Krystallindividuen, die Prfung ihrer optischen Eigenschaften, der Euantiotropie und iMonotropie, Lslichkeit des Verhaltens zu mikrocheiuiscben Reagentien, bieten eine Menge zur Trennung und Erkennung hchst wichtiger Anhaltspunkte. Sehr bezeichueml sagt der Ver- fasser in dem Vorwort: Was die Spectralanalyse fr ,d_as anorganische chemische Laboratorium, ist die Krystallanalyse fr das organische." _ L'- *- Pisko's Grundlehren der Physik, Herausgegeben von Moritz Glser. 12. gnzlich umgearbeitete Auflage. lit l.i2 Text- illustrationen. Verlag von Carl Winiker. Brunn' 1890. Preis 1 fl. 30 kr. Pisko's Physik ist ein gutes, in Oesterreich mit Recht alt- bewhrtes Schulbuch. Auch dem sich autodidactisch mit Physik beschftigenden Laien, der krze und bndige Lehrbcher ]iopulr geschriebenen Werken vorzieht, ist das Buch zu empfehlen, da es ihm gute Dienste zu leisten im Staude ist. Hermann Scheffler, Die Hydraulik auf neuen Grundlagen. Verlag von Friedrich Frster. Leipzig 1891. 5 M. Es kann an dieser Stelle auf dieses bedeutsame Buch mir ganz kurz hingewiesen werden, da der Gegenstand der Mehrzahl der Leser zu ferne liegt. Ich bezeichne das Buch als bedeutsam, und es ist dies auch in hohem Masse fr den Fachmann, wegen der Kritik, die es an Vorstellungen und Theorien bt. Ich em- pfehle daher das Buch den Fachkreisen, wenn ich auch mit dem Herrn Verfasser weder in Betreff' seiner neuen Grundlagen "Ocli mit der Entwicklung, die er dem Gegenstande giebt, berall und vollstndig einverstanden sein kann, auf' welche Punkte an an- I derer Stelle zurfickzukommen sein wird. Gravelius. 50 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 5. Dr. H. Hovestadt, Lehrbuch, der angewandten Potential- theorie. Bearbeitet nach System Kleyer. Verlag von Julius Maier, Stuttgart 1890. Dieses Werk, das einen Band der Kleyer'schen Encyklopdie der gesammten mathematischen, technischen und exacten Natur- wissenschaften bildet, verdient eine besondere Beachtung, insofern es eine Disciplin behandelt, die in der theoretischen Physik die grsste Rolle spielt. Wer heute, ohne physikalisch geschult zu sein, selbst populr gehaltene Artikel ber solche Erscheinungen, bei welchen die Elektricitt irgendwie in Frage kommt, liest, wird wiederholt auf Wrter stossen, mit denen er keinen be- stimmten, klaren Begriff verbinden kann. Was vermag ein solcher Leser sich unter Potential, Potentialgeflle, Kraftfeld, Ki-aftstrmung, ferner unter Volt, Ampere etc. vorzustellen? Im Grunde genommen, gar nichts, auch wird ihm kein Wrterbuch gengenden Aufschluss geben. Es ist daher fr jeden Leser, der sich etwas eingehender mit Fragen aus dem Gebiete der Elek- tricittslehre beschftigen will, durchaus erforderlich, mit den einfachsten Stzen der Potentialtheorie sich vertraut zu machen; er ist sonst nicht im Stande, selbst eine einfache Abhandlung, z. B. ber Gewitter- und Hagelbildung, vollstndig zu verstehen, wenn darin Ausdrcke wie Potentialgeflle, Kraftfeld etc. vor- kommen, was heute fast unvermeidlich ist, wenn man sich in wissenschaftlich scharf bestimmtem Sinne ausdrcken will. Allen denjenigen, die, ohne besondere mathematische und physikalische Vorbildung zu besitzen, doch in das Wesen der Potentialtheorie eindringen mchten, darf obiges Werk bestens empfohlen werden. Es ist besonders zum Selbststudium geeignet, indem sein Verfasser sich die grsste Mhe gegeben hat, in klarer und leicht verstndlicher Weise den Leser Schritt fr Schritt zu dem Begriff des Potentials und der weiteren damit zusammenhngenden Begriffe zu fhren, wobei er es nicht ver- sumt hat, durch zahlreiche, sehr einfache Beispiele dieselben mglichst zu erlutern. Auf diese Weise ist es gelungen, das Verstndniss dieser zum Theil etwas schwierigen Begriffe sehr zu erleichtern und zu frdern. Bios an einer Stelle, wo es sich um die Definition der elektrostatischen und elektromagnetischen Einheit des Potentials handelt, hat sich der Verfasser nicht hin- reichend klar ausgedrckt, so dass besonders der Anfnger auf eine Scinvierigkcit stsst. Wenn nmlich in der Antwort auf Frage 69 gesagt wird, dass, wenn das Potential eines Ortes im elektrischen Felde in elektrostatischem Maasse gleich 1 ist, es im elektromagnetischen Maasse gleich 3.10'" ist, weil 1 elektro- magnetisciie Einheit der Elektricittsmenge gleich 3.10'" elektro- statischen Einheiten ist, und dann in der Antwort auf Frage 71 gesagt wird, dass gemss der Antwort auf Frage 69 eine elektro- statische Einheit des Potentials gleich 3.10' elektromagnetischen Einheiten ist, so wird der Anfnger stutzig werden. Hier htten einige weitere Erluterungen ber das elektrostatische und elektromagnetische Maasssystem oder die zwei Systeme von Ein- heiten, die in der Potentialtheorie gebruchlich sind, gegeben, speziell die Beziehung zwischen dem numerischen Ausdruck einer Grsse und der Einheit (Dimension und Verwandter) hervor- gehoben werden mssen. Nebenbei sei noch bemerkt, dass die Antwort auf das Beispiel 23 unrichtig ist; doch wird der auf- merk.same Leser die richtige Lsung selbst finden. Am Ende des Werkes finden sich 2 Anhnge, A und B. Im ersteren sind snimtliche frher aufgestellte Formeln bersichtlich zusammen- gestellt, im zweiten sind einige wichtige Lehrstze der Potential- theorie mit Hilfe der Differential- und Integialrechnung, deren Anwendung in dem eigentlichen Werke ganz vermieden wurde, bewiesen. Das Buch ist in erster Linie zum Selbststudium be- stimmt, wrde aber auch an Lehranstalten, wo die Anfangs- grnde der so wichtigen Potentialtheorie vorgetragen werden, mit Vortheil zu verwenden sein. Selbst Studirende an Hoch- schulen wrden sehr wohl daran thun, dasselbe zur Einleitung in das Studium dieser Theorie zu benutzen, um sich das Ein- dringen in dieselbe zu erleichtern. Ebenso ist es zum Nach- schlagen fr Fachleute geeignet, da man sich sehr leicht darin orientirt. Die Ausstattung ist gut, der Druck gross und deutlich. Dr. P. A. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. Bd. VI Nr. 3 u. 4. Red. v. Dr. Franz von Hauer. (Verlag von Alfred Holder. Wien 1891.) Das umfangreiche Heft bringt Abhand- lungen zoologischen Inhalts von Dr. Franz Ste indaehner, Franz Friedrich Kohl, Dr. Daniel Rosa, Anton Hand- lirsch und A. F. Ragenhofer, botanischen Inhalts von Dr Gnther Beck von Mannagetta u. Dr. A. Z ahlbruck ner , geologischen Inhalts von Dr. Franz E. Suess, und endlich palaeozoologischen Inhalts von Dr. Jaroslav Jahn. Schriften des Naturwissenschaftlichen Vereins fr Schles- wig-HoUtein. Bd. Vlll. 2. Heft, und Bd. IX. I.Heft. In Com- mission bei Ernst Honiann. Kiel 1891. Preis 4 Mk. Das vorliegende Heft 2 des Bd. VIII bringt im Wesentlichen 5 grssere Aufstze, nmlich '. 0. Zeise, Beitrag zur Geologie der friesi- schen Inseln (mit 1 Profil des Rothen Kliffes auf Sylt), 2. Th. Rein hold. Die Cyanophyceen (Blautange) der Kieler Fhrde, 3. L. Weber, Eine neue Montirung des Milchglasplatten- photometers (mit 16 Abbildungen), 4. K. Brandt, Hckel's An- sichten ber die Plankton-Expedition, ein Aufsatz, auf dessen Inhalt die Naturw. Wochenschr." in Bd. VI Bezug genommen hat, und W. Wstnei, Beitrge zur Insectenfauna Schleswig- Holsteins (4. u. 5. Stck). Heft 1 Band IX enthlt an wissenschaftlichen Arbeiten: 1. G. Ldeling, Erdmagnetische Messungen im physikalischen Institut der Universitt Kiel, 2. P. Knuth, Die Pflanzenwelt der nordfriesischen Inseln, 3. Th. Reinhold, Die Rhodophyceen (Florideen) [Rothtange] der Kieler Fhrde. Uns geht ein reich illustrirter Samen- und Pfianzen-CatEilo^ der Firma F. C. He ine mann in Erfurt, der Grtnerei-Stadt, zu und ein anderer von Friedrich Spittel ebendaselbst. Der Garten-Besitzer findet in denselben reiche Auswahl. Bumm, E., ber die Entwickelung der menschlichen Placenta. (Sonderdruck). Wrzburg. 40 M. Claus, C, die Halocypriden des atlantischen Oceans und Mittel- meeres. Wien. 50 M. Cohen, E. und W. Deecke. ber Geschiebe aus Neu-Vorpommern und Rgen. (Sonderdruck). Berlin. 2,40 M. Cranz, H., Lehrbuch der analytischen Geometrie der Ebene. 1. Tl.: Analytische Geometrie des Punktes und der Geraden. Stuttgart. 6 M. Delabarre, E. B ber Bewegungsempfindungen. Leipzig. 3 M. Billmann, E., eine neue Darstellung der Leibnizi.^chen Monaden- li'lire auf Grund der Quellen. Leipzig. 10 M. Drbal, M., Lehrbuch der empirischen Psychologie. Wien. 5 M. Du Bois-Reymond, C, Ueber die Grenzen der Naturkenntniss. 7. .Aiitl. Die .sieben Weltrthsel. 3. Aufl. Leipzig. 2 M. Feldegg, F. Ritter v., Grundlegung einer Kosmobiologie. Wien. 3 M. Fischer, F. und H. Krause, Leitfaden der Chemie und Minera- logie. Uaniiover. 3 M. Fischer-Benzon, R. v., die Moore der Provinz Schleswig-Holstein. (Sonderdruck). Hamburg. 4,.50 M. Friderich, C. G., Naturgeschichte der deutschen Vgel einschl. der smmtlichen Vogelarten Mittel-Europas. Stuttgart 25 M. Gef, W., die Wellen der Schwerkraft und ihre Wirkungen auf die Wellen der Elektrizitt, des Lichts und auf die Krper. Heidelberg. 1 M. Briefkasten. Herr stud. D. Sie knnen sehr wohl die rein gelehrte Carriere einschlagen, ohne sich habilitiren zu mssen, indem Sie den von Ihnen angedeuteten Weg zu verfolgen suchen. Sie wrden sich nach vollendetem Studium bemhen mssen, an einem Institut zunchst eine Assistentenstelle zu erhalten. Falls Sie nach Berlin kommen, sind wir gern bereit, Ihnen mndlich nhere Auskunft zu ertheilen. Inhalt: Prof. Dr. L. Weinek: Bericht ber die Thtigkeit der k. k. Sternwarte zu Prag im Jahre 1891. Dr. P'rnst Schaff: Notoryctes typhlops Stirling, ein interessantes neues Beutelthier aus Australien. Wilhelm Krebs: Internationaler Congress der geographischen Wissenschaften zu Bern, 10. bis 14. August 1891. Unsere Erkenntniss der Geschlechtlichkeit der Pflanzen. - Klimatische Factoren des Weltwirthschaft. Aus dem wissenschaftlichen Leben. - Litteratur: Arnould Lncard: La peche et les poissons des eaux douces. William Marshall: Leben und Treiben der Ameisen. Brehm's Thierleben. Allge- meine Kunde des Thierreichs. G. Bley er-Heyden: Schlangenfauna Deutschlands. Dr. O. Lehmann: Die Krystall- analyse oder die chemische Analyse durch Beobachtung der Krj-stallbildung mit Hlfe des Mikroskops. Pisko's Grund- lehren der Physik. Hermann Scheffler: Die Hydraulik auf neuen Grundlagen. Dr. H. Hovestadt: Lehrbuch der angewandten Potentialtheorie. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums. Schriften des Naturwissenschaftlichen Vereins fr Schleswig-Holstein. Samen- und Pflanzen-Cataloge. Liste. Briefkasten. Verantwortlicher Redakteur: Dr. Henry Potonie, Berlin N. 4., Invalidenstr. 40/41, fr den Inseratentheil: Hugo Bernsrein in Berlin - Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12. Druck: G Rrni.-teiu, Bcrfoncn, eldje an ranfljeiten ber iHefpimKons^Crgane leiben, nl'i ^ jlrcdnuiBige-J, biiitetifd)e'3 SJttel cnipfof)len werben fann. Dr. (Srn^cr, et). iSanittratI) in SveSlau. *Pofen, 30. September 189 1. Sa >t)ir!fomftc unb 3Ufltei(5 angene()mfte trtnngmittel, fcif'Ijer an mir felbft unb Sinbercn erprobt habe, ift 36i-' uur,iglid)e'3 irelcfte id) J 3)(alsertxaft--Gefunbl)eit'3bier, I>r. aiMlltCVJotllc, pratt. Slrjt. Lanolin-Toilette Cream -LanoUn Vorzglich 3"^ W<:i<: So"' Vorzglich Vorzglich 3u baben in ten mciftcn Sletbetcn unfc Jiroaerien. jut 9tcinl).rltuno unb Scbeduna roiiiibcr inM- iteen unb Sunben. jur (rbaltuns einer guten tiiiut, bcfonber bei ffeincn Sinbcrn. Hempels Klassiker -Ausgaben. Ausfhrliciie Specialverzeichaisse. gratis und franco. Ferd. Iliimnili'rs Verlagsbucliliandliing. ig iiiiistniirt von J. K. Voss. Metall -Spiral-Hygrometer (bereits isoo Stck geliefert) empfiehlt als Spezialitt .Vleeliaiiiker. -I. R. Vossss. .Mecliauilier. BERLIN NO., Pallisaden-Strasse 20. " goldene unri silberne Medaillen. Ciesctiftsgrnduug 1874 t-.By.T.te w.w t W A' In Ferd. Dmmlers Terlagsbnchhaud* luDB in Berlin SW. 12 ist erschienen: Studien zur Astrometrie. (esHiiimelte .-Miliauiiluiifreu Wilhelm Foerster, Crof. u. Uirector der Kgl. Sternwarte zu Berlin. Preis 7 Mark. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Grammophon -<* Sprech-Apparat. 8- Von der gesammten Presse und smmtlichen fach- wissenschaftliclien Autoritten aucrkanni , dass der verbesserte Edison'schc Phon"graphdurcli das d-amniophoii bei Weitem ber- troffen wird. Durch seineu billigen Preis M. 4.5 ist der Apparat Jedermann zugnglich. Das (rauimoplion giebt Coucert-, Musikstcke, (iesaug, Solo u. Recitation etc. durch Auflegen von Schall-Platten auf natrliche Weise wiedi-r. Hugo Hennig, Berlin SW., 12, Ferd. Dmmlers Vei lag!biichhandliiiig in Berlin SW. 12. Reisebriefe aus Mexiko, j Von Dr. Eduard Seier. 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'.^.I^J.>;^.Kt..l.t.tj;Kk.l.l.*.J.;Kl..KI.t...V.iJ.l.JJ>J. i jjsijj^j.j.jj'.j:;r.^j^j>jjjj-jj-js,ka.jjjjjjjjjj.ij Patentbureau Besorgt u. verwert. 0_^l Patente all. Lnder OaCK (Gebrauchs -Muster Marken - Centrale Seit 1878 empfohl. Inform. gratis Leipzig I*atentan-walt Ulr. R. Maepz, Berlin, Leipzif;erstr. 67. Sauerstoff' :in Stahlc^v^linclei'n.i Dr. Th. Elkan, 1 Berlin N., Tej,^eler Str. 15.i Specialfabrik fr nterzeuge & Strmpfe. Reitunterbeinkleider nach Maass. Extrastarken Tricot fr Jagd & Reise. Franx Seldte fitriini|il'waaren-Fabriii, lUrlin W , Leipzigerstr. 24. I. Auf Wunsch .Mustersendung. electro - medicinischer Apparate BERLIN SO.. Michaelkirehstr. 41 empfiehlt stationaire Apparate fr Constanten untl ludnctions- Stroni. transportable Batterien fr Constanten Strom, trans- portable Indnctions - Api>arate, Instrumente und Tauclibatterien fr (lalvanokaustik , Sclilitten- Inductorieu fr physiologische Zwecke nach Professor du Bois- Reyinond, Elektroden, Elemente. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 5. i In nnsfi-ciii Vcrliifio erscliirii .snclicii und ist durch jrde [a Biichhandhuig zu beziehen: r I Das Rtsel des Hypnotismus i und seine Lsung. Von Dr. Karl Friedr. Jordan. sl Zirrite^ un uieurlirili'ti' und sfurk vrniirhric Aiifkif/r di'r Schrift Das Itiitsr! des Hypnotisitius". 84 Seiten gr. 8. Prei.s 1,20 Mark. Ferd. Dttmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin W. 12. IglIclSlIS^^^'^r^^^ ^^^^^'^'^'^"^^^'^'^^^^^^^^^^"^^^^^^^^^^ erst In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin ist liionen: Indonesien die Inseln des malayischen A rc Iiipel A. Basti.iii. IV, Lieferung: Borneo und Celebes. Mit 3 Tafeln. | gr. 8". geh. 7 Mark. I. II. in. Frher erschienen von diesem Werke Lief.: Die molukken MitSTaf Lief : Timor und umliegende Inseln. 2 Lief: Sumatra und Nachbarschaft. 3ei uns gr.8. - 8. - 8". geh. 5 M. - 6 - - 7 - (iesuclit: Bischoff', botan. Ter- uiinol." kl. Ausg Postkarte er- beten an S. S. Ludwigsfelde. In J'er!. 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Diimmiers Yeriagsbuchliandlung | I in Berlin SW. 12. 1 ^innMiiniininniiiiiiiiiiniiMniNiiiiiiiiiiiiiiiiinr Ein Seitenstfick zn Brelinis Tierleliei i. Seelen ers.-liien der II. (Sildnn-') Unnd voii. pfLANZENLEftEN von Prof. Dt. A. Kerriei' u. Marilauri. Pas Hauptwerk des herhniten Pflnnzcnhinlnffen! fifinzencl geschrieben, ausgezeichnet dun-li h"lien Innern Gehalt und geschmckt mit nahezu 1000 originalen Abbildungen im Text nnd 40 Chromntafeln von wissenschaftlicher Treue und knst- lerischer Vollendung, bildet es eine prchtige Gabe fr alle Freunde der Pflanzenwelt, ein Hausbuch edelster Art. das in der populrwissenschaftlichen Litteratur ohnegleichen dasteht Preis in 2 Halbl'ranzbSnden gebnnden 32 Mark. Prospekte gratis durcti alle Buchhandlungen. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig. In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung erscheineu: Mitteilungen Berlin SW. 12 Vereinigung von Freiiuileu der Astrouoinie iiiiil kosniisclieii Pysit Redigirt von Prof. Dr. W. Foerster zu Berlin. Jhrlicli 1012 Hefte gr. 8". Preis pro Jahrgang 6 M. Man abonnirt hei allen Buchliamllungen und Postanstalten. Die Mitglieder der genannten Vereinigung erbalten obige Mit- teilungen gratis. Beitrittserklrungen sind an den Schriftfhrer der Vereinigung, Herrn Dr. P. Schwahn, Berlin SW., (Srossbeerenstr. 68 zu richten Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12. Ueber die Reize des Spiels von l'rof. Dr. }\. Lazarus. geb. Preis :i JC; geb. Preis 4 .M- Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. Ferd. Dmmlers Verlag.sbuchhandlung in Berlin SW. 12. Soeben erschien: Vicrslellise Logarithmentafeln. Zusamraeugestellt von Harry Ciiravoliniii, Astronom. 24 Seiten. Tascbeuforinat. Preis geheftet .50 Pf. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. In Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin SW. 12 erschien: Ueber Tundren und Steppen der Jetzt- uiul Vorzeit mit besonderer Bercksichtigung ihrer Fauna. Von Dr. Alfred Nehring, Professor der Zoologie und Vorsteher der zoologischen Sammlungen an der Kniglichen landwirthschaftlichen Hochschule zu Berlin. Mit I Abbildung im Text und i Karte der Fundorte. 866 S. gr. 8. Preis j Mark. .iiilillllllliuiuiuiMlllJHlllliHmiiwiiiiMiiiiiiinuiuiiiiiiuiiniiiiiiiiiiimiiiimiliiii;illiilillilll)iitiiltiiiii|iiiiiii[iitiiitiiiiiiHii;iiniiiiiHiiiiiMi^ ^ In Ferd Dmmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin ist erschienen: Handbuch der I |speciellen internen Therapie X fr Aerzte und Studirende. Von Dr. Max Salomon. X Zweite vermehrte uud verbesserte Auflage. 8'^. geh. 8 Mark, geb. 9 Mark. J Diese Arbeit giebt Anleitung zu einer rationellen, X wissenschaftlichen Therapie und erschliesst die reichen \ Mittel der materia media. Eine italienische Uebersetzung dieses praktischen Handbuches ist bereits erschienen. i < Verlag: Ferd. Dmmlers Verlagsbuchhandlung, Berlin SW. 12, Zimmerstr. 94. ,1^ Abonnement: Man abonnirt bei allen Buchhandlungen und Post- anstalten, wie bei der Espedition. Der Vierteljahrspreis ist Jt 3. Bringegeld bei der Post 15 ^ extra. l JL Inserate: Die viergespaltene Petitzeile 40 Ji. Grssere Auftrge ent- sprechenden Rabatt. Beilagen nach Uebereinkunft. Inseratenannahme bei allen Annoncenbureaux, wie bei der Expedition. Abdruck ist nnr mit vollstndiger Quellenangabe gestattet. Deutsch - Sdwest - Afrika. Porscliungsreinen von Dr. Hans Sc hin z. Aus der Flle der Afrika-Literatur, die heute den Bchermarkt berschwemmt, hebt sich nur selten ein Werk hervor, das frei von jeder Voreingenommenheit und ohne Rcksicht auf den nach aufregenden Aben- teuern lsternen Leserkreis, eine Schilderung von Land und Leuten giebt, welche den Ein- druck der unge- schminkten Wahr- heit macht. Eine solche vereinzelte Erscheinung ist das Schinz'sche Buch*), und deshalb mag es gerechtfertigt sein, an dieser Stelle von dem Inhalt des- selben einen Ueber- bliek zu geben. Ende der Hlfte des 1884 erging Verfasser die Auftbrdcrung, sich als Botaniker einer von Lderitz ausge- rsteten Forschungs- expedition anzu- scbliessen. Der Entschluss 14 Tage spter schon Herren der Ex])edition, Director de Jongh und G Bergleuten an Kap zudanipfend. Nach einem enthalt in der Kapstadt wurde in das vorlufige Ziel, Angra Pequena, Pohle , Dr. Schenk, Bord des Trojan, dein 4 wchentlichen Auf- 4 tgiger Segelfahrt Gegen ersten Jahres an den Fig. I. Angra Pequena mit den Falitoreigebulichkeiten und einigen Hottentottenhtten, war schnell befand er sich mit gefasst und den anderen *) Deutsch-Sdwest-Afrika, Forschungsreise baelitet worden ist. Die colorirten Al)bil- dungen dieses Pilzes in Schmidcrs .Jeones planturum 1762 stimmen mit den von mir gesammelten Exem|)laren genau berein, so dass jeder Zweifel ber die Richtigkeit der Bestinnnung gehoben ist, was auch durcli eine briefliche Mittlicilung des Herrn Prof. Dr. Bail besttigt wird. Ob die Bulgaria globosa Fr. noch wie zu Schmidcl's Zeit bei Erlangen vorkommt, ist kaum anzunclnnen, was aus einem Briefe, welchen der verstorl)ene Professor von Siebold unterm 4. Mai 1875 aus Mnclien an mich richtete, hervorgeht. Derselb schrieb mir: Ihre Notiz ber den neuen Fundort der Bulgaria globosa Fr. ist gewiss fr die Herren Mykologen eine sehr interessante Nachricht, da sich der Pilz nirgends mein- fand, seitdem derselbe 1755 zuerst bei Erlangen entdeckt wurde. Ein hiesiger tchtiger Sammler und Kenner der Pilze Dr. Kranz sagte mir, dass er die Bulgaria globosa noch nie gefunden habe. Derselbe beschftigt sich jetzt damit, die Pilze mit gewissen Stoffen zu trnken und so zu conserviren. Er hat es mit seinen Versuchen l)ereits so weit gebracht, dass er sch(m usserst vergngliche Pilzarten durch seine Conservirungsmethode sehr gut erlialten vorzeigen konnte." Bei dieser Gelegenheit kann ich nicht unterlassen, auf die Conservirungsmethode des Herrn Gymnasiallehrer Kaufmann in Elbing aufmerksam zu machen, dessen vor- zglich prparirten Pilze der Elbinger Umgegend in der Versammlung des preussischen botanischen Vereins am 6. October d. .T. in Knigsberg zur Ansicht vorlagen und grossen Beifall fanden. Ich bewahre die Bulgaria globosa in Weingeist auf, worin sie sieh gut hlt. Indem ich vorstehende botanische Notiz der Oeffentlichkeit bergebe, erlaube ich mir schliesslich noch an die Herren Botaniker die Bitte zu richten, ber noch andere Fundorte des seltenen Pilzes in diesem Blatte berichten zu wollen. Fr. Seydler. Der baltische Hlieiircken in Hiiiterponimeru und Westpreiissen betitelt sich ein im Jahrb. d. k. ))reuss. geolog. Laudesanst. fr 1889 (Berlin 1890. 149214. 1 Taf.) verffentlichter Aufsatz von K. Keil- hack. An der Hand einer geologischen ebersichtskarte der Gegend zwischen Colberg und Danzig wird inis in dieser Arbeit eine eingehende Schilderung der aus dem geologischen Autbau sich ergebenden Landschaftsformen geboten. Der Verf. unterscheidet 5 auf einander folgende Zonen: 1. das Gebiet der Strandduen, Hatt'seen und Moore; 2. das flache, vorwiegend aus Oberem Geschiebe- mergel gebildete Kstengebiet; 3. das in Folge starker Erosion grsstentheiis Ablagerungen des Unteren Diluviums zeigende hgelige Vorstufeuland: 4. die den eigentlichen Kamm bildende Mornenlandsehaft mit den Endmornen- zgen; 5. das Gebiet der ausgedehnten Sandebenen, welche mitdenislndischen Sandr" zu vergleichen sind. Diegrossen Niveauunterschiede innerhalb der Grundmornenlandschaft erklrt der Verf. durch die zusammenschiebende Wirkung des Eisrandes bei mehrfachen Oscillationen desselben whrend er fr die Bildung der als Geschiebepackung und Geschicbebeschttung auftretenden Endmornen- kmme annimmt, dass der Eisrand beim Rckzuge der zweiten Vereisung hier in Folge der grsseren Hhenlage des baltischen Hhenrckens und der dadurch bedingten Teniperaturerniedrigung eine lngere Zeit hindurch stationr wurde. Die Leetre des sehr interessanten und lehrreichen Aufsatzes kann allen, die sieb fr die Ent- stellungsgeschichte des norddeutschen Flachlandes intcr- essiren, warm empfohlen werden. F. Wahnsehaffe. Aus dem wissenschaftlichen Leben. Am '2ri. .J:iimai- lit der bekannte? ArabienreisenJe Dr. Eduard Glaser Prag verlassen, um eine neue Forschungsreise nach Arabien anzutreten. Er bcgiebt sich zunchst nach Konstantinopel und von da nach Yenien. Am 23. Januar starb zu Greifswald der Professor der Geologie und Miner.alotrie an dortiger Universitt, Dr. Scholz. Den M i t g 1 i e d in- n d e r G o s e 1 1 s c Ii a f t D e u t s c h e r N a t u r - for.scher und Aerzte ist vom Vorstande das folgende Circular zugegangen. indem wir Ihnen anbei ein K.\eniplar der von der General- versammlung in Halle a/S. beschlossenen und von dem K. Amts- gerichte zu Leipzig besttigten Statuten der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Aerzte bersenden, machen wir Sie hierdundi noch besonders darauf aufmerksam, dass nach g 19 der St.ituten das Rechnungsjalir der Gesellschaft vom 1. Januar bis l. Dezember luft, und dass nach 1 der angehngten Geschftsordnung die Zahlung der Jahresbeitrge [5 Mark, mit dem Recht auf un- entgeltlichen Bezug der von dem Vorstand herauszugebenden Allgemeinen Gosellschaftsberichte" oder U Mark (.5 u. 6 Mk.), mit dem Anrecht auf Bezug auch der Verhandlungen" der Jahres- versammlungen. (Alle Zahlungen erfordern ein Postbestellgeld von 5 Pf.)] vor dem I.Februar dieses Jahres an den Schatzmeister der Gesellschaft zu geschehen hat. Wir ersuchen darum die ge- ehrten Mitglieder, noch vor dem 1. Februar d. J. die Jahresbei- trge mittelst beiliegender Postanweisung an den Herrn Schatz- meister einzusenden, wogegen ihnen die, zugleich als Quittung fr geleistete Zahlung und als Legitimation whrend der Ver- sammlung in Nrnl)erg dienenden, Mitgliedskarten fr 1892 zu- geben werden. Die im Mai vorigen Jahres gelsten Mitgliedskarten, welche zur Legitimation in Halle gedient haben, haben, infolge der ge- schehenen Statutennderung, also am 31. December 1891 ihre Gltigkeit verloren. Dieses Erlschen der Gltigkeit der vor- jhrigen Mitgliedskarten geschieht aber ohne Verlust der durch dieselben erworbenen Rechte. Die Inhaber behalten das Recht auf den Bezug der Verhandlungen 1891", und es werden Ihnen dieselben sofort nach Vollendung sprechenden Rabatt. Beilagen nach ebereinkunft. Inseratenannahme Bringegeld bei der Post 15 J, extra. JL bei allen Annoncenbureaux. wie bei der Expedition. Abdruck isit nnr mit vollstndiger Qaellenangabe gestattet. Die Zugehrigkeit der fossilen provisorischen Gattung Knorria. Von H. Potoni(5. Auf seiner in benen Reise nach der Naturw. Woclienschr." beschrie- Spitzbergen hat Herr Bergreferendar gutes Exemplar der 1, mitgebracht (der will ich mit Benutzung L. Cremer vom Bren -Eiland ein Knorria inibricata Sternberg, Fi^ genauere Fundort ist Engelska elfven), welches mir ein nheres Eingehen auf die Frage nach der Zugehrigkeit der palaeozoischen Sammelgattung Knorria aufgedrngt hat. Eine vorzgliche, klare und kurze Zusammenstellung unserer diesbezglichen Keutnisse bis 1887 hat Graf zu S o 1 m s - L a u b a c li * ) gegeben . Um auch weiteren Kreisen im Folgenden verstndlich zu werden der Solins-Laubaclrschen Auseinandersetzung den wrtigen Stand der Frage errtern, nachdem ich zunchst in ganz elementarer Weise skizzirt haben werde, was die Knorria-Petrefracteu sind, um dann zum Schluss eine die angedeutete Frage nach der Zugelirigkcit der Knorrien, oder vorsichtiger ausgedrckt, gewisser Knorrien klrende kleine Mittheilung zu machen. Die Knorrien, deren Aussehen unsere den von Cremer Rest in verkleinertem Massstabe (V2 der nat. Gr.) darstellende Figur 1 gut veranschaulicht, werden also im Palaeozoicum gefunden; sie sind im Devon zer- streut, im Culm sehr hufig und im Carbon seltener. Es sind Steinkernc von Stengelorganen, deren Oberfiche je- doch nicht die ursprngliche Oberflche der lebenden Pflanze, sondern die Skulptur einer der Oberflche parallel liegenden inneren, noch zur Rinde gehrigen Flche der mitgebrachten Stengel- resp.Stamm-Theile wiedergiebt. Nur in verhltniss massig seltenen Fllen ist bei den Knorrien der Aussen- theil der Rinde und zwar in Form eines steinkohligeu, dickeren oder dnneren Ueberzuges erhalten, dessen Aussensculptur darber Auskunft geben msste, zu welcher bekannteren fossilen Gattung oder zu welchen Gattungen die Knorrien gehren: grndet sich doch die systematische ) Einleitung in die Palaeophytologie vom botanisehen Stand- punkt aus. Verhig von Arthur Feli.x. Leipzig, 1887, S. 205280. Schrg- Gruppirung der palaeozoischen Stengel- und Stammrestc auf die Gestaltung der ussersten (epidermalen) Oberflche dieser Reste. In wie weit wir nun bis jetzt in der Lage sind, die Gattung" Knorria auf eine oder mehrere der in letzt angedeuteter Weise, also besser begrndeten Gattungen zurckzufhren, anders ausgedrckt, Knorria als zugehrig zu einer oder zu mehreren von diesen Gat- tungen anzuerkennen, soll nunmehr erlutert werden. Die Oberflche der Knorria-Reste ist mit in Zeilen stehenden Wlsten (Hckern) besetzt, welche nach abwrts mehr oder weniger weit herablaufen und oben in eine kegelfrmige, oft abgebrochene Spitze enden, die sich durch eine scharfe Furche von der Hauptaxe der Reste, von dem stammfrmigen Haupttheil derselben ab- scheiden kann, in anderen Fllen aber dicht aufliegt und dann auch nicht so leicht in Gefahr konmit abzu- brechen. Auf dem Scheitel der kegelfrmigen Wulstspitze ist bei guter Erhaltung ein Eindruck von wechselnder Vertiefung zu sehen. Unsere Figuren 1 u. 2 zeigen die angegebenen Eigenthmliehkeiten der Knorrien ganz vor- zglich. Je nach der dichteren oder engeren Stellung, der Grsse und Gestalt der Knorria -Wlste sind viele Arten unterschieden worden, die aber durch Zwischenformen verbunden sind und daher in Einzelfllen kaum oder nicht unterscheidbar sind. Von den Haupttypen nenne ich nur: 1. Knorria Selloi Sternberg. Wlste entfernt von einander stehend, der nach oben gerichtete kegelfrmige Theil meist abgebrochen, daher die Wlste abgestutzt. 2. Knorria imbricata Stcrnb. Wlste dicht ge- drngt, dachziegelig stehend. Vergl. unsere Figur 1. 3. Knorria acicularis Gppert. Wlste kleiner und schmaler als bei den Arten 1. u. 2., von einander entfernt stehend, spitziger zulaufend. Vergl. unsere Figur 2. Nach Sohns -Laubach und anderen Autoren steht es fest, dass die Knorrien einen subepidermaleu Erhaltuugs- 62 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 7. zustand von lepidendroidcn Gewchsen" darstellen. Denn hufig sind die Knorrien ganz lepidophytisch gegabelt und dann hat auch Gppert gezeigt und Solms-Laubach be- sttigt, dass tj'pische Kuorrien in der That die Steinkerne von Lepidodendren sein knnen, indem ein von Gppert be- schriebenes und von Solms-Laubach gesehenes Exemplar von Knorria vom Typus der K. inibricata eine kohlige Rinde mit Lepidodendren - Polstern besitzt. Ausserdem mache ich auf ein von d'Eich- wtJ'' wald*) als Knorria cancel- wliM lata beschriebenes einmal gegabeltes Stck mit ganz typyscher Knorria- ber- flche aufmerksam, dessen Aussenrinde, welche Si- gillaria-Narbcn trgt, an einer Stelle und zwar eben- falls kohlig noch erhalten ist. die Sammengehrigkeit Sicher gestellt wurde Thatsache der Zu- 1 11 m ) \ ,\i enier tipischen Knorria und einer Lepidondree neuer- dings auch durch B. Re- nault**), der ein schnes Gabelzvveig - Stck mit noch anhaftender kohliger Aussen-Rinde abbildet, deren Oberflche fast genau quadratische lepi- dendroide Blattpolster trgt, whrend der Stein- kern unter der Aussen- Rinde an der einen Stelle Knorrien- Oberflche vom Typus der Knorria Selloi aufweist. Sind nun auch t die Blattnarben auf den I Polstern bei den in Rede j j stehenden Knorria -Exem- | plaren Gppert's und Re- , nault's garnicht oder nicht in gengender Deutlich- keit erhalten, so lsst sich W f doch also so viel mit Sicherheit sagen , dass Knorrien vom Typus der Knorria Selloi und K. imbricata in der That subepidermale Steinkerne \ \ s^, lepidendroider Gewchse aus der nchsten Ver- wandschaft von Lepido- dendren resp. von Lepido- dendren selbst sein knnen. Der Steinkern des erwhnten Eichwald'sclien Exem- plares bildet mehr ein Zwischenglied von Knorria imbricata zu K. acicularis. Betrachten wir speciell das Cremer'sche Exemplar Fig. 1, so sehen wir zu unterst an demselben die Knorrien- Wlste in typischer Ausbildung auftreten, zwar wegen der dichten Stellung als Knorria imbrieata-Wlste zu l)e- zeichnen, aber doch etwas zu der Kn. Selloi hinneigend ; darber ist im Ganzen eine ganz typische Knorria imbricata- *) Lethaea rossica oii paleontologie de la Russie I 1, Stutt- gart Text 1860, S. 1.52, Atlas 1855 Taf. IX f. 5. **) Etudes sur le terrain houiller de Commentry IL Flore fossile n. Saint-Etienne 1890. S. 520-522, Taf. LS f. 1. Oberflche wahrnehmbar und nach oben hin und oben sehen wir die Wlste schmler und spitz werden, sich dadurch entschieden der Knorria acicularis nhernd. Die fr Knorrien charakteristische Einsenkung am Gipfel der Wlste ist an mehreren Stellen deutlich wahrnehmbar. Hier und da sind die Wlste deutlich mehr lnglich- rhombisch, nicht nur nach oben sondern auch nach unten verschmlert. Diese Wlste erinnern nun an einen anderen Typus : Aspidiaria, auch eine ])rovisorische Gattung, welche als sub- epidermaler Erhaltungs- zustand von Lepidoden- dren -Arten lngst be- kannt ist. Auch bei den Aspidiaricn handelt es sich nicht um die Holz- oberflche unter der Rinde, sondern wie bei Knorria um eine zwischen der Holz- und Epidermis-Ober- flche gelegene Flche der in mehrere Lagen anato- misch unterschiedenen Ge- sammtrinde. Je nach der Entfernung einer Ober- flche eines Lcpidoden- dron-Stammrestes von der Epidermis wird uns eine Sculptur des Typus Knorria, oder Aspidiaria oder auch eines anderen Bergeria, Typen, z. B. (vergl. in dieser vorliegen Beziehung die schon ci- tirte Renault'sche Figur); aber die subepidermalen Erhaltungszustnde sind auch verschieacn je nach der Stellung an den Resten. Das Cremer'sche Exemplar ist in letzterer Hinsicht in- structiv, da die ganze Oberflche desselben wohl dieselbe subepider- male Flche vorstellt. 0. Heer, der Bear- beiter der fossilen Flora der Breninsel, hat nun in seiner Arbeit*) eben- falls Knorrien bekannt gegeben, die insofern be- merkenswerth siud , als dem einen Exemplar**) ebenfalls noch die kohlige Aussenrinde, die auch noch ihre Aussenstructur zeigt, an- haftet. Ich vermag aber ber die Heer'sehe Verffentlichung nichtanders zu urtheilen als Solms-Laubach,***) der zur Klar- stellung der Heer'schen Angaben und Figur eine erneute Untersuchung des Originals fr unerlsslich hlt. Die in Rede stehende Abbildung Heer's stellt ein Bruchstck eines mit spitz endenden, etwas entfernt von einander stehenden Knorrienwlsten bedeckten Restes dar, dessen stellenweis als Kohlenbelag erhaltene Aussenrinde fein *) Fossile Flora der Biirenlusel. Kongl. Svonska vetenskaps- Akademiens liandlingar. B. 9 No. 5. Stockholm 1871. **) 1. c. Taf. X f. 4. ***) Einl. i. d. Palaeophytologie S. 207208. Nr. 7. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 63 lngs-gestreift ist und in weiten Abstnden von einander kleine, krci.sfrniige, winzige Biattnarben mit je einem centralen jjunktfrmigen Blattspurrest trgt. Dem Text zufolge sagt Solms - Laubach sollen diese Nrbchen in regelmssigen schiefen Reihen stehen, ein jedes scheint der Spitze der unterliegenden Warze zu entsprechen. Wenn das richtig, dann ist die Abbildung falsch, in welcher die regelmssigen Reihen kaum zu entdecken sind, die Narben an manchen Stellen durchaus nicht mit den Spitzen der Knorriapolster coincidireu .... Ergeben sich Heer's Angaben als richtig, dann wrde man dazu gedrngt werden, fr die Oberflche der Stmme, aus denen gewisse Kuorrien ent- standen sind, eine hnliche Beschaffenheit anzunehmen, wie solche bei der Gattung Bothrodendron bekannt ist." Soweit Solms-Laubach. Ich bin nun in der Lage, nachweisen zu knnen, dass Knorrien, speciell Knorria acicularis nicht nur zu einem Bothrodendron -hnlichen" Typus gehren kann, sondern zu Bothrodendron selbst. Unsere von Herrn E. ( )hmann, dem Meister im Zeichnen palaeophytologischer Gegenstnde, trefflich abgebildete Fi- gur 2, von welcher Figur 3 eine minimale Partie (aus der Ge- gend B Fig. 2) in | vergrssert bietet, stellt ein aus dem westphlischen Carbon (Zeche Heinrich Gustav bei Werne, Wedekind leg. 1883) stammendes, in der Sammlung der Kgl. i)reuss. geologischen Landesanstalt und Bergakademie befindliches, von dem verstorbenen Herrn Prof. E. Weiss laut der beiliegenden Etiquette richtig als Knorria acicu- laris bestimmtes Stck dar, das sich stellenweise noch mit der kohlig erhaltenen Aussenrinde, bei B in un- serer Figur 2, bekleidet zeigt. Dass diese Aussenrinde noch vorzglich erhaltene Aussensculptur aufweisst, welche die angeregte strittige Frage mit einem Schlage ent- scheidet, war Herrn Prof Weiss und auch mir, obwohl wir beide gerade dieses Stck wiederholt in Hnden ge- habt haben, gnzlich entgangen. Diese mir nun erst jetzt bemerkbar gewordene Aussensculptur ist die von Bothro- dendron minutifolium (Boulay) Zeiller, wie unsere Figur 3 veranschaulicht, sodass unser Stck die Zugehrigkeit ty- pischster Knorria acicularis zu der genannten Lcpidon- dree oder bei der grossen Aehnlichkeit der Blatt-Narben- form und ihrer Stellung bei Bothrodendron minutifolium mit derjenigen bei den Leiodermarien wenn man lieber will, Sigillariee definitiv erweist. Unsere guten und gewissenhaften Abbildungen E. Oh- mann's berzeugen jeden von der Richtigkeit dieser That- sache zur Genge, sodass ich hier, wo ich kurz sein nuiss und weiter nichts als die Kundgebung dieser Thatsache bezwecke auf ein weiteres Eingehen auf das auch in anderen Beziehungen interessante Stck verzichten kann. Nur einen Punkt will ich selum .jetzt andeuten, dass nm- lich unser Exemplar von Botiu'odendron minutifolium be- ziehungsweise von Knorria acicularis wie die Figuren 2 und 3 zeigen die Beziehung, in welcher die Blatt- narben zu den Knorria -Wlsten stehen, in aller Deutlich- keit klar macht: Die Blattnarben entsprechen durchaus den Spitzen der Knorria-^^'lste. Die Besprechung und die Al)bildung des interessanten Exemplars der Knorria acicularis resp. des Bothrodendron minutifolium an dieser Stelle ist mir gtigst von dem Direetor der Kgl. preuss. geologischen Landesanstalt und Bergakademie, Herrn Geheim. Ober-Bergrath Dr.W. Hauche- corne , gestattet worden. Ausfhrlicheres werde ich voraussichtlieh im Jahrbuch der Geologischen Landes- anstalt bringen. Ein Beitrag zur Geschichte des europischen Hausrindes. Von Prof. Dr. Hugo Werner. (Fortsetzung.) Was nun das Rind des Nordens von Europa anbetrifft, so deuten die alten skandinavischen Sagen*) darauf hin, dass im Beginne der Sagenzeit zwei Rindviehrassen in Schweden verbreitet waren. Die eine, die Bergvlkerrasse, war weiss oder weissscheckig, hornlos und von kleiner Krperform, die andere, die Riesenkuh, schwarz, gehrnt und gross. Erstere Rasse fand sich in Nordschweden, letztere in Sd-Schweden, insbesondere in Schonen. In spteren Sagen tritt noch eine dritte Rasse zur Zeit der gothischen Einwanderung auf, nmlich die gelbe oder rothe gehrnte grosse Rasse, welche die Gothen am meisten schtzten und die gleichzeitig mit ihnen eingewandert zu sein scheint. Woher die Bergvlkerrasse Fjellras" gekommen ist, lsst sich schwer sagen, vielleicht wurde sie vom Osten her eingefhrt, oder ist im Lande ursprnglich entstanden. Jedoch kommt eine Bezeichnung Finnkor" (Finnenkuh**) vor, welche mglicherweise auf Finnland als ursprng- liches Heimathland deutet. Der hervorragende Schlag dieser Rasse ist Jemtlands Fjellras. Der Kopf dieser Rasse besitzt den Primigenius-Typus, doch ist, wie bei allen hornlosen Rindern, eine sehr starke Ausbildung des Hinterhauptshckers, der sich hgelartig erhebt, vorhanden. Zuweilen treten, insbesondere bei mnnlichen Thicren, *) Hylten-Cavallius Vrend och Virdarne", citirt von Aker- blom, Historiska antp kningar om sveriges ntkreatursafvel, S. 20 u. flg. Gteborg 1891. **) Akerblom, a. a. 0. S. 14. verkmmerte Hrner auf, die des knchernen Horn- zapfens entbehren und lose in der Haut sitzen. Bei an- deren Schlgen sind theilweis Hrner vorhanden, so ist es namentlich bei den norwegischen Schlgen, die sonst ganz mit der schwedischen Fjellras in Krperform und Eigenschaften bereinstinmien. Die zweite einheimische Rasse kann als Gothen- rasse bezeichnet werden. Diese Rasse konnnt zur Zeit in Smaland und auf der Insel Gotlaud vor uud auf letzterer ist sie noch die herrschende Rasse, whrend sie unvermischt in Smaland nur noch sehr selten gefunden wird, wo sie noch im Jlittelalter lier alle Landstriche um den Wettern- und Weenern-See herum verbreitet war. Diese Rasse weicht in ihren Krperformen und Nutzungscigenschaften seiir wesentlich von der Fjellras ab. Der Kopf, welcher lu'cit im Stirntheil, flach in der Stirn, breit in der Nasenpartie und den Ganaschen ist, besitzt nach meiner Untersuchung den Typus des Breit- stirnrindes (Bos taurus frontosus Nilssou.) Ebenso stimmt auch die llaarfrbung mit denen anderer Rassen dieser Abart berein. Die Farbe ist rothgelb, in der Bauch- gegend nicht selten weissfleckig, auch kommen weisse Rcken und Kpfe, helle Augenringe vor und das Floz- maul ist fleischtarben. Die Hrner sind gelb, lang und mehr seitlich gestellt. Der frhere Direetor der Akademie Alnarp, Hj. Nathorst, will den Braehycephalus-Typus an dieser Rasse erkannt haben. Jlglich ist brigens das Vorkommen von Kurzkopfrindern in Smaland, weil der 64 Naturwissenschaftliche Wochenschrift. Nr. 7. Staat 1850 dorthin brachycephale Voigtlnder eingefhrt und zu Kreuzungen mit der Snialand-Rasse benutzt hat. Andere Forscher sind der Ansieht, dass diese Rasse der Lougifrons-Abart zuzuzhlen sei, wogegen jedoch die ge- waltige Entwickeluug der Stirn, sowie die gesammte Kopfform sprechen. Diese gothische Rasse darf fr die Geschichte des Rindes eine ganz besondere Bedeutung beanspruchen, weil sie ber die Frage, woher das Fleckvieh der Schweiz stammt, vielleicht, wie wir spter sehen werden, eine be- friedigende Antwort ertheilt. Das einheimische Vieh war also im Norden, beim Volksstamm der Schweden, die Fjellras und im Sden, bei den Gothen, die Gotlandsras und nur auf der sdlichsten Spitze ist die zur Primigenius-Abart gehrige Landrasse Schnens verbreitet, ein schwarzer oder schwarzbunter Viehschlag, welcher auch ber Dnemark verbreitet war und sich jetzt noch zahlreich in Jtland findet. Aehnlich wie in Nord-Schweden hat sich auch in Finnland und Nord-Russland eine primigene Rindviehrasse entwickelt, von kleinem Krperbau. Auch treten inner- halb derselben sehr hufig hornlose Thiere auf. In dem bisher Gesagten habe ich es versucht, eine Geschichte der Rinder vor Beginn der Vlkerwanderung zu geben, in den nun folgenden Zeilen sollen die Um- wlzungen, welche die Rindviehzucht infolge der Vlker- wanderung in Europa erfuhr, geschildert werden. Ich wende mich in der Betrachtung zunchst dem Alpeugebiet zu. Mit dem Beginne des 5. Jahrhunderts dringen die Alamannen aus Sd-Deutschland in den st- lichen Theil der Schweiz und den westlichen Thcil des nrdlichen Rtien ein. Vermuthlich fhrten sie das heute noch in Sd-Deutschland verbreitete rothe keltische Kurz- kopfrind mit sich, fanden aber in den hheren Alpenlagen berall das zur langstirnigen Abart gehrende Braunvieh vor. Es scheint nun zwischen beiden eine Kreuzung statt- gefunden zu haben, als deren Ergebniss die jetzt noch dort vorhandene gelbe Rasse (Alguer) mit Langstirntypus anzusehen ist. Etwas spter besetzten die Bojoarier auch den stlichen Theil von Rtien und wiederholte sich hier dasselbe Spiel, es entstand aus der Vermischung ein gelber Viehschlag (Oberinnthaler Schlag). Es trat also hier die- selbe Erscheinung ein, wie frher im stlichen Alpengebiet : (Krnten, Steiermark), dass durch Kreuzung zwischen Kelten- und Braunvieh die Bildung von mehr oder weniger gelben Viehschlgeu bedingt wurde. Auch Kaltenegger*) ist der Ansicht, dass gegenwrtig im Ober-Iunthale bis zu einem Theile des schweizerischen Engadin, da, wo anerkauntermassen mglichst unver- flschte Alamannen zur Ansiedelung kamen, die Rinder- rasse auf dieses Alamannenvieh zurckzufhren ist. Der noch brige Theil von Rtien kam dann im Jahre 476 unter ostgothische Herrschaft, doch scheint diese keinen Einfluss auf die Gestaltung der Viehzucht ausgebt zu haben, so dass der alte mehr oder weniger graue Rindviehschlag intact verblieb. In der Westschweiz, wo Ilelvetier sassen, scheint zu dieser Zeit in den Thallaudschaften ein schwarzbuntes Keltenvieh**) imd in den hheren Lagen langstirniges Braunvieh verbreitet gewesen zu sein. Mit dem Erscheinen der Burgundiouen, welche 443 in der Westschweiz ange- siedelt wurden, tritt jedoch eine neue bisher dem Alpen- gebiet fremde Rasse, welche der grossstirnigen Abart (Bos taurus frontosus Nilsson) angehrt, auf. Es ist nun vielfach behauptet worden, dass die sog. *) Historische Entwickelung, 1. C. S. 538. **) Auch nach Kaltenegger, Historische Entw. 1. C. S. 538 besassen die Helvetier einen schwarz und weiss gefleckten Vieh- schlag. Fleckviehrasse des Grossstirnrindes in der Schweiz authoch- thon sei, obwohl die Untersuchungen der Pfahlbauten der Schweiz fossile Reste dieser Rinderrasse nicht zu Tage ge- frdert haben, wogegen Nilsson*) solche in den Torfmooren des sdlichen Schwedens fand. Allerdings sollen auch in England fossile Frontosus-Schdel aufgedeckt sein; auch will Wilckeus**) unter den Knochenresten des Lai- bacher-Moores diese Abart, vertreten durch Oberhaupt und Unterkieferstck, festgestellt haben. Diese wenigen Reste scheinen mir jedoch keineswegs das Vorhandensein der Frontosus-Abart im Laibacher- Moor sicher zu bezeugen, zumal gerade bei dieser Abart dadurch Tuschungen entstehen knnen, dass man Schdelbruehstcke kleinerer Schdel des Ur (Bos primi- genius Boj.) fr solche der Frontosus-Abart halten kann, worauf meines Erachtens die Funde, welche in England und Nord-Deutschland (Mecklenburg)***) gemacht wurden, zurckzufuhren sind. Ein solches Bruchstck, aus Nord- Deutschland stammend, befindet sich in der zoologischen Sammlung der landw. Hochschule in Berlin, das hchst wahrscheinlich vom Ur herrhrend, doch eine grosse Aehnlichkeit mit den betreffenden Schdeltheilen der Frontosus-Abart besitzt. Bevor also nicht bessere Beleg- stcke als einige wenige Schdelbruchstcke gefunden werden, halte ich das Auftreten der Frontosus-Abart an anderen Orten als in Skandinavien fr hchst zweifelhaft. Rtimeyer hat zuerst die Ansicht ausgesprochen, dass die Frontosus-Form des Rindersehdels unter dem Einflsse knstlicher Zchtung entstanden sei. Diese Form soll gleichsam vorbereitet sein durch die sogenannte Trochoceros-Form, eine aus der Primigcnius-Form ent- standene Culturform, welche nur in wenigen schweizer Pfahlbauten der spteren Steinzeit und der Broncezeit gefunden worden ist. Dem steht entgegen, dass die Frontosus-Form in den Pfahlbauten berhaupt nicht, sondern nur die Trochoceros- Form gefunden worden ist, wodurch obige Erklrung der Entstehung des Grossstirnrindes ernstlich gefhrdet wird, zumal die Ernhrungs- und wirthschaftlichen Verhltnisse der Pfahlbauer keineswegs dazu angethan waren, ein ver- hltnissmssig schweres Rind entstehen zu lassen. Es ist auch kaum anzunehmen, dass das Grossstirn- rind bereits vor der Vlkerwanderung in der Schweiz gelebt hat, wenigstens nicht zur Zeit der Unterwerfung der Helvetier durch Csar 58 v. Chr. in der Schlacht bei Bibracte, denn letzterem wre ein so grosses und eigen- artig gestaltetes Rind aufgefallen und das Vorkommen desselben von ihm, oder spteren rmischen Schriftstellern sicherlich erwhnt worden. Es drngt sich hiernach die Ueberzeugung auf, den Ursprung der Frontosus-Form anderen Orts als in der Schweiz suchen zu mssen und da kommen wir auf den einzig bezeugten Fundort, nmlich das sdliehe Schweden zurck. Es erscheint demnach die Annalime zulssig, dass aus der Primigenius-Form unter dem Einfluss der Zchtung und herausgebildet habe j\Ian war mm der Ansicht, weil bisher in Skandina- vien ein lebendes Grossstirnrind nicht aufgefunden wor- den war, dass eine Auswanderung des das Grossstirnrind zchtenden Volkes mit dem gesammten Viehstande, wie dies zur Zeit der Vlkerwanderung hufiger vorkam, stattgefunden habe. *) Nilsson, On the oxtinct and existing Bovine Animals of Scandinavia, in The Annais and Magazine of Natural History; ISilt. Vol. VI. S. 349. **) Wilckens, Ueber die Schdelknochen des Rindes aus dem Pfahlbau des Laibaeher-Moores; in Mittheil. d. anthropolog. Ge- sellscli. in Wien, VII. Bd. Wien 1878 S. 165. ***) Rtimeyer, ber Art und Rasse etc. 1 c. S. 243. guter Ernhrung sich die Frontoi3US-Form Nr. 7. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 65 Es fragt sich mm, welches Volk dies gewesen sein kann und da weist die Geschichte auf die Burgundionen, einen Zweig des gothischen Stammes, der im Verlaufe der Vlkerwanderung weiter siidwestlieli gedrngt wurde, den Khein erreichte und im Jahre 443 friedlich in der Westschweiz angesiedelt wurde, auch voraussichtlich das Vieh seiner ursprnglichen Heimath mit sich fhrte. Nach Plinius und Ptolemus sollen die Hurgundiunen allerdings zwischen Weichsel und Spree gesessen haben, was jedoch mit neueren Forschungen*) nicht berein- stimmt, welche auf Sd-Schweden als Heiniatidand hin- weisen. So wird z. B. in der islndischen Edda die Insel Bornholm Borgundarholm" genannt. Dass nun in der That die Herkunft der Frontosus- Abart in der Schweiz auf Sd-Schweden zurckfhrt, wird aber dadurch mehr als wahrscheinlich, dass ich in der Viehrasse der Insel Gotland dieselbe aufgefunden habe. Hiermit scheint der Streit ber die Herkunft des Schweizer-Fleckviehs zu Gunsten derjenigen entschieden zu sein, welche seine ursprngliche Heimatb nach Sd- Schweden verlegten. Zugleich sttzt das Vorkonnnen des Grossstirnriudes in Sd-Schweden die Ansicht, dass die unsprnglicheu Wohnsitze der Burgundionen in Sd- Schweden zu suchen sind. Wie wir gesehen, wurde die Ostschweiz von den Alamannen, die Westschweiz von den Burguudionen in Besitz genommen , so dass die Aare zwischen beiden Vlkern die Sprachgrenze bildete. Erstere zchteten hauptschlich das Langstirnrind, Letztere, wie heutigen Tages noch, das Breitstirnrind. Innerhalb der Fleckviehrasse lassen sich aber zur Zeit zwei Unterrassen imterscheiden : die rothgelbe oder fahlbunte, wie sie sich im Simmenthaler-Schlage zeigt, und die schwarz-bunte Freiburger. Es konnnt nun die schwarze Farbe und auch das schwarze Flozmaul scnist nirgends in den Schlgen der Grossstirnrinder vor und auch die Rasse der Insel Gotland zeigt diese Farbe nicht. Ferner weichen die Freiburger, obwohl sie noch dem *) Vergl. Wrstemberger, Geschicbto etc.; Otto Honno am Rhyn, Geschichte des Schweizer-Volkes und seiner Kultur etc. Leipzig 1865 1865. 1. Bd. Auch Krmer verlegt den Ursprung des Grossstirnrindes nach Skandinavien in Ueber d. Landwirthsch. in der Schweiz etc.", Zeitschr. f. d. landw. Ver. d. Grossherz. Hessen Darmstadt 1870 No. 24. Grossstirnrinde zuzuzhlen sind, nicht unerheblich in den Krperformen z. B. vom Sinmienthaler Schlage ab, indem ihre Formen sich denen der braciiycepiialen'-^Duxer- und Vogesen-Rinder nhern. Aus dem Umstnde ferner, dass das alte helvetische Kurzkopfrind schwarzbunt, wie das Vogeseurind, gewesen ist, lsst sich wohl folgern, dass die Freiburger aus einer Kreuzung des schwarzbunten Keltenviehs mit dem einge- wanderten Grossstirnrind hervorgegangen sind, dass man aber bei der Kreuzung der schwarzbunten Frbung den Vorzug gegeben hat. eber die Entstehung der Freil)urger Schwarzschecken sind nun sehr verschiedene Ansichten laut geworden, so behauptet Nrner*), dieselben seien auf eine Einfhrung von schwarzgetlecktem Niederungsvieh und Kreuzung des- selben mit dem ursprnglich dunkelrothen Frciburger Vieh zurckzufhren. Alles Behauptungen, welche durch Nichts gesttzt werden. Nrner wandte sich betreffs der Entscheidung der Frage ber die Bildung der Freiburger-Schwarzschecken an einen hervorragenden Forscher auf diesem Gebiet, an Geheimrath Kaltenegger, welcher folgende Antwort er- theilte: Die Farbenvariett in Schwarzweiss, wie sie als Freiburger-Schlag bezeichnet zu werden pflegt, leitet ihr Vorkommen nach meiner Meinung allerdings theilweise auf Kreuzungen mit Niederungsvieh wie ich glaube und mich ausdrcken wrde, mit niederlndischem Schwarzscheggvieh" zurck; jedoch als typirend nicht blos hinsichtlich der Frbung, sondern namentlich auch fr die doch ziemlich abweichende Krperform erachte ich die jedenfalls schon in althistorischer Zeit erfolgte Vermischung des eingewanderten germanischen (Gross- stirurind) mit dem autochthon gewesenen Hornvieh speciell ibero-kcltischer Nationalitt, von welchem die Eringer im Wallis und die Zillerthaler, Pusterthaler, Duxer in Tirol (und fge ich hier noch hinzu das Rind der Vogesen) ziemlich blutreine Abkmmlinge sind." Hiernach steht Kaltenegger im allgemeinen auf dem von mir eingenommenen Standpunkte, dass das Freiburger- Rind ein Kreuzungsproduct zwischen dem Grossstirn- und dem Kurzkopfrinde ist; freilich schliesst er nicht ganz einen Einfluss von schwarzscheckigem Niederungsvieh aus. (Fortsetzung folgt.) *) Das Fleckvieh der Schweiz S. 36. Internationaler Congress der geographischen Wissenschaften zu Bern, 10. bis 14. August 1891. Von Willi ( 1 111 K lebs. (Schhiss.) Nach Herrn Fritz Dubois (Paris) macht gegen- wrtig auf Java der lAIohammedanismus bedeutende Er- oberungen, im Gegensatz zu dem Ohristenthnm. Das liegt zum Theil au der grossen Duldsamkeit des niederlndi- schen Gouvernements, welche sich auch auf politischem Gebiete ussert. Das Innere Java's wird von zwei ein- heimischen Frsten beherrscht, welche Holland Suzern sind. Die Bevlkerung vergilt das milde Regiment Hol- landsmit friedlichem Verhalten, obgleich der akr, nialayische Kam])fesmuth noch keineswegs erloschen ist. Dafr brgen die festlichen Tigerkmpfe. Die gcsammte wehrfhige Bevlkerung eines Districtes betheiligt sich an denselben, meist nur mit Lanzen bewaffnet. Die gefhrlichen Katzen, fr diesen Zweck gefangen und in Kfigen gehalten, werden in grossem Kreise umschlossen, freigelassen und niedergemacht. Auf den Philippinen theilt sich nach A. de Claparede Christenthum und Mohaiinnedanismus in die civilisirteren Malayen (Tagalen). Doch giebt es auch viele Fetischisten unter den Malayen, vor allem aber unter den Urbewohnern, den Negrittis. Die Bevlke- rung des westlich gelegenen Cuyos- Archipels gehrt nach Herrn Delmar Morgan, welcher ber das letzte Werk des verstorbenen Missionars Tonison-Wood berichtete, seit dem Jahre 1822 ganz dem Christenthum an. Herr Dr. Karl von den Steinen sprach ber die Urheimath der Karaiben. Diese Streitfrage wurde schon zehn Jahre nach dem Tode des Columbus aufgeworfen, ihre Lsung damals in Nord-, spter in Sdamerika ge- sucht. Boiieau u. a. gaben Guayana und Venezuela an. D'Orbigny und Martins glaubten, der bolivianische Stannu der Tupi habe sich mit den friedlichen Aruak Brasiliens und Guayana's zu einem Jlischvolk der Karaiben ver- einigt. Die beiden Xingu- Expeditionen 18S4 und 1887 entdeckten die Baka'iri und Najuqua an den Ufern des Xingu und Tabajos, unter 13 14" S. Br. Ihre Sprache und Lebensweise (Jagd und Fischerei), ihre Ueberlieferung 66 NaturwissensebaftlicheWochenschrift. Nr. 7. Hess keinen Zweifel, dass sie die Nachkommen der Ur- Icaraiben sind. Stammesgenossen sind nach Norden ge- wandert und nicht zurckgekehrt. Auch die Ursachen dieses Verhaltens glaubte Redner festzustellen: eine kli- matische, die de Hochebene im Sden Brasiliens, welche die Ausbreitung der wanderlustigen Bevlkerung nach Sden hinderte, und eine hydrographische, die Schnellen des Xingu, welche zwar den Weg nach Norden offen Hessen, die Rckkehr aber verlegten.*) Nach einem Vortrage des Grafen Joachim Pfeil ist die Bevlkerung des bergigen Neu-Mecklenburg viel wil- der als diejenige Neu-Pommerns. Sie bewohnt verpallisa- dirte Drfer in der Hhenzone von 600 800 Metern. Die Felder legen sie grs.stentheils auf dem Nordabhange der Berge an. Sie bauen Taro, Yam und Knollen von kartottclhnlichem Geschmack, sind Kannibalen und gehen ganz oder fast unbekleidet. Ihr erst freundliches Entgegenkommen schlug bei dem zweiten Besuch in einen wilden, geschickt ausgeflirten Angriff' um, dem die Ex- pedition mit Verlust zweier Leute und der Samndungen weichen musste. AVie schon aus der Lage der Felder zu entnehmen, sind die Wind- und Regenverhltnisse der beiden Jahreshlften verschieden. Trotz der quatorialen Lage herrscht whrend des Sommers der feuchte Nordwestwind, im AVinter der trockene Ostpassat. Die Temperatur dagegen zeigt geringe Scliwankungen. Die Jahrestemperatur betrgt im Mittel 28,5, steigt selten ber 31, sinkt selten unter 27 Centigradc. Das absolute Maxinmm betrug im November 1887 36,1, das absolute Minimum im August 1887 17,8 Ceutigrade. Die Wind- und Regenverhltnisse sind hnlich den- jenigen, welche W. Krebs (Hamburg) in seinem Vortrage ber Monsuneinflsse auf der sdiiclien Hemisphre fr Sdafrika, Mauritius und Tahiti nachwies. Der an der Nordwestkste Tahiti's gelegenen Stadt Papeete, von welcher meteorologische Beobachtungen 1876 1890 be- nutzt werden konnten, werden die Niederschlge in der Regel von nrdlichen bis westlichen Winden gebracht. Zwei Drittel der Niederschlagsepochen der .lahre 1887 bis 1890 Hessen einen Zusammenhang der Aendcrungcu des Luftdrucks und der Windrichtung erkennen, welche bei 70 Procent dafr spricht, dass Cyklonen**) westlich Tahiti von Sden nach Norden, bei 30 Procent dafr, das solche stlich von Norden nach Sden vorbeigehn. Jene fallen vorzugsweise in den Sdsonimer, diese in die Ueber- gangs- und AVintermonate. Aus dem ganzen A^crhalten folgt, dass im Sommer regenbringende Cyklonen die Insel umkreisen, entsprechend einem von ihr selbst geschaftcnen Monsuneinfluss. lieber die Vorgnge im AVinter und ber die Natur jenes Monsuneinflusses selbst wird erst die meteorologische Erforschung der ganzen Insel Aufschluss geben. Diese Erforschung Tahiti's besitzt ein hervor- ragendes wirthschaftliches Interesse. Das Darniederliegen ihrer Gultur und ihres Handels weist auf eine schwere Drre zurck, von welcher die Insel im Jahrgange 1876/77 betroffen wurde, gleichzeitig mit ausgedehnten Gebieten des den stillen Oceau im Westen begrenzenden Fest- landes. Eine Zuschrift des frheren Meteorological Reporter *) Referent glaubt hinzufgen zu drfen, dass diese ventil- artige Wirkung der Stromverhltnisse, welche sich allein auf den Wasserweg bezieht, wohl durcli ein klimatisches Motiv verstrkt wurde: die Verlegung ungnstiger Witterungs Verhltnisse all- jhrlich von niederen nach hheren Breiten, im oberen Xingu- Gobiet also von Norden nach Sden. Dieser Gang der Witterung konnte nach einem ungnstigen Jahre den Entschluss anregen, nach Norden auszuwandern. **) Referent unterscheidet Cyklonen und Cykloue, letztere als versti'kte Abart der ersteren, den Ausdruck Depression behlt er fr die mehr stationren Minima, Monsuueinflsse u. dgl. vor. to the Government of ludia, Herrn Henry F. Blanford (Folkestone) prcisirte einige Unterschiede des tropischen und gemssigten Klimas. Charakteristisch fr ersteres ist die Regelmssigkeit des AVitterungsverlaufs und das Auftreten der Cykloue oder AA'^irbelstrme. Die Cyklone sind ganz anderer Natur als die Gewitter. Mit diesen pflegt ein schnelles Steigen des Luftdrucks oft mit folgen- dem Fallen verbunden zu sein, mit jenen umgekehrt ein tiefes Fallen mit folgendem Steigen. Eine Zuschrift des Herrn Hofrath Hann (AVien) ent- hielt einen Aufruf an AVeltreisende, meteorologische Be- obachtungen in entlegenen Erdgebieten anzustellen, zu sammeln, anzuregen. Als Richtschnur fr die erste Ver- arbeitung wurden Regeln angegeben, welche im allge- meinen denen entsprechen, die 1889 in Zrich von dem permanenten Meteorologen-Coraite zum Beschluss erhoben wurden.*) Herr Professor Brckner (Bern) sprach ber die AA'^ichtigkeit der Klimaschwankungen fr Theorie und Praxis. Redner hat bekanntlich in seinem AVerkc Klima- schwankungen seit 1700" fr beide Jahrhunderte an den Terminen der AVeinernten, seit 1736 an denjenigen des Aufgehens und des Gefrierens der Flsse, fr das letzte Jahrhundert an meteorologischen Beobachtungen den Nach- weis angetreten, dass Temperaturen und Niederschlge auf der ganzen Erdoberflche gleichzeitige grosse Schwan- kungen aufweisen. Dieselben vollziehen sich im Laufe von 20 50, durchschnittlieh von 34,8 7 Jaln-en. Die Unterschiede machten bisher fr die Temperatur etwa 1 " C. (Bern) fr die Niederschlge 20 50 Procent aus, je nach der Lage eines Gebiets an der Kste oder im Innern eines Continents. Von 1815 bis 1825,30 nahm die Temperatur zu, die Niederschlagsmenge al), von 1830 bis 1845 50 nahm die Temperatur ab, die Niederschlags- menge zu, von 1850 bis 1860,5 nahm wieder die Tem- peraar zu, die Niederschlagsmenge ab, bis 1880 nahm die Niederschlagsmenge wieder zu. Auf einem Diagramm war der sehr entsprechende Verlauf der Klimaschwan- kungen mit den Perioden verglichen, in denen sich nach Herrn Professor Richter (Graz) seit 1592 das A^orstossen und Zurckweichen der Alpengletscher vollzog. Redner folgerte aus seinen, also durch einen vierten Beweis ge- sttzten Ergebnissen eine sehr allgemein gehaltene A^or- *) Da seitens des Congresses grsstmgliche Publicitt be- schlossen wurde, folgt die ebersotzung der Regeln: 1. Soweit mglich, ist die Art der angewandten Instrumente anzugelien, ebenso die Correctionen, wenn diese bekannt sind, sowie Einzelheiten ber ihre Aufstellung. Die Hhe des Baro- meters ber Meeresniveau muss so genau wie mglich mitgetheilt werden. An den Meeresksten macht das keine Schwierigkeiten, trotzdem wird es oft unterlassen. 2. Niemals ist genaue Angabe zu vergessen, an welcher Tagesstunde man die Angaben der Instrumente notirt hat, und ob die angegebenen Mittelwerthe das arithmetische Mittel dieser Beobachtungen darstellen oder ob man sie durch verwickeitere Rechnung erhalten hat. E.s ist ferner sehr erwnscht, dass man fr die verschiedenen meteorologischen Factoren die Monatsmittel nach den verschiedenen Beobachtungsstuuden angiebt, da dadurch dem Specialforscher die Reduction dieser Angaben auf das wahre Mittel ermglicht wird. Erst so erhalten die Beobachtungs- ergebnisse einen wissenschaftlichen AVerth. 3. Ausser den Mittelwerthen aus mehreren .Jahren ist es von grossem Nutzen, auch die Mittel oder Ergebnisse verschiedener Jahre einzeln oder wenigstens in Reihen von je 5 Jahren (Lustren- mittel) zu verffentlichen, entsprechend den Entscheidungen des Internationalen Meteorologischen Cnngresses zu Wien (1873). Es erscheint geboten, dahin bereinzukommen, dass mit dem ersten Jahre jeder Fnfjahrreihe begonnen wird, beispielsweise Mittel- angabe" fr 1881-^1885, 1886 18'JO. Auf diese AVeise wrde es mglich werden, mit grsster Leichtigkeit gleichzeitige und ent- sprechende Mittelangaben zu erlialten, wie sie unerlsslich sind, um die gleichzeitige Vertheilung der meteorologischen Factoren auf der Erdoberflche zu erhalten. Nr. 7. Naturwissenschaftliche Wochenschrift. 67 hersage der Witteruni;-, welche in den letzten zehn .laliren des neunzehnten Jahrhunderts herrschen wird. Trocken- heit und Hitze sollen zunehmen, Missernten sich hufen, bis mit der Wende des Jahrhunderts der Mittelpunkt der trockenen und lieisscn Epoche erreicht sein wird. Die ungnstigen Folgen dieser Witterung werden sich be- sonders im Innern der Continente, also speciell auch in Russland und den 15inncnstaaten der Union zeigen, da nach Ansicht des Redners die Schwankungen in den con- tinentalen Gebieten entgegengesetzt denjenigen der Oceane verlaufen. Dafr dass das Jahrzehnt 1880181)0 einen klinniti- sclien Wendepunkt enthielt, konnte sich Herr Brckner auf die neuen Gletscher-Untersuchungen in den franzsi- schen Alpen und Pyrenen beziehen, ber deren Ergeb- nisse Prinz Roland Bonaparte in der Fachsitzung Seeen und Gletscher" vorgetragen hatte. Von 36 Glet- schern zeigten IG ein Vorrcken, 17 ein Zurckweichen, .S keine ausgeprgte Bewegung. Prinz Roland wird in seinem Bestreben f(n-tfahren, Beobachtungen, Photo- graphien, Nachrichten ber diese Vorgnge zu beschaft'en, berhaupt den Beobachtungsdienst zu organisiren. Auch von einer anderen Seite kann die Zukunft exactes Beweismaterial ber Klimaschwankungen erwarten. Durch das Verdienst des schweizerischen topographischen Bu- reaus gehren jetzt die schweizer Seeen zu den best- erforschten Erdgebieten. Nach Herrn Professor Forel (Morges) waren sie noch vor bO Jahren eine terra in. cognita. Herr Delebecque (Thonon) berichtete ber seine entsi)reehenden Arbeiten an franzsischen Seeen- Hcrr Marel (Neuchatel) veranlasste einen Congress- beschluss, dass sidche hydrographisclien Aufnahmen auch den anderen Alpenlndern empfohlen werden. Diese Resolution und siebzehn andere wurden in der Schlusssitzung des Congresses, am 14. August, vom Plenum angenommen. In derselben Sitzung wurde die Verthei- lung der 45 Ausstellungspreise verkndet, von denen u. a. sieben, davon zwei grosse, auf das Deutsche Reich, 11 (4 grosse) auf die Schweiz, 7 (?> grosse) auf ester- reich-Ungarn), 6 (2 grosse) auf Frankreich entfielen. Herr General von Annenkof (St. Petersburg) erhielt das Di- plom als Ehrenmitglied der Geographischen Gesellschaft zu Bern und lste Herrn Staatsrath Gobat (Bern) im Prsidium der Schlusssitzung ab. Als Ort des nchsten internationalen Congresses der Geographischen Wissenschaften wurde London, in zweiter Linie Budapest in Aussicht genommen, die Zeit seines Zusammentretens wurde auf frhestens 1894 angesetzt. Ist unreines Chloroform schiidHch J betitelt sich ein Aufsatz des Dr. Rene du Bois-Reymond in der Berliner Klinischen Wochensch. Sedillot's Lehre, dass die Gefahren der Chloroformnarkose nicht zum kleinsten Theile auf der mangelhaften Reinheit des Mittels beruhen, hat nur wenig Anklang gefunden, weil sie experimenteller Grundlage entbehrte. Das vor einigen Monaten von Prof. Rietet eingefhrte Verfahren zur Reetification des Chloro- forms durch Krystallisation in der Klte,*) gewhrt die Mglichkeit, entscheidende Versuche ber diesen Gegen- stand anzustellen. Man braucht nur die Wirkung'' der unreinen Mutterlauge mit der des krystallisirten, also ehemisch absolut reinen Chloroforms, zu vergleichen, um ein Urtheil ber den Einfluss der Verunreinigungen zu ge- winnen. Unter der Leitung des Herrn Geh.-Rath Liebreich wurde eine Untersuchung in diesem Sinne ausgefhrt, welche sich zu einem schlagenden Beweise der Schd- lichkeit unreinen Chloroforms, zu einer glnzenden Be- sttigung der Lehre Sedillot's, gestaltet hat. Kurz zusammengefasst, war das Ergebniss folgendes: Bei Froschversuehen bewirkte die Narkose mit den unreinen Rckstnden eine strkere Verlangsamung des Herzschlages als die mit dem reinen Chloroform. Als Frequenz in der Viertelminute wurde normal 11 12, bei Chloroform 8 10, bei Rckstnden 6 8 gefunden. Bei hheren Graden der Vergiftung trat eine diastolische Pause und peristaltischer Habitus der Contraetion ein. Die eardiographische Curve deutet auf verminderte Ar- beitsleistung des Herzens hin. Ferner wurde durch eine Reihe aufi'alleud berein- stimmender Versuche an Kaninchen Folgendes fest- gestellt: 1. Einathmung der Rckstnde fhrt in viel kr- zerer Zeit zum Stillstande der Athmung, als Einath- mung von Chloroform, und zwar verhielten sieh die ZeitP' urchsehnittlieh wie 7: 11. Blutdruck ist im Augenblicke des th- er Ustandes nach iinathmung ^V^llll^tl lldUIl AlJlllclLllLllLlll^ von id als nach Einathmung von Chloroform, igegen ist die Herzfrequenz grsser. iVaturw. Wochens. VI S. 193 Was die praktische Bedeutung der Beobachtungen betrifft, so kommen folgende Umstnde in Betracht: Die Rckstnde waren ausschliesslich durch Reetification guter Chloroformsorten gewonnen. Das Mengenverhlt- niss der in diesem Grade schdlich wirkenden Substanz zu dem ursprnglichen Chloroform lsst sich nur schtzungs- weise angeben. In England hat man es auf weniger als 1 : 40000 angeschlagen, nach Angabe du Bois-Reymond's drfte es nahe an 1: 1000 sein. Diese Verdnnung ist nicht analog der Verdnnung durch eine indifferente Substanz, da sich im Gegentheil die Wirkung der Ver- unreinigungen erst zu der des Chloroforms addirt. Dass, von Scdillot und seiner Schule abgesehen, der klinischen Beobachtung diese Thatsachen bisher entgangen sind, kann bei der vielfachen Complication der chirur- gischen Narkose nicht Wunder nehmen. Merkwrdiger ist es, dass sich die pharmakologischen Untersuchungen immer nur auf normales Chloroform beschrnkt haben. Trotzdem scheinen grade die umfangreichsten Arbeiten, die auf diesem Gebiete gemacht worden sind, eine Be- sttigung der Ergebnisse zu enthalten. Zwischen den Beobachtungen der sogenannten Glasgow -C